Frühstück in Übernachtungsspesen: MWST, Pauschale und Buchung

Definition7 min LesezeitAktualisiert 29. Oktober 2026

Ein im Hotel bezogenes Frühstück gehört mehrwertsteuerlich zur Beherbergung: Es unterliegt wie die Übernachtung dem Sondersatz von 3.8 %, auch wenn das Hotel es separat ausweist. Spesenrechtlich gilt nach dem SSK-Muster-Spesenreglement: Ist das Frühstück im Hotelpreis inbegriffen, wird es nicht zusätzlich vergütet; sonst sind CHF 15 vorgesehen. Eine Tagespauschale für Verpflegung, von der ein Frühstücksanteil abgezogen würde, gibt es nicht – die Pauschale nach Rz 52 der Wegleitung zum Lohnausweis gilt pro Hauptmahlzeit.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick
1.Hotelfrühstück unterliegt wie die Übernachtung dem MWST-Sondersatz von 3.8 %, auch wenn es separat ausgewiesen wird.
2.Ist das Frühstück im Hotelpreis inbegriffen, wird es nicht zusätzlich vergütet; sonst sieht das SSK-Muster-Spesenreglement CHF 15 vor.
3.Eine Verpflegungspauschale pro Tag gibt es nicht: Nach Rz 52 gilt höchstens CHF 30 pro Hauptmahlzeit (Mittag- oder Abendessen).
4.In der Buchhaltung können Übernachtung (6260) und Frühstück (6650) getrennt erfasst werden; die Vorsteuer beträgt für beide 3.8 %.

01.Frühstück in der Hotelrechnung

Für Beherbergungsleistungen gilt in der Schweiz der MWST-Sondersatz von 3.8 %. Er findet gemäss ESTV Anwendung auf das Gewähren von Unterkunft einschliesslich der allfälligen Abgabe eines Frühstücks – selbst wenn dieses separat in Rechnung gestellt wird. Ein Hotelfrühstück unterliegt somit nicht dem Normalsatz von 8.1 %.

LeistungMWST-SatzRechtsgrundlage
Übernachtung (Beherbergung)3.8 %Art. 25 Abs. 4 MWSTG
Frühstück im Rahmen der Beherbergung3.8 %Art. 25 Abs. 4 MWSTG
Minibar, Roomservice8.1 %Art. 25 Abs. 1 MWSTG
Wellness, Parkplatz8.1 %Art. 25 Abs. 1 MWSTG

MWST-Sätze auf der Hotelrechnung (Stand 2026)

Bei Angeboten wie «Übernachtung mit Frühstück» muss der Frühstücksanteil deshalb nicht zu einem anderen Steuersatz herausgelöst werden. Leistungen ausserhalb der Beherbergung, etwa Minibar oder Roomservice, sollten dagegen auf der Rechnung separat ausgewiesen sein, damit die Vorsteuer korrekt erfasst werden kann.

Praxisbeispiel (Annahme): Ein Hotel stellt CHF 180 für Übernachtung mit Frühstück in Rechnung, inklusive 3.8 % MWST. Die darin enthaltene Vorsteuer beträgt rund CHF 6.59 (CHF 180 × 3.8 / 103.8) – unabhängig davon, ob das Frühstück separat ausgewiesen ist.

Wichtigste Punkte:
Übernachtung und Hotelfrühstück unterliegen beide dem MWST-Sondersatz von 3.8 %, auch wenn das Frühstück separat berechnet wird.
Bei «Übernachtung mit Frühstück» ist keine Aufteilung nach Steuersätzen nötig.
Leistungen ausserhalb der Beherbergung, etwa Minibar oder Roomservice, unterliegen dem Normalsatz von 8.1 % und sollten separat ausgewiesen sein.

