Spesen im Lohnausweis beim Jahresabschluss: Deklaration, Fristen und Korrekturen

Leitfaden10 min LesezeitAktualisiert 29. Oktober 2026

Beim Jahresabschluss müssen alle Spesenerstattungen des Jahres im Lohnausweis vollständig deklariert sein – Korrekturen sind bis Ende Februar des Folgejahres möglich. Für HR-Abteilungen und Lohnbuchhaltungen ist der Dezember daher ein kritischer Monat: Fehlende oder falsch deklarierte Spesen führen zu Nachfragen der Steuerbehörden und können Aufrechnungen bei Mitarbeitenden auslösen. Die ESTV-Wegleitung zum Ausfüllen des Lohnausweises definiert verbindlich, welche Spesenarten in welchen Ziffern zu erfassen sind.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick
1.Alle Spesenerstattungen eines Kalenderjahres müssen bis zum Jahresabschluss im Dezember vollständig im Lohnausweis erfasst sein.
2.Effektivspesen werden in Ziffer 13.1 deklariert (Kreuz bei Einhaltung von Rz 52), Pauschalen für Zeitabschnitte immer als Betrag in Ziffer 13.2.
3.Korrekturen am Lohnausweis sind bis Ende Februar des Folgejahres ohne weiteres möglich – danach ist die kantonale Steuerverwaltung zu kontaktieren.
4.Spät eingereichte Spesen und vergessene Rückstellungen gehören zu den häufigsten Fehlerquellen beim Jahresabschluss.

01.Spesen beim Jahresabschluss im Lohnausweis

Der Lohnausweis bildet sämtliche Lohnbestandteile und Nebenleistungen eines Kalenderjahres ab. Spesenerstattungen gehören dazu, unabhängig davon, ob sie effektiv oder pauschal vergütet wurden. Massgebend ist das Kalenderjahr: Alle Spesen, die im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember ausbezahlt oder gutgeschrieben wurden, müssen im Lohnausweis des betreffenden Jahres erscheinen.

Der Stichtag für den Jahresabschluss ist der 31. Dezember. Arbeitgeber sind gemäss Art. 127 Abs. 1 lit. a DBG verpflichtet, den Lohnausweis bis Ende Januar des Folgejahres an die Mitarbeitenden auszuhändigen. Korrekturen am bereits versandten Lohnausweis sind bis Ende Februar des Folgejahres möglich, indem ein korrigierter Lohnausweis erstellt und sowohl dem Mitarbeitenden als auch der Steuerverwaltung zugestellt wird.

Für die korrekte Deklaration ist entscheidend, wie die Spesen vergütet werden. Effektive Spesen und Einzelfallpauschalen, die alle Vorgaben von Rz 52 einhalten, werden mit einem Kreuz in Ziffer 13.1.1 deklariert; sonst sind sie betragsmässig anzugeben. Pauschalen für Zeitabschnitte stehen immer als Betrag in Ziffer 13.2. Mit einem genehmigten Spesenreglement entfällt die Angabe der effektiven Spesen, und in Ziffer 15 wird der Genehmigungsvermerk angebracht.

Wichtigste Punkte:
Stichtag für die Spesendeklaration ist der 31. Dezember des Kalenderjahres.
Der Lohnausweis muss bis Ende Januar an die Mitarbeitenden ausgehändigt werden.
Ein genehmigtes Spesenreglement vereinfacht die Deklaration erheblich.

02.Was deklariert werden muss

Die ESTV-Wegleitung zum Ausfüllen des Lohnausweises (Stand 2026) unterscheidet drei Kategorien von Spesen, die jeweils in unterschiedlichen Ziffern des Lohnausweises erscheinen. Die korrekte Zuordnung ist zwingend, da die Steuerbehörden die Angaben maschinell prüfen.

SpesenartZiffer im LohnausweisWas einzutragen ist
Effektive Reise-, Verpflegungs- und ÜbernachtungsspesenZiffer 13.1.1Kreuz bei Einhaltung von Rz 52, sonst Jahresbetrag in CHF
Übrige effektive SpesenZiffer 13.1.2Art und Jahresbetrag in CHF
Pauschalspesen für Zeitabschnitte (mit oder ohne Reglement)Ziffer 13.2Jahresbetrag der Pauschalen in CHF
Genehmigtes SpesenreglementZiffer 15Vermerk «Spesenreglement durch Kanton XY am ... genehmigt»
Naturalleistungen (z.B. Geschäftswagen privat)Ziffer 2.2Jahreswert der Naturalleistung in CHF
Pauschale RepräsentationsspesenZiffer 13.2.1Jahresbetrag; über CHF 6'000/Jahr max. 5 % des Bruttolohns, Maximalansatz CHF 24'000/Jahr (SSK)

