Österreichische MWST zurückfordern: Drittlandsverfahren, Fristen und Mindestbeträge

Leitfaden9 min LesezeitAktualisiert 29. Oktober 2026

Schweizer Firmen fordern österreichische MWST im Vorsteuererstattungsverfahren für Drittlandsunternehmen zurück – Antrag U 5 auf Papier beim Finanzamt Österreich, Dienststelle Graz-Stadt, bis 30. Juni des Folgejahres; Mindestbetrag EUR 400, für ein ganzes Kalenderjahr EUR 50. Gerade bei regelmässigen Geschäftsreisen nach Österreich oder bei Einkäufen österreichischer Dienstleistungen summieren sich die erstattungsfähigen Beträge rasch. Wer die Frist verpasst oder unvollständige Belege einreicht, verliert den Anspruch – eine sorgfältige Vorbereitung lohnt sich deshalb in jedem Fall.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick
1.Schweizer Unternehmen können die in Österreich bezahlte Umsatzsteuer zurückfordern, soweit sie betrieblich veranlasst und nach österreichischem Recht (§ 12 UStG) abziehbar ist.
2.Der Antrag erfolgt im Verfahren für Drittlandsunternehmen auf Papier (Formular U 5) direkt beim Finanzamt Österreich, Dienststelle Graz-Stadt – nicht über das ESTV-Portal.
3.Die Frist endet am 30. Juni des Folgejahres (Postaufgabe); der Mindestbetrag beträgt EUR 400, für ein ganzes Kalenderjahr EUR 50.
4.Beizulegen sind Originalrechnungen und eine Unternehmerbestätigung der ESTV im Original; Kopien werden nicht anerkannt.

01.Rückforderbare MWST-Sätze in Österreich

Österreich kennt neben dem Normalsatz von 20 % ermässigte Sätze von 10 %, 13 % und 4.9 % (§ 10 UStG 1994). Erstattungsfähig ist ausgewiesene Vorsteuer unabhängig vom Satz, soweit die Leistung betrieblich veranlasst ist und sie nach österreichischem Recht (§ 12 UStG) abziehbar wäre.

SteuersatzBezeichnungTypische Anwendung bei Geschäftsreisen
20 %NormalsatzLeistungen ohne ermässigten Satz, z. B. Mietwagen, Büromaterial, Telekommunikation
10 %Ermässigter SatzBeherbergung (inkl. im Preis enthaltenem ortsüblichem Frühstück), Restaurationsumsätze mit Speisen, Personenbeförderung
13 %Ermässigter SatzU. a. Personenbeförderung mit Luftfahrzeugen
4.9 %Ermässigter SatzAusgewählte Grundnahrungsmittel (selten relevant bei Geschäftsreisen)

Österreichische Umsatzsteuersätze und typische Anwendungsbereiche (§ 10 UStG 1994)

Bei Hotelrechnungen ist zu beachten, dass Österreich den Beherbergungsanteil mit 10 % besteuert, während Nebenleistungen wie Parkplatz oder Minibar dem Normalsatz von 20 % unterliegen können. Die korrekte Aufschlüsselung auf der Rechnung ist Voraussetzung für die Erstattung.

Wichtigste Punkte:
Ausgewiesene österreichische Vorsteuer ist unabhängig vom Satz erstattungsfähig, soweit sie nach § 12 UStG abziehbar wäre.
Hotelrechnungen enthalten häufig gemischte Steuersätze, die korrekt aufgeschlüsselt sein müssen.
Nur betrieblich veranlasste Ausgaben berechtigen zur Rückforderung.

02.Erstattungsverfahren für Drittlandsunternehmen

Österreich ist EU-Mitglied, die Schweiz nicht: Schweizer Unternehmen gelten als Drittlandsunternehmen. Für sie gilt nicht das elektronische EU-Verfahren über das Portal des Ansässigkeitsstaats mit Frist 30. September – das steht nur EU-Unternehmen offen. Schweizer Firmen stellen den Antrag auf Papier direkt beim Finanzamt Österreich, Dienststelle Graz-Stadt; die ESTV leitet keine Anträge weiter. Quelle: Unternehmensserviceportal usp.gv.at, «Vorsteuererstattungsverfahren», Stand 1.1.2026.

