Spesenpauschale berechnen: Formel, Beispiele und Sonderfälle

Leitfaden10 min LesezeitAktualisiert 29. Oktober 2026

Die Spesenpauschale wird pro Kategorie aus dem Ansatz mal den tatsächlichen Spesenereignissen berechnet – etwa 14 auswärtige Hauptmahlzeiten × CHF 30 = CHF 420 im Monat. Eine Hochrechnung der Einzelfallpauschalen auf die Arbeitstage ist nach Rz 52 der Wegleitung zum Lohnausweis nicht zulässig. Fixe Monatspauschalen sind möglich, müssen aber in etwa den effektiven Auslagen entsprechen; sonst qualifiziert die Steuerverwaltung den übersetzten Teil als Lohnbestandteil und die AHV fordert Sozialabgaben nach.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick
1.Die Grundformel lautet: Ansatz pro Ereignis multipliziert mit den tatsächlichen auswärtigen Hauptmahlzeiten, Reisetagen oder Kilometern.
2.Für Verpflegung gilt 2026 bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit, für Fahrtkosten CHF 0.75 pro Kilometer und für Kleinspesen bis CHF 20 pro Tag; eine Hochrechnung auf die Arbeitstage ist nicht zulässig.
3.Homeoffice-Tage, Ferientage und Krankheitstage lösen keine Spesen aus und reduzieren die Vergütung entsprechend.
4.Repräsentationsspesen dürfen maximal 5 % des Bruttolohns betragen, sofern sie CHF 6'000 pro Jahr übersteigen, und sind auf CHF 24'000 pro Jahr begrenzt.
5.Einzelfallpauschalen gehören im Lohnausweis in Ziffer 13.1.1, fixe Monatspauschalen betragsmässig in Ziffer 13.2.

01.Berechnungsformel pro Kategorie

Die Berechnung jeder Spesenpauschale folgt einer einheitlichen Grundformel. Entscheidend ist, dass nur tatsächliche Spesenereignisse in die Berechnung einfliessen: eine Hauptmahlzeit, die wegen der Arbeit auswärts anfällt, ein Reisetag mit Kleinauslagen oder ein gefahrener Geschäftskilometer.

ElementBeschreibung
Ansatz pro EreignisWert nach Rz 52 oder genehmigtem Spesenreglement (z. B. bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit, CHF 20 Kleinspesen pro Reisetag, CHF 0.75 pro km)
× Anzahl EreignisseTatsächliche auswärtige Hauptmahlzeiten, Reisetage oder Kilometer im Monat
= Monatliche VergütungErgebnis der Multiplikation, wird mit der Spesenabrechnung ausbezahlt

Grundformel der Pauschalberechnung

Nicht mitgezählt werden Ferientage, Feiertage, Krankheitstage, Homeoffice-Tage und unbezahlter Urlaub. Wer an einem Arbeitstag am üblichen Arbeitsort arbeitet und keine auswärtige Mahlzeit hat, erhält für diesen Tag keine Verpflegungspauschale. Eine Hochrechnung der Einzelfallpauschalen auf alle Arbeitstage ist nicht zulässig.

Wichtigste Punkte:
Die Formel lautet: Ansatz × tatsächliche Spesenereignisse = monatliche Vergütung.
Gezählt werden nur tatsächliche auswärtige Hauptmahlzeiten, Reisetage und Kilometer.
Ferien, Feiertage, Krankheit und Homeoffice reduzieren die Vergütung.

02.Berechnungsbeispiele

Die folgenden drei Beispiele zeigen die Berechnung für die häufigsten Pauschalkategorien. Die Ansätze entsprechen Rz 52 der Wegleitung bzw. den SSK-Richtlinien ab 1. Januar 2026; Mengen sind Annahmen.