Spesenarten und ihre Deklaration im Lohnausweis

Für Einzelfallpauschalen gelten die Vorgaben von Rz 52 der Wegleitung: bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit (Mittag- oder Abendessen) und Kleinspesen bis CHF 20 pro Tag; eine Hochrechnung auf die Arbeitstage ist nicht zulässig. Das SSK-Muster-Spesenreglement sieht pauschal CHF 15 für das Frühstück, CHF 30 für das Mittagessen und CHF 35 für das Abendessen vor. Die Kilometerentschädigung für Privatfahrzeuge beträgt höchstens CHF 0.75 pro Kilometer. Übliche Naturalgeschenke bis CHF 600 pro Kalenderjahr müssen nicht deklariert werden.

Wichtigste Punkte:
Effektivspesen erscheinen in Ziffer 13.1 – mit Kreuz bei Einhaltung von Rz 52, sonst als Jahresbetrag.
Pauschalen für Zeitabschnitte stehen immer als Betrag in Ziffer 13.2; ein genehmigtes Reglement wird in Ziffer 15 vermerkt.
Naturalleistungen wie die private Nutzung eines Geschäftswagens gehören in Ziffer 2.2.
Spesen App

Spesendaten für den Lohnausweis automatisch aufbereiten mit der Spesen App→ Spesenbelege erfassen, einreichen, prüfen und freigeben.

Mehr erfahren →

03.Häufige Jahresabschluss-Fehler

In der Praxis treten beim Jahresabschluss regelmässig dieselben Fehler auf. Die meisten lassen sich durch klare interne Fristen und eine systematische Prüfung vor dem Versand des Lohnausweises vermeiden.

  • Spät eingereichte Spesen nicht berücksichtigt: Mitarbeitende reichen Belege aus November oder Dezember erst im Januar ein. Diese Spesen gehören ins alte Kalenderjahr, werden aber häufig übersehen, weil der Lohnausweis bereits erstellt wurde.
  • Nachtragslieferungen nach Lohnausweis-Versand: Kreditkartenabrechnungen oder Hotelrechnungen treffen nach dem Versand des Lohnausweises ein. Ohne Korrektur fehlen diese Beträge in der Deklaration.
  • Rückstellungen vergessen: Für bekannte, aber noch nicht abgerechnete Spesen (z.B. Dezember-Reisen) müssen Rückstellungen gebildet werden. Fehlen diese, stimmt der Lohnausweis nicht mit der Buchhaltung überein.
  • Falsche Zuordnung der Ziffern: Pauschalen für Zeitabschnitte werden mit einem Kreuz in Ziffer 13.1.1 statt als Betrag in Ziffer 13.2 deklariert, oder das Kreuz wird trotz genehmigtem Reglement gesetzt. Dies führt zu Rückfragen der Steuerverwaltung und kann Aufrechnungen auslösen.
Wichtigste Punkte:
Interne Einreichungsfristen für Spesen sollten spätestens Mitte Dezember enden.
Für bekannte, aber noch nicht abgerechnete Spesen sind Rückstellungen zu bilden.
Falsche Ziffernzuordnung ist einer der häufigsten Gründe für Rückfragen der Steuerverwaltung.

04.Korrekturmöglichkeiten

Fehler im Lohnausweis lassen sich korrigieren – der Zeitpunkt bestimmt das Vorgehen. Die ESTV unterscheidet zwischen Korrekturen vor und nach der Einreichungsfrist.

ZeitraumVorgehenEmpfänger
Bis Ende Februar des FolgejahresKorrigierten Lohnausweis erstellen und versendenMitarbeitende und kantonale Steuerverwaltung
Nach Ende FebruarSchriftlich die zuständige ESTV-Stelle kontaktierenESTV bzw. kantonale Steuerverwaltung
Nach rechtskräftiger VeranlagungRevisionsgesuch bei der Steuerverwaltung einreichenKantonale Steuerverwaltung

Korrekturfristen und Vorgehen

Bei einer Korrektur ist im neuen Lohnausweis in Ziffer 15 der Vermerk «Dieser Lohnausweis ersetzt den Lohnausweis vom XX.XX.XXXX» anzubringen (Rz 65 der Wegleitung). Stellen Sie den korrigierten Lohnausweis dem Mitarbeitenden und der Steuerverwaltung zu.