02.Verhältnis zur Verpflegungspauschale

Eine steuerfreie Verpflegungspauschale von CHF 30 pro Tag gibt es nicht. Rz 52 der Wegleitung zum Lohnausweis nennt eine Pauschale von höchstens CHF 30 pro Hauptmahlzeit (Mittag- oder Abendessen) bzw. eine effektive Vergütung von in der Regel höchstens CHF 35; eine Hochrechnung auf die Arbeitstage ist nicht zulässig. Das Frühstück ist darin nicht enthalten – ein «Abzug von einem Drittel» hat deshalb keine Grundlage.

SituationVergütung Frühstück
Frühstück im Hotelpreis inbegriffenKeine zusätzliche Vergütung (Teil der Hotelrechnung)
Auswärtige Übernachtung ohne Frühstück im HotelpreisCHF 15 (pauschal oder als Richtwert effektiv)
Abreise vor 07.30 Uhr ohne vorangehende ÜbernachtungCHF 15 (pauschal oder als Richtwert effektiv)
Abreise nach 07.30 Uhr, keine auswärtige ÜbernachtungKeine Frühstücksvergütung vorgesehen

Frühstück nach SSK-Muster-Spesenreglement

Für Mittag- und Abendessen sieht das SSK-Muster entweder eine effektive Vergütung mit Richtwerten (Mittagessen CHF 35, Abendessen CHF 40) oder Pauschalen (Mittagessen CHF 30, Abendessen CHF 35) vor. Ein Abendessen wird bei auswärtiger Übernachtung oder Rückkehr nach 19.30 Uhr vergütet. Höhere oder andere Ansätze als nach Rz 52 setzen ein vom Sitzkanton genehmigtes Spesenreglement voraus.

Praxisbeispiel (Annahme): Eine Mitarbeiterin übernachtet auf einer Geschäftsreise zwei Nächte im Hotel, das Frühstück ist im Zimmerpreis inbegriffen. Sie isst an zwei Tagen auswärts zu Mittag und an zwei Abenden auswärts zu Abend. Nach Rz 52 kann der Arbeitgeber ohne Beleg 4 Hauptmahlzeiten × CHF 30 = CHF 120 vergüten; die Hotelrechnung wird effektiv gegen Beleg erstattet, das Frühstück nicht zusätzlich.

Wichtigste Punkte:
Pauschalen gelten pro Hauptmahlzeit (bis CHF 30 nach Rz 52), nicht pro Tag – einen Frühstücksabzug von einer Tagespauschale gibt es nicht.
Ist das Frühstück im Hotelpreis inbegriffen, wird es nicht zusätzlich vergütet; sonst sieht das SSK-Muster CHF 15 vor.
Das SSK-Muster vergütet das Frühstück bei Abreise vor 07.30 Uhr oder nach auswärtiger Übernachtung.
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03.Buchung in der Buchhaltung

Hotelrechnungen mit Frühstück können Sie auf getrennte Aufwandkonten buchen, wenn Sie die Verpflegungskosten separat auswerten möchten. Für die Vorsteuer ist die Trennung nicht nötig, weil Übernachtung und Frühstück dem Sondersatz von 3.8 % unterliegen. Der Schweizer Kontenrahmen KMU erlaubt zum Beispiel folgende Zuordnung.

PositionKontoBezeichnungMWST-Satz
Übernachtung (netto)6260Reise- und Repräsentationsaufwand / Unterkunft3.8 %
Frühstück (netto, optional separat)6650Verpflegungsaufwand / Personalspesen3.8 %
Vorsteuer Beherbergung inkl. Frühstück1170Vorsteuer auf Aufwand3.8 %

Kontierung einer Hotelrechnung mit Frühstück (KMU-Kontenrahmen)

Die Vorsteuer wird auf dem Sammelkonto 1170 erfasst. Der Vorsteuerabzug setzt eine MWST-konforme Rechnung voraus. Weist das Hotel Leistungen ausserhalb der Beherbergung, etwa Minibar oder Roomservice, zum Normalsatz aus, erfassen Sie diese separat mit 8.1 %.