PositionWert
Ansatz VerpflegungBis CHF 30 pro Hauptmahlzeit
Auswärtige Hauptmahlzeiten im Monat (Annahme)16 Mittagessen + 2 Abendessen = 18
Monatliche VergütungCHF 30 × 18 = CHF 540
JahressummeSumme der tatsächlich abgerechneten Monate – keine Hochrechnung

Beispiel 1: Verpflegungspauschale

PositionWert
ESTV-Ansatz KilometerCHF 0.75 pro km (ab 1.1.2026)
Geschäftliche Kilometer pro Jahr3'000 km
JahrespauschaleCHF 0.75 × 3'000 = CHF 2'250
Monatliche AbrechnungNach gefahrenen Kilometern, z. B. 250 km × CHF 0.75 = CHF 187.50

Beispiel 2: Fahrtkostenpauschale (Privatfahrzeug)

PositionWert
Bruttolohn pro JahrCHF 120'000
Maximaler Ansatz (5 %)CHF 120'000 × 5 % = CHF 6'000
Effektive RepräsentationskostenMüssen den tatsächlichen Auslagen entsprechen
Absolutes MaximumCHF 24'000 pro Jahr

Beispiel 3: Repräsentationsspesen

Bei Repräsentationsspesen gilt: Solange die Jahressumme unter CHF 6'000 bleibt, ist keine prozentuale Obergrenze relevant. Übersteigt die Pauschale CHF 6'000 pro Jahr, greift die 5-Prozent-Regel bezogen auf den Bruttolohn. In keinem Fall darf die Pauschale CHF 24'000 pro Jahr überschreiten.

Wichtigste Punkte:
Verpflegung: CHF 30 × 18 auswärtige Hauptmahlzeiten = CHF 540 im Monat; die Jahressumme ergibt sich aus den tatsächlichen Monaten.
Fahrtkosten: CHF 0.75 × 3'000 km = CHF 2'250 pro Jahr (neuer Ansatz ab 2026).
Repräsentation: über CHF 6'000 pro Jahr maximal 5 % des Bruttolohns, absolutes Maximum CHF 24'000.
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03.Sonderfälle bei der Berechnung

Teilzeitstellen, Homeoffice und Krankheit werfen regelmässig Fragen auf. Einzelfallpauschalen richten sich nicht nach dem Beschäftigungsgrad, sondern nach den tatsächlichen Spesenereignissen. Fixe Monatspauschalen werden dagegen nach SSK-Muster bei reduziertem Beschäftigungsgrad anteilsmässig gekürzt.

  • Teilzeitstelle: Einzelfallpauschalen werden nicht proportional zum Pensum gekürzt. Massgebend ist die Zahl der tatsächlichen auswärtigen Hauptmahlzeiten. Wer bei einem 60-Prozent-Pensum an 12 Tagen pro Monat auswärts zu Mittag isst, erhält CHF 30 × 12 = CHF 360.
  • Homeoffice-Tage: Tage im Homeoffice zählen nicht, weil keine auswärtige Mahlzeit und keine Geschäftsfahrt anfallen. Diese Tage müssen von der Berechnung abgezogen werden.
  • Krankheit und Unfall: Während Krankheits- oder Unfalltagen entfällt der Anspruch auf Einzelfallpauschalen. Fixe Monats- oder Jahrespauschalen werden nach SSK-Muster bei ununterbrochenen Abwesenheiten von mehr als vier Wochen für die darüber hinausgehende Zeit gekürzt.
  • Ferien: Ferientage lösen keine Spesen aus. Wer eine fixe Monatspauschale bezahlt, muss bei deren Festlegung berücksichtigen, dass in den Ferien keine Auslagen anfallen.

In der Praxis empfiehlt es sich, Einzelfallpauschalen monatlich auf Basis der tatsächlichen Spesenereignisse abzurechnen statt einen fixen Jahresbetrag durch zwölf zu teilen. So stimmt die Abrechnung auch bei schwankender Reisetätigkeit.