Wichtigste Punkte:
Bis Ende Februar des Folgejahres kann ein korrigierter Lohnausweis ohne weiteres erstellt werden.
Nach Ende Februar ist eine Korrektur nur über die ESTV bzw. kantonale Steuerverwaltung möglich.
Der korrigierte Lohnausweis trägt in Ziffer 15 den Vermerk «Dieser Lohnausweis ersetzt den Lohnausweis vom ...».

05.Spesen im Lohnausweis korrekt abschliessen: Schritt für Schritt

Der folgende Ablauf richtet sich an HR-Verantwortliche und Lohnbuchhaltungen, die den Jahresabschluss der Spesen im Lohnausweis systematisch und fehlerfrei durchführen möchten. Beginnen Sie spätestens Anfang Dezember mit der Vorbereitung.

Schritt 1: Interne Einreichungsfrist für Spesen kommunizieren

Informieren Sie alle Mitarbeitenden spätestens Anfang Dezember über die interne Einreichungsfrist für Spesenabrechnungen. Eine bewährte Frist ist der 15. Dezember. So bleibt genügend Zeit, um alle Belege zu prüfen und die Beträge in die Lohnbuchhaltung zu übernehmen.

  • Rundmail an alle Mitarbeitenden mit Hinweis auf die Einreichungsfrist versenden.
  • Vorgesetzte bitten, ihre Teams an ausstehende Spesenabrechnungen zu erinnern.
  • Auf offene Kreditkartenabrechnungen und Reisekostenabrechnungen hinweisen.
Wichtigste Punkte:
Eine interne Einreichungsfrist bis Mitte Dezember gibt der Lohnbuchhaltung genügend Vorlauf.
Vorgesetzte sollten aktiv an ausstehende Spesenabrechnungen erinnern.

Schritt 2: Offene Spesenabrechnungen prüfen und nachfordern

Nach Ablauf der internen Frist prüfen Sie, welche Mitarbeitenden noch offene Spesenabrechnungen haben. Gleichen Sie die eingereichten Abrechnungen mit den bekannten Geschäftsreisen und Projekten ab. Fehlende Abrechnungen sind aktiv nachzufordern.

Für Spesen, die bekannt, aber noch nicht abgerechnet sind (z.B. eine Dezember-Reise, deren Hotelrechnung noch aussteht), bilden Sie eine Rückstellung in der Buchhaltung. Diese Rückstellung stellt sicher, dass der Lohnausweis den tatsächlichen Jahresbetrag widerspiegelt.

Wichtigste Punkte:
Offene Spesenabrechnungen sind aktiv nachzufordern, nicht abzuwarten.
Für bekannte, aber noch nicht abgerechnete Spesen sind Rückstellungen zu bilden.

Schritt 3: Spesenarten identifizieren und Jahresbeträge zusammenstellen

Stellen Sie pro Mitarbeitenden eine Übersicht aller Spesenerstattungen des Kalenderjahres zusammen. Unterscheiden Sie dabei klar zwischen Effektivspesen, Pauschalspesen und Naturalleistungen, da diese in unterschiedlichen Ziffern des Lohnausweises erscheinen.

SpesenartZifferBeispiel
Effektive Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungsspesen13.1.1 (Kreuz bei Einhaltung von Rz 52, sonst Betrag)Flugtickets, Hotelrechnungen, Taxiquittungen
Einzelfallpauschalen nach Rz 5213.1.1 (Kreuz)Bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit, Kleinspesen bis CHF 20 pro Tag
Übrige effektive Spesen13.1.2 (Betrag)Spesen für externen Arbeitsplatz
Pauschalspesen für Zeitabschnitte (mit oder ohne Reglement)13.2 (Betrag)Monatliche Auto- oder Repräsentationspauschale
Naturalleistungen2.2Privatanteil Geschäftswagen
Kilometerentschädigung13.1.1 (pro km) bzw. 13.2.2 (Autopauschale)Höchstens CHF 0.75/km für das Kreuz nach Rz 52

Zuordnung der Spesenarten zu Lohnausweis-Ziffern

Wichtigste Punkte:
Jede Spesenart hat eine eigene Ziffer im Lohnausweis – die Zuordnung muss stimmen.
Die Kilometerpauschale beträgt seit dem 1. Januar 2026 CHF 0.75 pro Kilometer.
Pauschalspesen für Zeitabschnitte stehen immer betragsmässig in Ziffer 13.2 – mit oder ohne genehmigtes Reglement.