  • Antragsweg: Formular U 5 auf Papier an das Finanzamt Österreich, Dienststelle Graz-Stadt; beim Erstantrag zusätzlich Fragebogen Verf 18.
  • Antragsfrist: Bis 30. Juni des Folgejahres zur Post gegeben, nicht verlängerbar. Für Ausgaben im Jahr 2025 endete die Frist am 30. Juni 2026.
  • Mindestbetrag: EUR 400; für ein ganzes Kalenderjahr oder den letzten Zeitraum eines Jahres EUR 50.
  • Erstattungszeitraum: Mindestens drei volle Kalendermonate, höchstens ein Kalenderjahr.
  • Unterlagen: Originalrechnungen (Kopien werden nicht anerkannt) und Unternehmerbestätigung der ESTV im Original, höchstens ein Jahr alt.

Abgrenzung: Die ESTV-Gegenrechtsliste (Formular 1224_01) betrifft die Erstattung schweizerischer MWST an ausländische Unternehmen – nicht Anträge von Schweizer Firmen in Österreich. Einen Fiskalvertreter nennt das Unternehmensserviceportal für das österreichische Verfahren nicht.

Wichtigste Punkte:
Der Antrag geht auf Papier direkt an das Finanzamt Graz-Stadt – nicht über das ESTV-Portal.
Die Frist endet am 30. Juni des Folgejahres (Postaufgabe) und ist nicht verlängerbar.
Der Mindestbetrag beträgt EUR 400, für ein ganzes Kalenderjahr EUR 50.
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03.Voraussetzungen für die Rückerstattung

Nicht jede Schweizer Firma kann österreichische MWST zurückfordern. Es müssen mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein, damit der Antrag bewilligt wird.

  • Unternehmerbestätigung: Das antragstellende Unternehmen braucht eine Unternehmerbestätigung der Schweizer Steuerbehörde (ESTV) im Original, höchstens ein Jahr alt.
  • Betriebliche Veranlassung: Die österreichischen Ausgaben müssen in direktem Zusammenhang mit der unternehmerischen Tätigkeit stehen. Private Anteile sind auszuscheiden.
  • Originalrechnungen: Die Rechnungen sind im Original einzureichen und müssen die österreichische Umsatzsteuer ausweisen; Kopien werden nicht anerkannt.
  • Kein Sitz oder Betriebsstätte in Österreich: Unternehmen mit Sitz oder fester Niederlassung in Österreich müssen die Vorsteuer über die reguläre österreichische MWST-Abrechnung geltend machen und können das Erstattungsverfahren nicht nutzen.
  • Keine ausgeschlossenen Leistungen: Erstattet wird nur Vorsteuer, die nach § 12 UStG abziehbar wäre; Kraftstoffbezüge nach dem 14. Jänner 2021 sind ausgeschlossen.
Wichtigste Punkte:
Antragsberechtigt ist, wer eine Unternehmerbestätigung der ESTV im Original vorlegen kann.
Rechnungen sind im Original einzureichen; Kopien werden nicht anerkannt.
Firmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich sind vom Erstattungsverfahren ausgeschlossen.

04.Österreichische MWST zurückfordern: Schritt für Schritt

Der folgende Ablauf beschreibt den vollständigen Prozess von der Belegsammlung bis zur Gutschrift. Planen Sie ausreichend Vorlaufzeit ein, denn Originalrechnungen und die Unternehmerbestätigung der ESTV müssen vor Fristende vollständig vorliegen.

Schritt 1: Österreichische Belege separat sammeln und prüfen

Richten Sie intern einen separaten Ablageort für alle Belege mit österreichischer Umsatzsteuer ein. Jeder Beleg muss bereits beim Eingang auf Vollständigkeit geprüft werden, da nachträgliche Korrekturen bei ausländischen Lieferanten aufwendig sind.