Wichtigste Punkte:
Einzelfallpauschalen werden nicht proportional gekürzt, sondern nach tatsächlichen Ereignissen berechnet; fixe Monatspauschalen werden bei Teilzeit anteilsmässig gekürzt.
Homeoffice, Ferien und Krankheitstage reduzieren die Vergütung.
Eine monatliche Abrechnung auf Basis der tatsächlichen Ereignisse ist einer fixen Jahrespauschale vorzuziehen.

04.Jährliche Berechnung für den Lohnausweis

Am Jahresende müssen alle ausbezahlten Spesen im Lohnausweis korrekt erfasst werden. Die Summe pro Kategorie ergibt sich aus den monatlichen Abrechnungen. Einzelfallpauschalen gehören in Ziffer 13.1.1, fixe Pauschalen für Zeitabschnitte betragsmässig in Ziffer 13.2.

KategorieAnsatzBasisJahressumme
VerpflegungCHF 30/Hauptmahlzeit180 auswärtige HauptmahlzeitenCHF 5'400
KleinspesenCHF 20/Reisetag140 ReisetageCHF 2'800
FahrtkostenCHF 0.75/km3'000 kmCHF 2'250
Total SpesenCHF 10'450

Jahressumme pro Kategorie (Beispiel Vollzeit-Aussendienst, Annahmen)

Die Mengen sind Annahmen und müssen pro Person aus den tatsächlichen Abrechnungen übernommen werden. Werden alle Vorgaben von Rz 52 eingehalten oder liegt ein genehmigtes Spesenreglement vor, wird bei Ziffer 13.1.1 nur das Kreuz gesetzt. Der Gesamtbetrag muss dann nicht angegeben werden, die Detailberechnung muss aber bei einer Revision vorgelegt werden können.

Wichtigste Punkte:
Einzelfallpauschalen werden im Lohnausweis unter Ziffer 13.1.1 deklariert, fixe Monatspauschalen mit Betrag unter Ziffer 13.2.
Die Jahressumme basiert auf den tatsächlich abgerechneten Spesenereignissen, nicht auf hochgerechneten Arbeitstagen.
Die Detailberechnung pro Kategorie muss für Revisionen aufbewahrt werden.

05.Spesenpauschale berechnen: Schritt für Schritt

Die folgende Anleitung führt Sie durch die vollständige Berechnung der Spesenpauschale – von den Ansätzen der Wegleitung zum Lohnausweis bis zur korrekten Deklaration im Lohnausweis. Halten Sie Ihr Spesenreglement und die Reise- und Arbeitszeitdaten Ihrer Mitarbeitenden bereit.

Schritt 1: Art der Pauschale und Ansätze prüfen

Bevor Sie rechnen, klären Sie, welche Art von Pauschale Sie vergüten. Einzelfallpauschalen nach Rz 52 der Wegleitung zum Lohnausweis werden pro Spesenereignis bezahlt und brauchen kein Reglement. Fixe Monats- oder Jahrespauschalen sind Pauschalen für einen Zeitabschnitt: Sie müssen in etwa den effektiven Auslagen entsprechen, werden in Ziffer 13.2 betragsmässig angegeben, und ein vom Sitzkanton genehmigtes Spesenreglement schafft Rechtssicherheit. Ab 1. Januar 2026 gilt insbesondere die Kilometerentschädigung von CHF 0.75.

KategorieAnsatz
Verpflegung (Mittag-/Abendessen)Bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit
KleinspesenBis CHF 20 pro Tag
Kilometerentschädigung PrivatfahrzeugCHF 0.75 pro km
Repräsentation (bei > CHF 6'000/Jahr)Max. 5 % des Bruttolohns, max. CHF 24'000 (SSK)
NaturalgeschenkeCHF 600 pro Kalenderjahr

Pauschalansätze ab 1.1.2026 (Wegleitung Rz 52, SSK)

Bereits genehmigte Reglemente mit dem bisherigen Kilometeransatz von CHF 0.70 brauchen keine neue Genehmigung. Der neue Ansatz kann bei der nächsten Reglementsanpassung übernommen werden.

