Übernachtungsspesen abrechnen: Hotelbeleg, Geschäftszweck und Fremdwährung

Leitfaden5 min LesezeitAktualisiert 20. April 2026

Übernachtungsspesen werden mit Originalhotelrechnung belegt – Geschäftszweck dokumentieren, Fremdwährung mit ESTV-Kurs umrechnen, innerhalb interner Frist einreichen. Wer diese vier Schritte sauber durchläuft, vermeidet Rückfragen der Buchhaltung und stellt sicher, dass die Erstattung mit dem nächsten Lohnlauf erfolgt. Fehlerhafte oder unvollständige Abrechnungen führen häufig zu Verzögerungen bei der Auszahlung oder werden vom Steueramt bei einer Revision beanstandet.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick
1.Arbeitgebende sind gemäss Art. 327a OR verpflichtet, notwendige Übernachtungskosten auf Geschäftsreisen vollständig zu erstatten.
2.Die Originalhotelrechnung mit Name, Datum, Betrag und Anzahl Nächte ist der zentrale Beleg für jede Übernachtungsspesenabrechnung.
3.Fremdwährungsbeträge werden mit dem ESTV-Monatsmittelkurs des Ausgabemonats in CHF umgerechnet.
4.Die Abrechnung muss innerhalb der im Spesenreglement definierten Frist eingereicht und vom Vorgesetzten genehmigt werden.

01.Übernachtungsspesen abrechnen: Schritt für Schritt

Die folgende Anleitung richtet sich an Arbeitnehmende, die Übernachtungskosten aus Geschäftsreisen korrekt abrechnen möchten. Halten Sie sich an die Reihenfolge, damit keine Angaben fehlen und die Genehmigung reibungslos verläuft.

Schritt 1: Hotelrechnung sichern und auf Vollständigkeit prüfen

Die Originalhotelrechnung ist der wichtigste Beleg für Übernachtungsspesen. Verlangen Sie beim Check-out immer eine detaillierte Rechnung – nicht bloss eine Buchungsbestätigung oder einen Kreditkartenbeleg. Bewahren Sie das Original auf oder fotografieren Sie es sofort in hoher Auflösung. Gemäss Art. 327a OR hat der Arbeitgeber alle notwendigen Auslagen zu ersetzen, sofern sie belegt sind.

  • Name des Gastes: Ihr vollständiger Name muss auf der Rechnung stehen, nicht der Name eines Kollegen oder der Firma allein.
  • Datum und Anzahl Nächte: Check-in- und Check-out-Datum sowie die Gesamtzahl der Übernachtungen müssen ersichtlich sein.
  • Betrag und Währung: Der Gesamtbetrag inklusive allfälliger Kurtaxen und Zuschläge muss klar ausgewiesen sein.
  • MWST-Angaben: Schweizer Hotels weisen 3.8 % MWST aus. Bei Auslandshotels gelten die lokalen Steuersätze; eine fremdsprachige Rechnung wird akzeptiert.
  • Frühstück separat: Ist das Frühstück im Zimmerpreis enthalten, sollte es auf der Rechnung separat ausgewiesen sein, da es als Verpflegung gilt.

Fehlt eine dieser Angaben, bitten Sie das Hotel um eine korrigierte Rechnung. Nachträgliche Korrekturen sind oft aufwendig und verzögern die Erstattung.

Wichtigste Punkte:
Immer die Originalrechnung verlangen – Buchungsbestätigungen oder Kreditkartenabrechnungen genügen nicht.
Name, Datum, Betrag, Anzahl Nächte und MWST müssen auf der Rechnung ersichtlich sein.
Fremdsprachige Rechnungen von Auslandshotels werden akzeptiert.

Schritt 2: Geschäftszweck der Übernachtung dokumentieren

Jede Übernachtungsspese muss geschäftlich begründet sein. Die Buchhaltung und das Steueramt prüfen, ob die Übernachtung notwendig war – etwa weil ein Geschäftstermin eine Abwesenheit von mehr als einem Tag erforderte oder die Rückreise am selben Tag unzumutbar gewesen wäre. Dokumentieren Sie den Grund direkt auf der Spesenabrechnung.

  • Geschäftstermin: Notieren Sie Art und Ort des Termins, z. B. Kundenbesprechung in München am 15. März 2026.
  • Mehrtägige Abwesenheit: Geben Sie an, warum die Reise eine Übernachtung erforderte, z. B. Konferenz vom 15. bis 17. März.
  • Unzumutbare Rückreise: Falls der Termin erst am späten Abend endete und keine zumutbare Rückreisemöglichkeit bestand, halten Sie dies fest.