Schritt 4: Effektivspesen in Ziffer 13.1 eintragen

Tragen Sie die erstatteten Effektivspesen pro Mitarbeitenden in Ziffer 13.1 ein: Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungsspesen in Ziffer 13.1.1, übrige effektive Spesen (z. B. Spesen für externen Arbeitsplatz) in Ziffer 13.1.2. Werden alle Vorgaben von Rz 52 eingehalten, genügt in Ziffer 13.1.1 ein Kreuz. Liegt ein genehmigtes Spesenreglement vor, entfällt die Angabe der effektiven Spesen; in Ziffer 15 wird der Genehmigungsvermerk angebracht.

Achten Sie bei pauschalen Repräsentationsspesen (Ziffer 13.2.1) auf die SSK-Richtlinien: Übersteigen diese CHF 6'000 pro Jahr, dürfen sie maximal 5 Prozent des Bruttolohns betragen, wobei der Maximalansatz bei CHF 24'000 pro Jahr liegt. Höhere Beträge sind separat zu begründen und können von der Steuerverwaltung als verdeckte Lohnbestandteile qualifiziert werden.

Wichtigste Punkte:
In Ziffer 13.1 erscheinen die effektiven Spesen – als Betrag oder, bei Einhaltung von Rz 52, mit Kreuz.
Pauschale Repräsentationsspesen über CHF 6'000/Jahr dürfen höchstens 5 % des Bruttolohns betragen.

Schritt 5: Pauschalspesen und Naturalleistungen korrekt deklarieren

Pauschalen für Zeitabschnitte (z. B. monatliche Auto- oder Repräsentationspauschalen) tragen Sie als Jahresbetrag in Ziffer 13.2 ein – auch wenn ein genehmigtes Spesenreglement vorliegt. Verfügt Ihr Unternehmen über ein vom Sitzkanton genehmigtes Reglement, bringen Sie in Ziffer 15 den Vermerk «Spesenreglement durch Kanton XY am ... genehmigt» an; in Ziffer 13.1.1 wird dann kein Kreuz gesetzt.

Die private Nutzung eines Geschäftswagens ist mit ihrem Jahreswert in Ziffer 2.2 zu erfassen; die Bewertung erfolgt gemäss den Ansätzen der ESTV-Wegleitung. Verbilligte Mahlzeiten in der Kantine werden mit einem Kreuz in Feld G vermerkt, ein Gratis-Parkplatz am Arbeitsort muss nicht deklariert werden. Übliche Naturalgeschenke bis CHF 600 pro Kalenderjahr müssen ebenfalls nicht deklariert werden.

Wichtigste Punkte:
Pauschalen für Zeitabschnitte stehen immer als Betrag in Ziffer 13.2; bei genehmigtem Reglement kommt der Vermerk in Ziffer 15 dazu.
Der Privatanteil am Geschäftswagen wird mit seinem Jahreswert in Ziffer 2.2 erfasst.
Naturalgeschenke bis CHF 600 pro Kalenderjahr sind steuerfrei.

Schritt 6: Lohnausweis prüfen und bis Ende Januar versenden

Prüfen Sie jeden Lohnausweis vor dem Versand auf Vollständigkeit und Konsistenz. Vergleichen Sie die deklarierten Spesenbeträge mit den Buchungen in der Finanzbuchhaltung. Stimmen die Beträge nicht überein, liegt ein Fehler vor, der vor dem Versand zu korrigieren ist.

  • Kreuzprüfung: Summe der Spesenerstattungen im Lohnausweis mit dem Spesenkonto in der Buchhaltung abgleichen.
  • Ziffernkontrolle: Prüfen, ob Effektivspesen, Pauschalspesen und Naturalleistungen in den richtigen Ziffern stehen.
  • Reglement-Check: Sicherstellen, dass das Kreuz in Ziffer 13.1.1 nur gesetzt ist, wenn alle Vorgaben von Rz 52 eingehalten sind, und dass bei genehmigtem Reglement stattdessen der Vermerk in Ziffer 15 steht.
  • Versandfrist: Lohnausweise bis spätestens 31. Januar an alle Mitarbeitenden aushändigen.
Wichtigste Punkte:
Vor dem Versand ist ein Abgleich zwischen Lohnausweis und Finanzbuchhaltung zwingend.
Die Versandfrist für den Lohnausweis ist der 31. Januar des Folgejahres.
Das Kreuz in Ziffer 13.1.1 setzt die Einhaltung aller Vorgaben von Rz 52 voraus; bei genehmigtem Reglement gilt der Vermerk in Ziffer 15.

