MWST-Sätze Schweiz 2026: Übersicht, Zuordnung und Spesenbeleg
Die MWST-Sätze Schweiz 2026 bleiben unverändert: 8.1 % Normalsatz, 2.6 % reduzierter Satz, 3.8 % Sondersatz Beherbergung – auf dem Spesenbeleg müssen MWST-Nummer, Satz und Steuerbetrag stehen. Wer Spesen abrechnet, trifft täglich auf alle drei Sätze: auf der Restaurantrechnung, dem Kassenbon aus dem Supermarkt und der Hotelrechnung. Diese Seite zeigt die Sätze im Überblick, ordnet die typischen Spesenkategorien zu und erklärt, welche Angaben ein Beleg enthalten muss, damit die Vorsteuer abgezogen werden kann.
01.Die drei MWST-Sätze 2026 im Überblick
Das Mehrwertsteuergesetz (MWSTG) kennt drei Steuersätze. Sie wurden per 1. Januar 2024 im Rahmen der AHV-21-Finanzierung erhöht und gelten 2026 unverändert weiter. Eine weitere Anpassung ist für 2026 nicht beschlossen. Für Unternehmen bedeutet das: Die in Buchhaltungs- und Spesensystemen hinterlegten Sätze müssen nicht angepasst werden, sollten aber auf den Stand 2024 geprüft sein. Quelle: ESTV, Seite «Schweizer Mehrwertsteuersätze» (estv.admin.ch, abgerufen Oktober 2026): Normalsatz 8.1 %, reduzierter Satz 2.6 %, Sondersatz für Beherbergung 3.8 %, gültig seit 1. Januar 2024.
MWST-Sätze Schweiz 2026
Für die Spesenabrechnung ist der Normalsatz mit Abstand am häufigsten. Auf einem Beleg können aber mehrere Sätze stehen: Eine Hotelrechnung weist die Übernachtung mit 3.8 % und die Minibar mit 8.1 % aus, ein Supermarktbon kombiniert Lebensmittel zu 2.6 % mit Alkohol zu 8.1 %. Jede Position wird mit dem ausgewiesenen Satz verbucht.
02.Welcher Satz gilt für welche Spesenart
Die Zuordnung des richtigen Satzes entscheidet über die Höhe des Vorsteuerabzugs. Die folgende Übersicht ordnet die häufigsten Spesenkategorien dem geltenden Satz zu und zeigt, wie viel Vorsteuer in einem Bruttobetrag steckt.
MWST-Satz und Vorsteuer nach Spesenart (2026)
Zwei Sonderfälle führen regelmässig zu Fehlern. Erstens die Verpflegung: Dasselbe Sandwich kostet im Restaurant konsumiert 8.1 %, zum Mitnehmen 2.6 %. Entscheidend ist, was der Beleg ausweist. Zweitens ausländische Belege: Deutsche, französische oder österreichische Mehrwertsteuer ist keine Schweizer Vorsteuer und darf in der Schweizer MWST-Abrechnung nicht abgezogen werden.
MWST auf Spesenbelegen automatisch erkennen und korrekt verbuchen mit der Spesen App → Spesenbelege erfassen, einreichen, prüfen und freigeben.
Mehr erfahren →03.Was auf dem Spesenbeleg stehen muss
Art. 26 MWSTG legt fest, welche Angaben eine Rechnung enthalten muss, damit der Empfänger die Vorsteuer abziehen darf. Fehlt eine Pflichtangabe, verweigert die ESTV den Abzug bei einer Kontrolle. Für Spesenbelege gilt zusätzlich: Die Ausgabe muss geschäftlich begründet sein und der Beleg muss dem Unternehmen zugeordnet werden können.
- MWST-Nummer des Leistungserbringers: UID mit Zusatz MWST, zum Beispiel CHE-123.456.789 MWST. Ohne diese Nummer ist kein Vorsteuerabzug möglich, auch nicht bei Kleinbeträgen.
- Name und Ort des Leistungserbringers: Firma und Ort, wie im UID-Register eingetragen.
- Datum der Leistung: Tag oder Zeitraum, an dem die Leistung erbracht wurde.
- Art, Gegenstand und Umfang der Leistung: Konkrete Bezeichnung, zum Beispiel 2 Übernachtungen oder Mittagessen 3 Personen. Ein blosser Kreditkartenbeleg mit Gesamtbetrag genügt nicht.
- Entgelt: Der Betrag in CHF; bei Fremdwährungen zusätzlich die Umrechnung.