Ohne nachvollziehbaren Geschäftszweck kann der Arbeitgeber die Erstattung verweigern. Bei einer Steuerrevision werden Übernachtungen ohne dokumentierten Anlass als private Auslagen qualifiziert und dem Lohnausweis zugerechnet.

Wichtigste Punkte:
Der Geschäftszweck muss auf der Spesenabrechnung vermerkt sein.
Art und Ort des Geschäftstermins sowie die Dauer der Abwesenheit angeben.
Fehlende Begründung kann zur Ablehnung der Erstattung oder steuerlichen Aufrechnung führen.

Schritt 3: Fremdwährung mit ESTV-Monatsmittelkurs umrechnen

Übernachtungen im Ausland werden in der Regel in Fremdwährung bezahlt. Für die Spesenabrechnung muss der Betrag in CHF umgerechnet werden. Massgebend ist der ESTV-Monatsmittelkurs des Monats, in dem die Ausgabe angefallen ist. Die ESTV publiziert diese Kurse monatlich auf ihrer Website.

PositionWert
HotelbetragEUR 180.00
AusgabemonatMärz 2026
ESTV-Monatsmittelkurs EUR/CHFz. B. 0.9450
Betrag in CHFCHF 170.10

Beispiel: Umrechnung einer Hotelrechnung in EUR

Dokumentieren Sie den verwendeten Kurs und die Quelle auf der Abrechnung. Verwenden Sie nicht den Kreditkartenkurs oder einen Tageskurs einer Geschäftsbank – die ESTV akzeptiert bei Revisionen ausschliesslich ihre eigenen Monatsmittelkurse. Bei Ländern ausserhalb des Euro-Raums gilt dasselbe Prinzip: ESTV-Kurs der jeweiligen Währung verwenden.

Wichtigste Punkte:
Immer den ESTV-Monatsmittelkurs des Ausgabemonats verwenden, nicht den Kreditkartenkurs.
Den verwendeten Kurs und die Quelle auf der Abrechnung dokumentieren.
Die ESTV publiziert die Kurse monatlich auf estv.admin.ch.

Schritt 4: Spesenabrechnung zusammenstellen und fristgerecht einreichen

Fassen Sie alle Angaben in der Spesenabrechnung zusammen: Hotelrechnung, Geschäftszweck, allfällige Fremdwährungsumrechnung und weitere Reisespesen derselben Reise. Reichen Sie die Abrechnung innerhalb der im Spesenreglement Ihres Arbeitgebers definierten Frist ein. Übliche Fristen liegen bei 30 Tagen nach Reiseende, manche Unternehmen verlangen eine monatliche Einreichung.

  • Vollständigkeit prüfen: Hotelrechnung, Geschäftszweck, Fremdwährungskurs und allfällige Zusatzbelege (Parkgebühren, Taxi) beifügen.
  • Frist einhalten: Prüfen Sie die interne Einreichungsfrist im Spesenreglement. Verspätete Abrechnungen können abgelehnt werden.
  • Genehmigung einholen: Die Abrechnung wird in der Regel vom direkten Vorgesetzten oder der Finanzabteilung freigegeben.
  • Auszahlung: Nach Genehmigung erfolgt die Erstattung üblicherweise mit dem nächsten Lohnlauf.

Bewahren Sie eine Kopie der eingereichten Abrechnung samt Belegen auf. Gemäss den steuerrechtlichen Aufbewahrungspflichten müssen Spesenbelege mindestens zehn Jahre archiviert werden.

Wichtigste Punkte:
Die Abrechnung innerhalb der im Spesenreglement definierten Frist einreichen.
Alle Belege und Angaben vollständig zusammenstellen, bevor die Abrechnung eingereicht wird.
Nach Genehmigung durch den Vorgesetzten erfolgt die Auszahlung mit dem nächsten Lohnlauf.
Spesenbelege müssen mindestens zehn Jahre aufbewahrt werden.
#AufgabeVerantwortlich
1Hotelrechnung sichern und auf Vollständigkeit prüfenArbeitnehmende
2Geschäftszweck der Übernachtung dokumentierenArbeitnehmende
3Fremdwährung mit ESTV-Monatsmittelkurs umrechnenArbeitnehmende
4Spesenabrechnung einreichen und genehmigen lassenArbeitnehmende / Vorgesetzte

Prozessübersicht

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02.Häufige Fehler

Fehler 1: Buchungsbestätigung statt Hotelrechnung eingereicht

Eine Buchungsbestätigung von Booking.com oder einer anderen Plattform ist kein gültiger Beleg. Sie enthält oft nicht alle erforderlichen Angaben wie MWST-Nummer und detaillierte Aufschlüsselung. Verlangen Sie beim Check-out immer die Originalrechnung des Hotels.