  • Angaben prüfen: Name und Adresse des Leistungserbringers, Leistungsdatum, Leistungsbeschreibung, Nettobetrag, Steuersatz und Steuerbetrag in EUR.
  • Rechnungsadresse: Lassen Sie Rechnungen nach Möglichkeit auf das Schweizer Unternehmen ausstellen statt auf den reisenden Mitarbeitenden.
  • Originale aufbewahren: Scannen Sie jeden Beleg für die eigene Buchhaltung, bewahren Sie aber das Original auf: Dem Antrag sind die Originalrechnungen beizulegen, Kopien werden nicht anerkannt.

Kassenzettel ohne vollständige Rechnungsangaben können für die Erstattung ungenügend sein. Bitten Sie deshalb immer um eine vollständige Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer.

Wichtigste Punkte:
Rechnungen sollten nach Möglichkeit auf das Schweizer Unternehmen lauten.
Für den Antrag sind die Originalrechnungen nötig – Kopien werden nicht anerkannt.
Kassenzettel ohne vollständige Angaben können für die Erstattung ungenügend sein.

Schritt 2: Erstattungsfähigkeit der Ausgaben beurteilen

Nicht alle in Österreich bezahlten Umsatzsteuerbeträge sind erstattungsfähig. Erstattet wird nur Vorsteuer, die nach österreichischem Recht (§ 12 UStG) abziehbar wäre; Kraftstoffbezüge nach dem 14. Jänner 2021 sind ausdrücklich ausgeschlossen. Prüfen Sie vor der Antragstellung, ob Ihre Ausgaben unter einen Ausschlussgrund fallen.

AusgabenkategorieErstattungsfähigHinweis
HotelübernachtungIn der Regel ja10 % USt auf Beherbergung (§ 10 UStG)
Kraftstoff (Bezug nach dem 14. Jänner 2021)NeinAusdrücklich ausgeschlossen
Übrige Ausgaben (Mietwagen, Taxi, Restaurant, Konferenzen)Nur soweit nach § 12 UStG abziehbarEinzelfall prüfen; Ausschlüsse nach österreichischem Recht beachten

Erstattungsfähigkeit nach Ausgabenkategorie

Wichtigste Punkte:
Erstattet wird nur Vorsteuer, die nach § 12 UStG abziehbar wäre.
Kraftstoffbezüge nach dem 14. Jänner 2021 sind ausgeschlossen.
Für Bewirtung, Mietwagen und andere Positionen ist die Abziehbarkeit nach österreichischem Recht im Einzelfall zu prüfen.

Schritt 3: Unternehmerbestätigung bei der ESTV anfordern

Dem Antrag muss eine Unternehmerbestätigung der Schweizer Steuerbehörde beiliegen. Die ESTV ist für das österreichische Verfahren nicht zuständig, stellt aber eine solche Bestätigung für Anträge im Ausland aus. Fordern Sie sie rechtzeitig an.

  • Original: Die Bestätigung muss im Original beiliegen und darf höchstens ein Jahr alt sein; sie ist vergleichbar mit dem österreichischen Formular U 70.
  • Sprache: Ist die Bestätigung nicht in deutscher Sprache ausgestellt, ist eine Übersetzung beizulegen.
  • Erstantrag: Beim ersten Antrag ist zusätzlich der Fragebogen Verf 18 auszufüllen und beizulegen.
Wichtigste Punkte:
Die Unternehmerbestätigung stellt die ESTV aus; sie muss im Original vorliegen und höchstens ein Jahr alt sein.
Die ESTV leitet keine Anträge weiter – eingereicht wird direkt in Österreich.
Beim Erstantrag gehört der Fragebogen Verf 18 dazu.

Schritt 4: Antrag U 5 ausfüllen und Originalbelege beilegen

Füllen Sie das Antragsformular U 5 vollständig aus und lassen Sie es firmenmässig unterzeichnen. Erfassen Sie jede Position mit Rechnungsdatum, Leistungserbringer, Nettobetrag, Steuersatz und Steuerbetrag. Übernehmen Sie die Beträge in Euro direkt von den Rechnungen – nicht in Schweizer Franken.