Wichtigste Punkte:
Einzelfallpauschalen nach Rz 52 brauchen kein Reglement; Monatspauschalen müssen den effektiven Auslagen entsprechen.
Ab 2026 gilt die Kilometerentschädigung von CHF 0.75 statt CHF 0.70.
Bestehende Reglemente mit CHF 0.70 bleiben bis zur nächsten Anpassung gültig.

Schritt 2: Relevante Spesenkategorien pro Mitarbeitende festlegen

Nicht jede Person hat Anspruch auf jede Pauschalkategorie. Prüfen Sie pro Mitarbeitende, welche Kategorien gemäss Spesenreglement und Arbeitsvertrag zutreffen. Eine Büromitarbeiterin ohne Aussendienst erhält in der Regel keine Fahrtkostenpauschale.

  • Verpflegung: Gilt für Hauptmahlzeiten, die wegen der Arbeit ausserhalb des üblichen Arbeitsorts anfallen, etwa auf Geschäftsreisen oder bei auswärtigen Einsätzen.
  • Fahrtkosten: Gilt für Mitarbeitende, die ihr Privatfahrzeug für geschäftliche Fahrten einsetzen.
  • Kleinspesen: Deckt kleinere Auslagen wie Telefon, Parkgebühren oder Porto ab.
  • Repräsentation: Gilt für Mitarbeitende mit Kundenkontakt, die regelmässig Geschäftsessen oder Einladungen tätigen.
Wichtigste Punkte:
Jede Pauschalkategorie muss zur tatsächlichen Tätigkeit der Person passen.
Das Spesenreglement definiert, wer welche Kategorien beanspruchen darf.
Unbegründete Pauschalen werden von der Steuerverwaltung als Lohn qualifiziert.

Schritt 3: Tatsächliche Spesenereignisse pro Monat erfassen

Erfassen Sie für jede Person die tatsächlichen Spesenereignisse: auswärtige Hauptmahlzeiten, Reisetage und gefahrene Geschäftskilometer. Bürotage am üblichen Arbeitsort, Ferien, Feiertage, Krankheitstage und Homeoffice zählen nicht. Nach SSK-Muster wird das Abendessen bei auswärtiger Übernachtung oder Rückkehr nach 19.30 Uhr vergütet, das Frühstück bei Abreise vor 07.30 Uhr oder nach auswärtiger Übernachtung (sofern nicht im Hotelpreis).

PositionAnzahl
Arbeitstage im Januar22
Abzüglich Feiertage−1
Abzüglich Homeoffice−4
Abzüglich Krankheit−2
Abzüglich Bürotage am üblichen Arbeitsort−3
Reisetage mit auswärtiger Tätigkeit12
Auswärtige Hauptmahlzeiten (12 Mittag-, 2 Abendessen)14
Gefahrene Geschäftskilometer250 km

Beispiel mit Annahmen: Spesenereignisse im Januar 2026

Bei Mitarbeitenden mit Teilzeitpensum zählen ebenfalls nur die tatsächlichen Spesenereignisse. Ein 60-Prozent-Pensum mit drei Bürotagen und keinem Aussendienst ergibt keine Verpflegungspauschalen.

Wichtigste Punkte:
Gezählt werden tatsächliche auswärtige Hauptmahlzeiten, Reisetage und Kilometer.
Homeoffice, Bürotage, Ferien, Feiertage und Krankheit zählen nicht.
Bei Teilzeit zählt nicht das Pensum, sondern die tatsächlichen Spesenereignisse.

Schritt 4: Monatliche Vergütung pro Kategorie berechnen

Multiplizieren Sie den Ansatz mit den tatsächlichen Spesenereignissen: die Verpflegungspauschale mit der Zahl der auswärtigen Hauptmahlzeiten, die Kleinspesen mit den Reisetagen, die Kilometerentschädigung mit den gefahrenen Kilometern. Führen Sie die Berechnung für jede zutreffende Kategorie separat durch.