Buchungsbeispiel (Annahme): Hotelrechnung CHF 180 inkl. 3.8 % MWST, davon Frühstück CHF 22. Nettobeträge: Übernachtung CHF 152.22, Frühstück CHF 21.19; Vorsteuer total CHF 6.59. Die Buchung lautet: Soll 6260 CHF 152.22 / Soll 6650 CHF 21.19 / Soll 1170 CHF 6.59 / Haben 1020 (Bank) CHF 180.00. Bei Zahlung per Kreditkarte wird statt Konto 1020 das Konto 1040 (Kreditkartenkonto) verwendet.

  • Rechnungsanforderung: Fordern Sie beim Hotel eine MWST-konforme Rechnung an, auf der Leistungen ausserhalb der Beherbergung separat ausgewiesen sind.
  • Automatisierung: Richten Sie Buchungsvorlagen ein, die Übernachtung und Frühstück mit dem Sondersatz von 3.8 % erfassen.
  • Periodenabgrenzung: Bei Hotelaufenthalten über den Jahreswechsel ist darauf zu achten, dass die Aufwände periodengerecht abgegrenzt werden.
Wichtigste Punkte:
Übernachtung kann auf Konto 6260, Frühstück auf Konto 6650 verbucht werden – die Trennung dient der Kostenauswertung, nicht dem Steuersatz.
Die Vorsteuer auf Übernachtung und Frühstück wird zum Sondersatz von 3.8 % auf Konto 1170 erfasst.
Ohne MWST-konforme Rechnung ist kein Vorsteuerabzug möglich.

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04.Häufige Fehler

Fehler 1: Hotelfrühstück zum Normalsatz von 8.1 % verbucht

Ein im Rahmen der Beherbergung abgegebenes Frühstück unterliegt dem Sondersatz von 3.8 %, auch wenn es separat berechnet wird. Wer darauf 8.1 % Vorsteuer verbucht, macht zu viel Vorsteuer geltend und riskiert bei einer MWST-Kontrolle eine Korrektur. Massgebend ist der Steuersatz auf der MWST-konformen Rechnung.

Fehler 2: Inbegriffenes Frühstück zusätzlich vergütet

Ist das Frühstück im Hotelpreis inbegriffen und erhält der Mitarbeitende zusätzlich eine Frühstücksvergütung, liegt eine Doppelvergütung vor. Diese entspricht nicht mehr den effektiven Auslagen und kann als Lohn aufgerechnet werden. Das SSK-Muster vergütet das Frühstück nur, wenn es nicht im Hotelpreis inbegriffen ist.

Fehler 3: Mit einer Tagespauschale statt pro Mahlzeit gerechnet

Eine Tagespauschale von CHF 30, von der ein Frühstücksanteil abgezogen wird, hat keine Grundlage. Rz 52 der Wegleitung nennt höchstens CHF 30 pro Hauptmahlzeit (Mittag- oder Abendessen) und lässt keine Hochrechnung auf Arbeitstage zu. Rechnen Sie pro tatsächlich auswärts eingenommener Hauptmahlzeit ab.

Fehler 4: Inbegriffenes Frühstück nicht kenntlich gemacht

Werden Übernachtung und Frühstück ohne Vermerk gemeinsam auf Konto 6260 gebucht, ist das steuerlich nicht falsch, weil beide dem Sondersatz von 3.8 % unterliegen. Für die Spesenkontrolle sollte aber ersichtlich sein, ob das Frühstück inbegriffen war. Ein Vermerk im Buchungstext oder eine separate Erfassung auf 6650 schafft Transparenz.

Fehler 5: Fehlende Belege bei der Frühstücksvergütung

Ob ein Frühstück zusätzlich vergütet werden darf, hängt davon ab, ob es im Hotelpreis inbegriffen war. Fehlt die Hotelrechnung, lässt sich das bei einer internen oder externen Prüfung nicht nachweisen. Hotelrechnungen sollten deshalb immer vollständig archiviert werden.