  • Originalrechnungen: Legen Sie die Originalrechnungen bei; Kopien werden nicht anerkannt. Nummerieren Sie die Belege und führen Sie sie in einer Liste auf.
  • Unternehmerbestätigung: Die Unternehmerbestätigung der ESTV im Original beilegen, beim Erstantrag zusätzlich den Fragebogen Verf 18.
  • Bankverbindung: Geben Sie im Antrag die Bankverbindung für die Gutschrift an.

Prüfen Sie den Antrag vor dem Absenden sorgfältig. Fehlerhafte oder unvollständige Anträge führen zu Rückfragen der österreichischen Behörde und verzögern die Bearbeitung erheblich.

Wichtigste Punkte:
Alle Beträge sind in Euro anzugeben, wie sie auf den Rechnungen stehen.
Originalrechnungen und Unternehmerbestätigung im Original gehören zum Antrag.
Belege nummerieren und in einer Liste aufführen.

Schritt 5: Antrag fristgerecht einreichen

Die Frist ist der 30. Juni des auf den Erstattungszeitraum folgenden Kalenderjahres: Bis dann muss der Antrag beim Finanzamt Österreich, Dienststelle Graz-Stadt, zur Post gegeben sein. Die Frist kann nicht verlängert werden. Quelle: Unternehmensserviceportal usp.gv.at, «Vorsteuererstattungsverfahren», Stand 1.1.2026.

AntragsartFristMindestbetrag
Antrag für ein ganzes Kalenderjahr oder den letzten Zeitraum eines Jahres30. Juni des Folgejahres (Postaufgabe)EUR 50
Antrag für einen Zeitraum von mindestens drei vollen Kalendermonaten30. Juni des Folgejahres (Postaufgabe)EUR 400

Fristen und Mindestbeträge im Überblick

Planen Sie die Postaufgabe mit Puffer ein, zum Beispiel Anfang Juni, damit Originalrechnungen, Unternehmerbestätigung und Antrag rechtzeitig vollständig vorliegen. Bewahren Sie einen Nachweis der Postaufgabe auf.

Wichtigste Punkte:
Der Antrag muss bis 30. Juni des Folgejahres zur Post gegeben werden; die Frist ist nicht verlängerbar.
Planen Sie die Postaufgabe mit Puffer, z. B. Anfang Juni.
Mindestbetrag EUR 400, für ein ganzes Kalenderjahr oder den letzten Zeitraum eines Jahres EUR 50.

Schritt 6: Bearbeitungszeit abwarten und Rückfragen beantworten

Nach der Einreichung bearbeitet das Finanzamt Österreich, Dienststelle Graz-Stadt, den Antrag. Eine Bearbeitungsdauer für Anträge aus Drittländern nennt das Unternehmensserviceportal nicht. In dieser Zeit kann die Behörde Rückfragen stellen oder zusätzliche Unterlagen anfordern.

  • Rückfragen: Antworten Sie auf Rückfragen der österreichischen Behörde innerhalb der gesetzten Frist. Verspätete oder fehlende Antworten können zur Ablehnung führen.
  • Teilablehnungen: Es kommt vor, dass einzelne Positionen abgelehnt werden, etwa wegen unvollständiger Belege oder nicht erstattungsfähiger Ausgaben. Prüfen Sie den Bescheid genau.
  • Einspruch: Gegen einen ablehnenden Bescheid steht ein Rechtsmittel offen; Frist und Form ergeben sich aus der Rechtsmittelbelehrung im Bescheid.
Wichtigste Punkte:
Eine Bearbeitungsdauer für Drittlandsanträge nennt usp.gv.at nicht.
Rückfragen der österreichischen Behörde innerhalb der gesetzten Frist beantworten.
Gegen Ablehnungen ist ein Rechtsmittel gemäss Bescheid möglich.