KategorieBerechnungBetrag
VerpflegungCHF 30 × 14 HauptmahlzeitenCHF 420
KleinspesenCHF 20 × 12 ReisetageCHF 240
FahrtkostenCHF 0.75 × 250 kmCHF 187.50
Total MonatCHF 847.50

Beispielrechnung Januar 2026 (Annahmen: 14 Hauptmahlzeiten, 12 Reisetage, 250 km)

Wichtigste Punkte:
Die Formel lautet: Ansatz × tatsächliche Mahlzeiten, Reisetage oder Kilometer.
Jede Kategorie wird separat berechnet und ausgewiesen.
Der Betrag schwankt je nach tatsächlichen Spesenereignissen; eine Hochrechnung auf die Arbeitstage ist nicht zulässig.

Schritt 5: Repräsentationsspesen separat prüfen

Repräsentationsspesen folgen einer eigenen Logik. Eine pauschale Repräsentationsentschädigung ist eine Pauschale für einen Zeitabschnitt: Sie muss den effektiven Auslagen entsprechen, wird in Ziffer 13.2.1 betragsmässig angegeben und unterliegt nach den SSK-Richtlinien zusätzlichen Obergrenzen. Prüfen Sie bei jeder Person, ob die Jahressumme die Schwellenwerte einhält.

  • Unter CHF 6'000 pro Jahr: Keine prozentuale Obergrenze. Die Pauschale muss aber den tatsächlichen Auslagen entsprechen.
  • Über CHF 6'000 pro Jahr: Maximal 5 % des Bruttolohns. Bei einem Bruttolohn von CHF 100'000 sind das CHF 5'000 – die Pauschale darf also CHF 6'000 nicht übersteigen.
  • Absolutes Maximum: CHF 24'000 pro Jahr, unabhängig vom Bruttolohn.
Wichtigste Punkte:
Repräsentationsspesen müssen den effektiven Auslagen entsprechen.
Die 5-Prozent-Regel greift erst ab CHF 6'000 pro Jahr.
Das absolute Maximum liegt bei CHF 24'000 pro Jahr.

Schritt 6: Jahressumme bilden und dokumentieren

Addieren Sie die monatlichen Vergütungen aller zwölf Monate pro Kategorie. Dokumentieren Sie die Berechnung nachvollziehbar, damit Sie bei einer Revision der Steuerverwaltung die Grundlagen vorlegen können. Bewahren Sie die monatlichen Abrechnungen zusammen mit den Reise- und Abwesenheitslisten auf. Wollen Sie stattdessen eine fixe Monatspauschale einführen, leiten Sie deren Höhe aus den so dokumentierten tatsächlichen Auslagen ab und lassen sie idealerweise im Spesenreglement genehmigen.

Gemäss Art. 327a OR ist der Arbeitgeber verpflichtet, dem Arbeitnehmer alle durch die Ausführung der Arbeit notwendig entstehenden Auslagen zu ersetzen. Die Pauschale muss diese Pflicht abdecken. Liegt die Pauschale systematisch unter den tatsächlichen Kosten, kann der Arbeitnehmer die Differenz einfordern.

Wichtigste Punkte:
Die Jahressumme ergibt sich aus der Summe der tatsächlich abgerechneten Monate.
Monatliche Abrechnungen und Abwesenheitslisten müssen aufbewahrt werden.
Art. 327a OR verpflichtet den Arbeitgeber zur vollständigen Auslagenerstattung.

Schritt 7: Beträge im Lohnausweis korrekt ausweisen

Einzelfallpauschalen und effektive Reisespesen gehören in Ziffer 13.1.1. Werden alle Vorgaben von Rz 52 eingehalten oder liegt ein genehmigtes Spesenreglement vor, genügt dort ein Kreuz ohne Betrag; sonst ist der Betrag anzugeben. Fixe Monats- oder Jahrespauschalen sind immer betragsmässig in Ziffer 13.2 einzutragen. Die Aufschlüsselung nach Kategorien muss intern dokumentiert sein.

