Frühstück in Übernachtungsspesen: MWST, Pauschale und Buchung
Ein im Hotel bezogenes Frühstück gehört mehrwertsteuerlich zur Beherbergung: Es unterliegt wie die Übernachtung dem Sondersatz von 3.8 %, auch wenn das Hotel es separat ausweist. Spesenrechtlich gilt nach dem SSK-Muster-Spesenreglement: Ist das Frühstück im Hotelpreis inbegriffen, wird es nicht zusätzlich vergütet; sonst sind CHF 15 vorgesehen. Eine Tagespauschale für Verpflegung, von der ein Frühstücksanteil abgezogen würde, gibt es nicht – die Pauschale nach Rz 52 der Wegleitung zum Lohnausweis gilt pro Hauptmahlzeit.
01.Frühstück in der Hotelrechnung
Für Beherbergungsleistungen gilt in der Schweiz der MWST-Sondersatz von 3.8 %. Er findet gemäss ESTV Anwendung auf das Gewähren von Unterkunft einschliesslich der allfälligen Abgabe eines Frühstücks – selbst wenn dieses separat in Rechnung gestellt wird. Ein Hotelfrühstück unterliegt somit nicht dem Normalsatz von 8.1 %.
MWST-Sätze auf der Hotelrechnung (Stand 2026)
Bei Angeboten wie «Übernachtung mit Frühstück» muss der Frühstücksanteil deshalb nicht zu einem anderen Steuersatz herausgelöst werden. Leistungen ausserhalb der Beherbergung, etwa Minibar oder Roomservice, sollten dagegen auf der Rechnung separat ausgewiesen sein, damit die Vorsteuer korrekt erfasst werden kann.
Praxisbeispiel (Annahme): Ein Hotel stellt CHF 180 für Übernachtung mit Frühstück in Rechnung, inklusive 3.8 % MWST. Die darin enthaltene Vorsteuer beträgt rund CHF 6.59 (CHF 180 × 3.8 / 103.8) – unabhängig davon, ob das Frühstück separat ausgewiesen ist.
02.Verhältnis zur Verpflegungspauschale
Eine steuerfreie Verpflegungspauschale von CHF 30 pro Tag gibt es nicht. Rz 52 der Wegleitung zum Lohnausweis nennt eine Pauschale von höchstens CHF 30 pro Hauptmahlzeit (Mittag- oder Abendessen) bzw. eine effektive Vergütung von in der Regel höchstens CHF 35; eine Hochrechnung auf die Arbeitstage ist nicht zulässig. Das Frühstück ist darin nicht enthalten – ein «Abzug von einem Drittel» hat deshalb keine Grundlage.
Frühstück nach SSK-Muster-Spesenreglement
Für Mittag- und Abendessen sieht das SSK-Muster entweder eine effektive Vergütung mit Richtwerten (Mittagessen CHF 35, Abendessen CHF 40) oder Pauschalen (Mittagessen CHF 30, Abendessen CHF 35) vor. Ein Abendessen wird bei auswärtiger Übernachtung oder Rückkehr nach 19.30 Uhr vergütet. Höhere oder andere Ansätze als nach Rz 52 setzen ein vom Sitzkanton genehmigtes Spesenreglement voraus.
Praxisbeispiel (Annahme): Eine Mitarbeiterin übernachtet auf einer Geschäftsreise zwei Nächte im Hotel, das Frühstück ist im Zimmerpreis inbegriffen. Sie isst an zwei Tagen auswärts zu Mittag und an zwei Abenden auswärts zu Abend. Nach Rz 52 kann der Arbeitgeber ohne Beleg 4 Hauptmahlzeiten × CHF 30 = CHF 120 vergüten; die Hotelrechnung wird effektiv gegen Beleg erstattet, das Frühstück nicht zusätzlich.
Übernachtungs- und Verpflegungsspesen sauber erfassen mit der Spesen App→ Spesenbelege erfassen, einreichen, prüfen und freigeben.
Mehr erfahren →03.Buchung in der Buchhaltung
Hotelrechnungen mit Frühstück können Sie auf getrennte Aufwandkonten buchen, wenn Sie die Verpflegungskosten separat auswerten möchten. Für die Vorsteuer ist die Trennung nicht nötig, weil Übernachtung und Frühstück dem Sondersatz von 3.8 % unterliegen. Der Schweizer Kontenrahmen KMU erlaubt zum Beispiel folgende Zuordnung.
Kontierung einer Hotelrechnung mit Frühstück (KMU-Kontenrahmen)
Die Vorsteuer wird auf dem Sammelkonto 1170 erfasst. Der Vorsteuerabzug setzt eine MWST-konforme Rechnung voraus. Weist das Hotel Leistungen ausserhalb der Beherbergung, etwa Minibar oder Roomservice, zum Normalsatz aus, erfassen Sie diese separat mit 8.1 %.
Buchungsbeispiel (Annahme): Hotelrechnung CHF 180 inkl. 3.8 % MWST, davon Frühstück CHF 22. Nettobeträge: Übernachtung CHF 152.22, Frühstück CHF 21.19; Vorsteuer total CHF 6.59. Die Buchung lautet: Soll 6260 CHF 152.22 / Soll 6650 CHF 21.19 / Soll 1170 CHF 6.59 / Haben 1020 (Bank) CHF 180.00. Bei Zahlung per Kreditkarte wird statt Konto 1020 das Konto 1040 (Kreditkartenkonto) verwendet.