05.Häufige Fragen

Was tun, wenn Frühstück und Übernachtung auf einer Rechnung stehen?

Für die MWST ist das unproblematisch: Unterkunft einschliesslich Frühstück unterliegt dem Sondersatz von 3.8 %, auch wenn das Frühstück separat berechnet wird. Eine rechnerische Aufteilung nach Steuersätzen ist deshalb nicht nötig. Für die Spesenabrechnung genügt der Hinweis, dass das Frühstück im Hotelpreis inbegriffen ist – dann wird es nicht zusätzlich vergütet.

Muss das Frühstück im Lohnausweis deklariert werden?

Nicht separat. Wird die Hotelrechnung samt Frühstück gegen Beleg vergütet, gehört sie zu den effektiven Übernachtungsspesen in Ziffer 13.1.1; sind alle Vorgaben von Rz 52 der Wegleitung eingehalten, genügt dort ein Kreuz. Wird das Frühstück zusätzlich zum Hotelpreis nochmals vergütet, liegt eine Doppelvergütung vor, die nicht mehr den effektiven Auslagen entspricht.

Wie wird das Frühstück bei der Verpflegungspauschale berücksichtigt?

Es gibt keine Tagespauschale für Verpflegung, von der ein Frühstücksanteil abgezogen würde. Nach Rz 52 der Wegleitung bezieht sich die Pauschale von höchstens CHF 30 auf eine Hauptmahlzeit, also ein Mittag- oder Abendessen. Das SSK-Muster-Spesenreglement sieht für das Frühstück CHF 15 vor – aber nur, wenn es nicht im Hotelpreis inbegriffen ist.

Gilt das auch bei Auslandsreisen?

Ja. Die Werte von Rz 52 gelten für In- und Auslandsreisen gleich, und es gibt keine ESTV-Länderansätze. Ist das Frühstück im ausländischen Hotelpreis inbegriffen, wird es ebenfalls nicht zusätzlich vergütet. Ausländische MWST ist in der Schweizer MWST-Abrechnung nicht als Vorsteuer abziehbar; eine Rückerstattung ist nur im jeweiligen Land nach dessen Verfahren möglich.

Kann ich auf das Hotelfrühstück Vorsteuer abziehen?

Ja, sofern das Unternehmen MWST-pflichtig ist und eine MWST-konforme Rechnung eines Schweizer Hotels vorliegt. Für Unterkunft einschliesslich Frühstück gilt der Sondersatz von 3.8 %, auch wenn das Frühstück separat berechnet wird. Die Vorsteuer auf dem Frühstück beträgt somit ebenfalls 3.8 %, nicht 8.1 %.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
1.Hotelfrühstück unterliegt wie die Übernachtung dem MWST-Sondersatz von 3.8 %, auch wenn es separat in Rechnung gestellt wird.
2.Bei «Übernachtung mit Frühstück» ist keine Aufteilung nach Steuersätzen nötig; Leistungen ausserhalb der Beherbergung (z. B. Minibar) unterliegen 8.1 %.
3.Eine Verpflegungspauschale von CHF 30 pro Tag gibt es nicht: Rz 52 nennt höchstens CHF 30 pro Hauptmahlzeit (Mittag- oder Abendessen).
4.Ist das Frühstück im Hotelpreis inbegriffen, wird es nicht zusätzlich vergütet; eine nochmalige Vergütung wäre eine Doppelvergütung.
5.Ist es nicht inbegriffen, sieht das SSK-Muster-Spesenreglement CHF 15 vor – bei Abreise vor 07.30 Uhr oder nach auswärtiger Übernachtung.
6.In der Buchhaltung können Übernachtung (6260) und Frühstück (6650) getrennt erfasst werden; die Vorsteuer beträgt für beide 3.8 %.
7.Das Spesenreglement sollte festhalten, dass ein im Hotelpreis inbegriffenes Frühstück nicht zusätzlich vergütet wird.

06.Weiterführende Artikel