  • Ziffer 13.1.1: Effektive Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungsspesen inklusive Einzelfallpauschalen. Kreuz ohne Betrag, wenn Rz 52 eingehalten ist oder ein genehmigtes Reglement vorliegt; andernfalls Betrag (Rz 53).
  • Ziffer 13.2: Pauschalen für Zeitabschnitte mit Betrag: 13.2.1 Repräsentation, 13.2.2 Auto, 13.2.3 übrige Pauschalen – auch mit genehmigtem Reglement.
  • Ziffer 15: Bei genehmigtem Spesenreglement Vermerk «Spesenreglement durch Kanton XY am … genehmigt».
Wichtigste Punkte:
Einzelfallpauschalen werden in Ziffer 13.1.1 deklariert; bei Einhaltung von Rz 52 genügt ein Kreuz.
Fixe Monatspauschalen stehen immer mit Betrag in Ziffer 13.2.
Übersteigen Pauschalen die effektiven Auslagen, gilt der Überschuss als steuerpflichtiger Lohn.
#AufgabeVerantwortlich
1Art der Pauschale und Ansätze prüfenHR / Finanzen
2Spesenkategorien pro Mitarbeitende festlegenHR / Vorgesetzte
3Tatsächliche Spesenereignisse erfassenHR / Mitarbeitende
4Monatliche Vergütung pro Kategorie berechnenLohnbuchhaltung
5Repräsentationsspesen separat prüfenLohnbuchhaltung
6Jahressumme bilden und dokumentierenLohnbuchhaltung
7Beträge im Lohnausweis ausweisenLohnbuchhaltung

Prozessübersicht

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06.Häufige Fehler

Fehler 1: Pauschale auf Basis des Beschäftigungsgrads statt der Spesenereignisse berechnet

Ein 80-Prozent-Pensum bedeutet nicht automatisch 80 Prozent der Vollzeitvergütung. Massgebend sind die tatsächlichen auswärtigen Mahlzeiten und Reisetage. Wer bei 80 Prozent an allen Arbeitstagen auswärts isst, erhält für jede dieser Hauptmahlzeiten die volle Pauschale.

Fehler 2: Homeoffice-Tage nicht abgezogen

An Homeoffice-Tagen fallen keine auswärtigen Mahlzeiten und keine Geschäftsfahrten an. Werden diese Tage trotzdem eingerechnet, ist die Pauschale zu hoch und wird bei einer Revision als Lohnbestandteil nachbesteuert.

Fehler 3: Kilometerpauschale mit veraltetem Ansatz berechnet

Ab 1. Januar 2026 gilt CHF 0.75 pro Kilometer statt CHF 0.70. Wer den alten Ansatz verwendet, erstattet den Mitarbeitenden zu wenig. Bereits genehmigte Reglemente mit CHF 0.70 bleiben zwar gültig, sollten aber bei nächster Gelegenheit angepasst werden.

Fehler 4: Repräsentationsspesen ohne Obergrenze ausbezahlt

Repräsentationsspesen über CHF 6'000 pro Jahr dürfen maximal 5 Prozent des Bruttolohns betragen. Wird diese Grenze überschritten, qualifiziert die Steuerverwaltung den Mehrbetrag als steuerpflichtigen Lohn.

Fehler 5: Monatspauschale ohne Bezug zu den Auslagen

Fixe Monatspauschalen ohne genehmigtes Spesenreglement sind nicht verboten, müssen aber in etwa den effektiven Auslagen entsprechen und in Ziffer 13.2 angegeben werden. Wird eine Einzelfallpauschale einfach auf alle Arbeitstage hochgerechnet, rechnen Steuerbehörde und AHV den übersetzten Teil als Lohn auf. Für Rechtssicherheit lassen Sie das Reglement vor der ersten Auszahlung genehmigen.

07.Häufige Fragen

Was passiert, wenn ich mehr abrechne als die Ansätze von Rz 52?