- Rechnungsanforderung: Fordern Sie beim Hotel eine MWST-konforme Rechnung an, auf der Leistungen ausserhalb der Beherbergung separat ausgewiesen sind.
- Automatisierung: Richten Sie Buchungsvorlagen ein, die Übernachtung und Frühstück mit dem Sondersatz von 3.8 % erfassen.
- Periodenabgrenzung: Bei Hotelaufenthalten über den Jahreswechsel ist darauf zu achten, dass die Aufwände periodengerecht abgegrenzt werden.
04.Häufige Fehler
Fehler 1: Hotelfrühstück zum Normalsatz von 8.1 % verbucht
Ein im Rahmen der Beherbergung abgegebenes Frühstück unterliegt dem Sondersatz von 3.8 %, auch wenn es separat berechnet wird. Wer darauf 8.1 % Vorsteuer verbucht, macht zu viel Vorsteuer geltend und riskiert bei einer MWST-Kontrolle eine Korrektur. Massgebend ist der Steuersatz auf der MWST-konformen Rechnung.
Fehler 2: Inbegriffenes Frühstück zusätzlich vergütet
Ist das Frühstück im Hotelpreis inbegriffen und erhält der Mitarbeitende zusätzlich eine Frühstücksvergütung, liegt eine Doppelvergütung vor. Diese entspricht nicht mehr den effektiven Auslagen und kann als Lohn aufgerechnet werden. Das SSK-Muster vergütet das Frühstück nur, wenn es nicht im Hotelpreis inbegriffen ist.
Fehler 3: Mit einer Tagespauschale statt pro Mahlzeit gerechnet
Eine Tagespauschale von CHF 30, von der ein Frühstücksanteil abgezogen wird, hat keine Grundlage. Rz 52 der Wegleitung nennt höchstens CHF 30 pro Hauptmahlzeit (Mittag- oder Abendessen) und lässt keine Hochrechnung auf Arbeitstage zu. Rechnen Sie pro tatsächlich auswärts eingenommener Hauptmahlzeit ab.
Fehler 4: Inbegriffenes Frühstück nicht kenntlich gemacht
Werden Übernachtung und Frühstück ohne Vermerk gemeinsam auf Konto 6260 gebucht, ist das steuerlich nicht falsch, weil beide dem Sondersatz von 3.8 % unterliegen. Für die Spesenkontrolle sollte aber ersichtlich sein, ob das Frühstück inbegriffen war. Ein Vermerk im Buchungstext oder eine separate Erfassung auf 6650 schafft Transparenz.
Fehler 5: Fehlende Belege bei der Frühstücksvergütung
Ob ein Frühstück zusätzlich vergütet werden darf, hängt davon ab, ob es im Hotelpreis inbegriffen war. Fehlt die Hotelrechnung, lässt sich das bei einer internen oder externen Prüfung nicht nachweisen. Hotelrechnungen sollten deshalb immer vollständig archiviert werden.
05.Häufige Fragen
Was tun, wenn Frühstück und Übernachtung auf einer Rechnung stehen?
Für die MWST ist das unproblematisch: Unterkunft einschliesslich Frühstück unterliegt dem Sondersatz von 3.8 %, auch wenn das Frühstück separat berechnet wird. Eine rechnerische Aufteilung nach Steuersätzen ist deshalb nicht nötig. Für die Spesenabrechnung genügt der Hinweis, dass das Frühstück im Hotelpreis inbegriffen ist – dann wird es nicht zusätzlich vergütet.
Muss das Frühstück im Lohnausweis deklariert werden?
Nicht separat. Wird die Hotelrechnung samt Frühstück gegen Beleg vergütet, gehört sie zu den effektiven Übernachtungsspesen in Ziffer 13.1.1; sind alle Vorgaben von Rz 52 der Wegleitung eingehalten, genügt dort ein Kreuz. Wird das Frühstück zusätzlich zum Hotelpreis nochmals vergütet, liegt eine Doppelvergütung vor, die nicht mehr den effektiven Auslagen entspricht.
Wie wird das Frühstück bei der Verpflegungspauschale berücksichtigt?
Es gibt keine Tagespauschale für Verpflegung, von der ein Frühstücksanteil abgezogen würde. Nach Rz 52 der Wegleitung bezieht sich die Pauschale von höchstens CHF 30 auf eine Hauptmahlzeit, also ein Mittag- oder Abendessen. Das SSK-Muster-Spesenreglement sieht für das Frühstück CHF 15 vor – aber nur, wenn es nicht im Hotelpreis inbegriffen ist.
Gilt das auch bei Auslandsreisen?
Ja. Die Werte von Rz 52 gelten für In- und Auslandsreisen gleich, und es gibt keine ESTV-Länderansätze. Ist das Frühstück im ausländischen Hotelpreis inbegriffen, wird es ebenfalls nicht zusätzlich vergütet. Ausländische MWST ist in der Schweizer MWST-Abrechnung nicht als Vorsteuer abziehbar; eine Rückerstattung ist nur im jeweiligen Land nach dessen Verfahren möglich.
Kann ich auf das Hotelfrühstück Vorsteuer abziehen?
Ja, sofern das Unternehmen MWST-pflichtig ist und eine MWST-konforme Rechnung eines Schweizer Hotels vorliegt. Für Unterkunft einschliesslich Frühstück gilt der Sondersatz von 3.8 %, auch wenn das Frühstück separat berechnet wird. Die Vorsteuer auf dem Frühstück beträgt somit ebenfalls 3.8 %, nicht 8.1 %.