Fehler 2: Geschäftszweck nicht dokumentiert

Ohne Angabe des Geschäftszwecks kann die Buchhaltung die Übernachtung nicht als geschäftlich notwendig einstufen. Bei einer Steuerrevision wird die Ausgabe als Privataufwand qualifiziert und dem Lohnausweis zugerechnet. Notieren Sie Termin, Ort und Grund direkt auf der Abrechnung.

Fehler 3: Falscher Wechselkurs verwendet

Kreditkartenkurse oder Tageskurse von Banken weichen vom ESTV-Monatsmittelkurs ab und werden bei Revisionen nicht akzeptiert. Verwenden Sie ausschliesslich den offiziellen ESTV-Kurs des Ausgabemonats und dokumentieren Sie diesen auf der Abrechnung.

Fehler 4: Einreichungsfrist verpasst

Viele Spesenreglemente sehen eine Frist von 30 Tagen nach Reiseende vor. Wird diese Frist überschritten, kann der Arbeitgeber die Erstattung ablehnen. Reichen Sie Übernachtungsspesen zeitnah nach der Rückkehr ein.

Fehler 5: Frühstück nicht separat ausgewiesen

Ist das Frühstück im Zimmerpreis enthalten und nicht separat aufgeführt, kann es zu Doppelvergütungen kommen, wenn gleichzeitig eine Verpflegungspauschale beansprucht wird. Bitten Sie das Hotel, das Frühstück auf der Rechnung separat auszuweisen.

03.Häufige Fragen

Kann ich eine Airbnb-Übernachtung statt eines Hotels abrechnen?

Grundsätzlich ja, sofern das Spesenreglement Ihres Arbeitgebers alternative Unterkünfte zulässt. Sie benötigen eine ordentliche Rechnung mit Name, Datum, Betrag und Adresse der Unterkunft. Prüfen Sie vorab die internen Richtlinien, da manche Unternehmen nur Hotelübernachtungen akzeptieren.

Muss ich die Hotelrechnung im Original aufbewahren oder reicht ein Scan?

Viele Unternehmen akzeptieren heute digitale Kopien, sofern diese vollständig und lesbar sind. Entscheidend ist, was das interne Spesenreglement vorschreibt. Für die steuerrechtliche Aufbewahrungspflicht von zehn Jahren genügt ein revisionssicheres digitales Archiv.

Wo finde ich den ESTV-Monatsmittelkurs für die Fremdwährungsumrechnung?

Die ESTV publiziert die Monatsmittelkurse auf ihrer Website unter estv.admin.ch. Die Kurse werden jeweils nach Monatsende veröffentlicht. Verwenden Sie den Kurs des Monats, in dem die Übernachtung stattgefunden hat.

Werden Kurtaxen und Stadtsteuer als Übernachtungsspesen erstattet?

Ja, Kurtaxen und lokale Tourismusabgaben gelten als Teil der Übernachtungskosten und werden in der Regel vollständig erstattet. Sie sollten auf der Hotelrechnung separat ausgewiesen sein.

Darf ich die Minibar oder Zimmerservice auf der Spesenabrechnung einreichen?

Minibar-Konsum und Zimmerservice gelten als private Ausgaben und werden in der Regel nicht erstattet. Lassen Sie diese Positionen auf der Hotelrechnung separat ausweisen und rechnen Sie nur die Übernachtung und allfällige geschäftlich bedingte Verpflegung ab.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
1.Übernachtungsspesen sind gemäss Art. 327a OR vom Arbeitgeber zu erstatten, sofern sie geschäftlich notwendig und belegt sind.
2.Die Originalhotelrechnung muss Name, Datum, Betrag, Anzahl Nächte und MWST-Angaben enthalten.
3.Der Geschäftszweck – Termin, Ort und Grund der Übernachtung – ist auf der Spesenabrechnung zu dokumentieren.
4.Fremdwährungsbeträge werden mit dem ESTV-Monatsmittelkurs des Ausgabemonats in CHF umgerechnet.
5.Die Abrechnung ist innerhalb der im Spesenreglement definierten Frist einzureichen.
6.Nach Genehmigung durch den Vorgesetzten erfolgt die Auszahlung üblicherweise mit dem nächsten Lohnlauf.
7.Spesenbelege müssen gemäss steuerrechtlichen Vorgaben mindestens zehn Jahre aufbewahrt werden.
8.Buchungsbestätigungen von Online-Plattformen ersetzen keine Hotelrechnung.

04.Weiterführende Artikel