Schritt 7: Erstattung verbuchen und dokumentieren

Sobald die Erstattung auf Ihrem Bankkonto eingeht, muss der Betrag korrekt verbucht werden. Die Gutschrift erfolgt in Euro. Bei einem CHF-Konto wird der Betrag zum Tageskurs der Bank umgerechnet.

Verbuchen Sie die Erstattung als Ertrag oder als Reduktion des ursprünglichen Aufwands – je nach interner Buchungspraxis. Bewahren Sie den Erstattungsbescheid zusammen mit dem Antrag und den Belegen während mindestens 10 Jahren auf, da die Schweizer Aufbewahrungspflicht gemäss Art. 958f OR gilt.

Wichtigste Punkte:
Die Erstattung ist als Ertrag oder Aufwandsreduktion zu verbuchen.
Alle Unterlagen sind gemäss Art. 958f OR mindestens 10 Jahre aufzubewahren.
Bei Gutschrift auf ein CHF-Konto entsteht ein Wechselkursrisiko.
#AufgabeVerantwortlich
1Österreichische Belege separat sammeln und prüfenMitarbeitende / Buchhaltung
2Erstattungsfähigkeit der Ausgaben beurteilenBuchhaltung / Treuhänder
3Unternehmerbestätigung bei der ESTV anfordernBuchhaltung / Treuhänder
4Antrag U 5 ausfüllen und Originalbelege beilegenBuchhaltung / Treuhänder
5Antrag fristgerecht einreichen (bis 30. Juni)Buchhaltung / Treuhänder
6Bearbeitungszeit abwarten und Rückfragen beantwortenBuchhaltung / Treuhänder
7Erstattung verbuchen und dokumentierenBuchhaltung

Prozessübersicht

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05.Häufige Fehler

Fehler 1: Frist am 30. Juni verpasst

Die Frist am 30. Juni des Folgejahres ist nicht verlängerbar. Wird sie überschritten, verfällt der Erstattungsanspruch für den betreffenden Zeitraum. Häufige Ursache ist die Annahme, es gelte die EU-Frist vom 30. September – die gilt nur für EU-Unternehmen. Planen Sie die Postaufgabe mit Puffer ein.

Fehler 2: Kopien statt Originalrechnungen eingereicht

Im Verfahren für Drittlandsunternehmen anerkennt Österreich nur Originalrechnungen; Kopien werden nicht akzeptiert. Wer Belege nur digital aufbewahrt, kann die Vorsteuer nicht mehr zurückfordern. Legen Sie fest, dass Originalrechnungen aus Österreich gesammelt und für den Antrag aufbewahrt werden.

Fehler 3: Unternehmerbestätigung fehlt oder ist zu alt

Die Unternehmerbestätigung der Schweizer Steuerbehörde muss im Original beiliegen und darf höchstens ein Jahr alt sein. Fehlt sie oder ist sie zu alt, ist der Antrag unvollständig. Fordern Sie die Bestätigung rechtzeitig bei der ESTV an.

Fehler 4: Beträge in CHF statt in EUR angegeben

Der Antrag ist in Euro auszufüllen. Werden die Beträge versehentlich in Schweizer Franken eingetragen, stimmen sie nicht mit den Belegen überein, was zu Rückfragen und Verzögerungen führt. Übernehmen Sie die EUR-Beträge direkt von den Originalrechnungen.

Fehler 5: Nicht erstattungsfähige Ausgaben beantragt

Erstattet wird nur Vorsteuer, die nach österreichischem Recht (§ 12 UStG) abziehbar wäre; Kraftstoffbezüge nach dem 14. Jänner 2021 sind ausdrücklich ausgeschlossen. Werden solche Positionen trotzdem beantragt, führt das zu Rückfragen oder Teilablehnungen. Prüfen Sie jede Position vorab auf Erstattungsfähigkeit.

06.Häufige Fragen

Muss ich den Antrag über die ESTV einreichen oder direkt beim österreichischen Finanzamt?