Schritt 7: Korrekturen bis Ende Februar vornehmen

Stellen Sie nach dem Versand fest, dass ein Lohnausweis fehlerhaft ist – etwa weil nachträglich eingereichte Spesen fehlen –, erstellen Sie bis Ende Februar einen korrigierten Lohnausweis. Bringen Sie im neuen Lohnausweis in Ziffer 15 den Vermerk «Dieser Lohnausweis ersetzt den Lohnausweis vom XX.XX.XXXX» an.

Senden Sie den korrigierten Lohnausweis an den betroffenen Mitarbeitenden. Beide Versionen – die ungültige und die korrigierte – sind zusätzlich der kantonalen Steuerverwaltung zuzustellen. Nach Ende Februar ist eine Korrektur nur noch über eine schriftliche Anfrage an die ESTV oder die kantonale Steuerverwaltung möglich.

Wichtigste Punkte:
Korrekturen sind bis Ende Februar des Folgejahres ohne weiteres möglich.
Der korrigierte Lohnausweis trägt in Ziffer 15 den Vermerk «Dieser Lohnausweis ersetzt den Lohnausweis vom ...».
Beide Versionen müssen der Steuerverwaltung zugestellt werden.
#AufgabeVerantwortlich
1Interne Einreichungsfrist kommunizierenHR / Lohnbuchhaltung
2Offene Spesenabrechnungen prüfen und nachfordernHR / Lohnbuchhaltung
3Spesenarten identifizieren und Jahresbeträge zusammenstellenLohnbuchhaltung
4Effektivspesen in Ziffer 13.1 eintragenLohnbuchhaltung
5Pauschalspesen und Naturalleistungen deklarierenLohnbuchhaltung
6Lohnausweis prüfen und versendenLohnbuchhaltung / Geschäftsleitung
7Korrekturen bis Ende Februar vornehmenLohnbuchhaltung

Prozessübersicht

Spesendaten für den Lohnausweis automatisch aufbereiten

Starte jetzt mit der Spesen App und der Spesen App Cloud – die smarte Lösung für Unternehmen. Spesenbelege erfassen, einreichen, prüfen und freigeben. Alles digital, alles im Griff.

Mehr erfahren →

06.Häufige Fehler

Fehler 1: Spät eingereichte Spesen nicht im Lohnausweis berücksichtigt

Mitarbeitende reichen Dezember-Spesen erst im Januar ein, der Lohnausweis ist aber bereits erstellt. Ohne Korrektur fehlen diese Beträge in der Deklaration, was bei einer Steuerprüfung zu Nachforderungen führen kann. Setzen Sie eine interne Einreichungsfrist bis Mitte Dezember und kommunizieren Sie diese frühzeitig.

Fehler 2: Pauschalspesen mit Kreuz statt Betrag deklariert

Das Kreuz in Ziffer 13.1.1 gilt nur für effektive Spesen und Einzelfallpauschalen, die alle Vorgaben von Rz 52 einhalten. Pauschalen für Zeitabschnitte müssen immer als Betrag in Ziffer 13.2 erscheinen, auch bei genehmigtem Reglement. Ein falsches Kreuz führt zu Rückfragen und kann Aufrechnungen auslösen.

Fehler 3: Rückstellungen für bekannte Spesen vergessen

Für Geschäftsreisen im Dezember, deren Rechnungen erst im Januar eintreffen, müssen Rückstellungen gebildet werden. Fehlen diese, weicht der Lohnausweis von der Finanzbuchhaltung ab. Gleichen Sie vor dem Jahresabschluss die offenen Reisen mit den eingegangenen Abrechnungen ab.

Fehler 4: Naturalleistungen nicht oder in falscher Ziffer deklariert

Die private Nutzung eines Geschäftswagens ist eine Naturalleistung und gehört in Ziffer 2.2 – nicht in Ziffer 13. Eine falsche Zuordnung verfälscht sowohl die Lohn- als auch die Spesendeklaration und löst Rückfragen der Steuerverwaltung aus.

Fehler 5: Korrektur nach Ende Februar ohne Kontaktaufnahme mit der Steuerverwaltung

Nach Ende Februar kann ein Lohnausweis nicht mehr einfach korrigiert und nachgereicht werden. Wer dies trotzdem tut, riskiert, dass die Steuerverwaltung die Korrektur nicht berücksichtigt. Ab März ist eine schriftliche Anfrage an die ESTV oder die kantonale Steuerverwaltung erforderlich.