Ohne genehmigtes Spesenreglement sind die Spesen dann im Lohnausweis betragsmässig anzugeben (Rz 53). Soweit eine Pauschale die effektiven Auslagen übersteigt, qualifiziert die Steuerverwaltung den Überschuss als Lohnbestandteil; darauf fallen Einkommenssteuer und Sozialversicherungsbeiträge an. Höhere Pauschalen sind mit einem Spesenreglement möglich, das die kantonale Steuerverwaltung genehmigt hat.

Muss die Spesenpauschale bei Teilzeit gekürzt werden?

Einzelfallpauschalen werden nicht proportional zum Pensum gekürzt. Entscheidend ist die Zahl der tatsächlichen auswärtigen Hauptmahlzeiten. Eine Person mit 60-Prozent-Pensum, die im Monat 12-mal auf Geschäftsreisen auswärts zu Mittag isst, erhält CHF 30 × 12 = CHF 360; fixe Monatspauschalen werden dagegen anteilsmässig gekürzt.

Zählen Homeoffice-Tage für die Spesenpauschale?

Nein. An Homeoffice-Tagen fallen keine auswärtigen Mahlzeiten und keine Geschäftsfahrten an. Diese Tage werden von der Berechnung abgezogen. Nur tatsächliche Spesenereignisse ausserhalb des üblichen Arbeitsorts zählen.

Wie weise ich Pauschalspesen im Lohnausweis aus?

Einzelfallpauschalen und effektive Reisespesen gehören in Ziffer 13.1.1; bei Einhaltung aller Vorgaben von Rz 52 oder mit genehmigtem Reglement genügt ein Kreuz ohne Betrag. Fixe Monats- oder Jahrespauschalen sind immer betragsmässig in Ziffer 13.2 anzugeben. Mit genehmigtem Reglement kommt ein Vermerk in Ziffer 15 hinzu.

Kann ich Verpflegungspauschale und effektive Spesen kombinieren?

Grundsätzlich ja, aber nicht für dieselbe Kategorie am selben Tag. Sie können beispielsweise Verpflegung pauschal abrechnen und Übernachtungen effektiv mit Beleg. Das Spesenreglement muss klar regeln, welche Kategorien pauschal und welche effektiv abgerechnet werden.

Gilt die neue Kilometerpauschale von CHF 0.75 auch für bestehende Reglemente?

Bereits genehmigte Reglemente mit CHF 0.70 pro Kilometer brauchen keine neue Genehmigung. Der neue Ansatz von CHF 0.75 kann bei der nächsten Reglementsanpassung übernommen werden. Bis dahin bleibt der genehmigte Ansatz gültig.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
1.Die Grundformel lautet: Ansatz pro Ereignis multipliziert mit den tatsächlichen auswärtigen Hauptmahlzeiten, Reisetagen oder Kilometern.
2.Ab 1. Januar 2026 gelten nach Rz 52: Verpflegung bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit, Kleinspesen bis CHF 20 pro Tag, Kilometerentschädigung CHF 0.75 pro km.
3.Gezählt werden nur tatsächliche Spesenereignisse – Homeoffice, Bürotage, Ferien, Feiertage und Krankheit nicht; eine Hochrechnung auf die Arbeitstage ist unzulässig.
4.Einzelfallpauschalen werden bei Teilzeit nicht proportional gekürzt; fixe Monatspauschalen schon.
5.Repräsentationsspesen unterliegen einer Obergrenze von 5 Prozent des Bruttolohns ab CHF 6'000 pro Jahr, maximal CHF 24'000.
6.Einzelfallpauschalen werden im Lohnausweis unter Ziffer 13.1.1 deklariert, fixe Monatspauschalen betragsmässig unter Ziffer 13.2.
7.Pauschalen, die die effektiven Auslagen übersteigen, gelten im übersetzten Teil als steuerpflichtiger Lohn; ein genehmigtes Reglement schafft Rechtssicherheit.
8.Die monatlichen Berechnungen und Abwesenheitslisten müssen für Revisionen aufbewahrt werden.

08.Weiterführende Artikel