- Steuersatz und Steuerbetrag: Angewendeter Satz pro Position und der daraus resultierende MWST-Betrag, oder der Hinweis inkl. 8.1 % MWST bei Kassenbelegen.
- Name und Ort des Empfängers: Bei Belegen über CHF 400 muss das Unternehmen als Empfänger aufgeführt sein, nicht die reisende Person.
Vereinfachung für Kleinbeträge (Art. 26 Abs. 3 MWSTG)
In der Praxis scheitert der Vorsteuerabzug meist an drei Dingen: Der Kreditkartenbeleg wird statt der eigentlichen Rechnung eingereicht, die Hotelrechnung lautet auf die Privatperson statt auf die Firma, oder der Thermopapierbeleg ist bis zur Revision verblasst. Ein Foto des Belegs direkt bei der Erfassung sichert die Lesbarkeit über die zehnjährige Aufbewahrungsfrist nach Art. 70 MWSTG.
04.Häufige Fehler
Fehler 1: Veraltete Sätze im Spesensystem
Wer in der Spesensoftware noch 7.7 % hinterlegt hat, berechnet seit 2024 zu wenig Vorsteuer und muss jede Position manuell korrigieren. Prüfen Sie die Stammdaten einmal pro Jahr und verwenden Sie den auf dem Beleg ausgewiesenen Satz.
Fehler 2: Hotelrechnung pauschal mit 8.1 % verbuchen
Die Übernachtung inklusive Frühstück unterliegt dem Sondersatz von 3.8 % – auch wenn das Frühstück separat berechnet wird. Minibar, Parkplatz und weitere Mahlzeiten unterliegen dem Normalsatz. Wird alles mit 8.1 % erfasst, ist die Vorsteuerdeklaration zu hoch. Verbuchen Sie jede Position mit ihrem Satz.
Fehler 3: Kreditkartenbeleg statt Rechnung einreichen
Der Kartenbeleg zeigt weder MWST-Nummer noch Steuersatz. Der Vorsteuerabzug entfällt vollständig. Mitarbeitende sollten immer die eigentliche Quittung oder Rechnung fotografieren.
Fehler 4: Ausländische MWST als Vorsteuer abziehen
Deutsche oder französische Mehrwertsteuer darf nicht in der Schweizer Abrechnung abgezogen werden. Bei einer Kontrolle droht eine Nachbelastung mit Verzugszins. Ausländische MWST ist über das Erstattungsverfahren des jeweiligen Landes zurückzufordern.
Fehler 5: Vorsteuer auf Pauschalen berechnen
Verpflegungspauschale, Kleinspesen und Kilometerpauschale enthalten keinen Beleg mit ausgewiesener MWST. Ein Vorsteuerabzug darauf ist unzulässig und wird bei Revisionen regelmässig aufgerechnet.
05.Häufige Fragen
Ändern sich die MWST-Sätze in der Schweiz 2026?
Nein. Die Sätze von 8.1 %, 2.6 % und 3.8 % gelten seit dem 1. Januar 2024 und bleiben 2026 unverändert. Eine weitere Anpassung ist nicht beschlossen.
Welcher MWST-Satz gilt für ein Geschäftsessen?
Im Restaurant konsumierte Speisen und Getränke unterliegen dem Normalsatz von 8.1 %. Nimmt die Person das Essen mit, gilt der reduzierte Satz von 2.6 %. Massgebend ist der auf dem Beleg ausgewiesene Satz.
Muss auf einem Kassenbon der MWST-Betrag separat stehen?
Bis CHF 400 genügt der Hinweis auf den enthaltenen Satz, zum Beispiel inkl. 8.1 % MWST, zusammen mit der MWST-Nummer des Ausstellers. Der Steuerbetrag lässt sich daraus berechnen.
Kann ich die MWST auf einer Hotelrechnung aus dem Ausland abziehen?
Nein. Nur Schweizer MWST ist als Vorsteuer abziehbar. Ausländische Mehrwertsteuer kann über das Erstattungsverfahren des jeweiligen Landes zurückgefordert werden, sofern das Unternehmen dort nicht ansässig ist.
Wie berechne ich die Vorsteuer aus einem Bruttobetrag?
Multiplizieren Sie den Bruttobetrag mit dem Satz und teilen Sie durch 1 plus Satz. Bei CHF 120.– und 8.1 % ergibt das 120 × 0.081 / 1.081 = CHF 8.99.