Direkt beim österreichischen Finanzamt. Schweizer Unternehmen senden das Formular U 5 auf Papier an das Finanzamt Österreich, Dienststelle Graz-Stadt. Die ESTV ist für das Verfahren nicht zuständig, stellt aber die Unternehmerbestätigung aus, die im Original beiliegen muss. Das elektronische Verfahren über das Portal des Heimatstaats gilt nur für EU-Unternehmen.

Wie hoch ist der Mindestbetrag für die MWST-Rückerstattung aus Österreich?

Der Mindestbetrag beträgt EUR 400. Umfasst der Antrag ein ganzes Kalenderjahr oder den letzten Zeitraum eines Kalenderjahres, genügen EUR 50. Der Erstattungszeitraum muss mindestens drei volle Kalendermonate umfassen und darf höchstens ein Kalenderjahr betragen.

Kann ich österreichische MWST zurückfordern, wenn meine Firma nicht MWST-pflichtig ist?

Das hängt davon ab, ob Ihr Unternehmen die verlangte Unternehmerbestätigung erhält. Österreich verlangt eine Bestätigung der Schweizer Steuerbehörde im Original, höchstens ein Jahr alt. Klären Sie mit der ESTV, ob sie Ihrem Unternehmen eine solche Bestätigung ausstellen kann.

Wie lange dauert die Bearbeitung des Erstattungsantrags?

Für Anträge aus Drittländern nennt das Unternehmensserviceportal (usp.gv.at) keine Bearbeitungsdauer. Fehlende oder unvollständige Unterlagen können die Bearbeitung verzögern oder zur Ablehnung führen. Reichen Sie den Antrag deshalb vollständig und mit allen Originalen ein.

Welche Belege brauche ich für die österreichische MWST-Rückerstattung?

Sie benötigen die Originalrechnungen mit ausgewiesener österreichischer Umsatzsteuer – Kopien werden nicht anerkannt – sowie die Unternehmerbestätigung der ESTV im Original. Erstattet wird nur Vorsteuer, die nach österreichischem Recht (§ 12 UStG) abziehbar wäre. Es empfiehlt sich, die Belege zu nummerieren und in einer Liste aufzuführen.

Kann ich die österreichische MWST auch für Restaurantbesuche zurückfordern?

Erstattet wird nur Vorsteuer, die nach österreichischem Umsatzsteuerrecht (§ 12 UStG) abziehbar wäre. Ob und in welchem Umfang das für Bewirtungsaufwand zutrifft, richtet sich nach österreichischem Recht; klären Sie das im Zweifel mit dem Finanzamt Graz-Stadt oder einer Steuerberatung. Das Unternehmensserviceportal nennt dazu keine eigene Regel.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
1.Schweizer Unternehmen können österreichische Umsatzsteuer im Vorsteuererstattungsverfahren für Drittlandsunternehmen zurückfordern, soweit sie nach § 12 UStG abziehbar wäre.
2.Der Antrag (Formular U 5) wird auf Papier direkt beim Finanzamt Österreich, Dienststelle Graz-Stadt, eingereicht – nicht über das ESTV-Portal.
3.Die Frist endet am 30. Juni des Folgejahres (Postaufgabe) und ist nicht verlängerbar.
4.Der Mindestbetrag beträgt EUR 400, für ein ganzes Kalenderjahr oder den letzten Zeitraum eines Jahres EUR 50.
5.Beizulegen sind die Originalrechnungen, die Unternehmerbestätigung der ESTV im Original und beim Erstantrag der Fragebogen Verf 18.
6.Kraftstoffbezüge nach dem 14. Jänner 2021 sind ausgeschlossen; andere Positionen nur soweit nach österreichischem Recht abziehbar.
7.Eine Bearbeitungsdauer für Drittlandsanträge nennt usp.gv.at nicht; unvollständige Anträge verzögern die Bearbeitung.
8.Alle Unterlagen sind gemäss Art. 958f OR mindestens 10 Jahre aufzubewahren.

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