07.Häufige Fragen

Was passiert, wenn spät eingereichte Spesen erst im März ankommen?

Spesen, die erst nach Ende Februar des Folgejahres eingereicht werden, können nicht mehr ohne weiteres im Lohnausweis des Vorjahres berücksichtigt werden. Sie müssen die zuständige kantonale Steuerverwaltung oder die ESTV schriftlich kontaktieren und einen korrigierten Lohnausweis einreichen. Alternativ kann der Betrag im laufenden Kalenderjahr verbucht werden, was steuerlich jedoch zu Abweichungen führt.

Muss ich Pauschalspesen im Lohnausweis als Betrag angeben?

Ja, Pauschalen für Zeitabschnitte (z. B. monatliche Auto- oder Repräsentationspauschalen) sind immer als Jahresbetrag in Ziffer 13.2 anzugeben – auch bei genehmigtem Spesenreglement (Rz 55 der Wegleitung). Ausgenommen sind Einzelfallpauschalen nach Rz 52, etwa bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit oder Kleinspesen bis CHF 20 pro Tag: Werden alle Vorgaben eingehalten, genügt ein Kreuz in Ziffer 13.1.1. Liegt ein genehmigtes Reglement vor, wird statt des Kreuzes in Ziffer 15 der Genehmigungsvermerk angebracht.

Bis wann muss der Lohnausweis den Mitarbeitenden zugestellt werden?

Der Lohnausweis muss bis spätestens 31. Januar des Folgejahres an die Mitarbeitenden ausgehändigt werden. Diese Frist ergibt sich aus der Pflicht des Arbeitgebers, die Steuererklärung der Mitarbeitenden zu ermöglichen. Viele Kantone setzen die Einreichungsfrist für die Steuererklärung auf den 31. März.

Wie korrigiere ich einen bereits versandten Lohnausweis?

Erstellen Sie einen neuen Lohnausweis und bringen Sie in Ziffer 15 den Vermerk «Dieser Lohnausweis ersetzt den Lohnausweis vom XX.XX.XXXX» an (Rz 65 der Wegleitung). Bis Ende Februar des Folgejahres können Sie den korrigierten Lohnausweis direkt an den Mitarbeitenden und die Steuerverwaltung senden. Nach Ende Februar ist eine schriftliche Anfrage an die kantonale Steuerverwaltung erforderlich.

Gehört die Kilometerpauschale in Ziffer 13.1 oder 13.2?

Kilometerentschädigungen pro gefahrenen Kilometer sind effektive Spesen und gehören in Ziffer 13.1.1. Werden höchstens CHF 0.75 pro Kilometer vergütet und alle übrigen Vorgaben von Rz 52 eingehalten, genügt ein Kreuz; sonst ist der Betrag anzugeben. Eine pauschale monatliche Autopauschale gehört dagegen betragsmässig in Ziffer 13.2.2. Bei genehmigtem Spesenreglement entfällt die Angabe der effektiven Spesen, und in Ziffer 15 steht der Genehmigungsvermerk.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
1.Alle Spesenerstattungen eines Kalenderjahres müssen im Lohnausweis des betreffenden Jahres vollständig deklariert sein.
2.Effektivspesen gehören in Ziffer 13.1 (bei Einhaltung von Rz 52 genügt ein Kreuz), Pauschalen für Zeitabschnitte immer als Betrag in Ziffer 13.2; ein genehmigtes Reglement wird in Ziffer 15 vermerkt.
3.Naturalleistungen wie die private Nutzung eines Geschäftswagens gehören mit ihrem Jahreswert in Ziffer 2.2.
4.Eine interne Einreichungsfrist bis Mitte Dezember verhindert, dass Spesen beim Jahresabschluss vergessen werden.
5.Für bekannte, aber noch nicht abgerechnete Spesen sind Rückstellungen in der Buchhaltung zu bilden.
6.Der Lohnausweis muss bis Ende Januar an die Mitarbeitenden ausgehändigt werden.
7.Korrekturen am Lohnausweis sind bis Ende Februar des Folgejahres möglich – danach nur über die Steuerverwaltung.
8.Die Kilometerentschädigung beträgt höchstens CHF 0.75 pro Kilometer, übliche Naturalgeschenke bis CHF 600 pro Kalenderjahr müssen nicht deklariert werden.

08.Weiterführende Artikel