ÖV-Spesen im Lohnausweis: Ziffer 13, GA/Halbtax und Deklaration
Erstattete ÖV-Spesen für Geschäftsreisen werden in Lohnausweis Ziffer 13 deklariert: Tickets gegen Beleg in Ziffer 13.1.1 – mit Kreuz, wenn die Vorgaben von Rz 52 eingehalten sind –, ÖV-Pauschalen für Zeitabschnitte mit Betrag in Ziffer 13.2; GA/Halbtax mit privatem Anteil: Ziffer 2. Die korrekte Zuordnung hängt davon ab, ob die Kosten effektiv abgerechnet, pauschal vergütet oder direkt vom Arbeitgeber getragen werden. Dieser Beitrag zeigt HR-Verantwortlichen, welche ÖV-Kosten in welche Lohnausweis-Ziffer gehören und wo typische Fehler lauern.
01.Geschäftsreisen-ÖV: Effektivbelege und Pauschalen im Lohnausweis
Wenn Mitarbeitende für Geschäftsreisen öffentliche Verkehrsmittel nutzen und die Kosten vom Arbeitgeber erstattet bekommen, handelt es sich um Spesenerstattungen gemäss Art. 327a OR. Die Deklaration im Lohnausweis richtet sich danach, ob die Erstattung auf Einzelbelegen basiert oder pauschal erfolgt und ob ein genehmigtes Spesenreglement vorliegt.
Deklaration von ÖV-Geschäftsreisekosten im Lohnausweis
Bei der Effektivabrechnung werden ÖV-Tickets gegen Beleg vergütet. Sind alle Vorgaben von Rz 52 der Wegleitung eingehalten, genügt ein Kreuz bei Ziffer 13.1.1; die einzelnen Belege werden nicht aufgeführt. Sind die Vorgaben nicht erfüllt und liegt kein genehmigtes Reglement vor, ist der Jahrestotal der effektiv vergüteten Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungsspesen anzugeben. Mit genehmigtem Spesenreglement entfällt diese Angabe; in Ziffer 15 wird der Genehmigungsvermerk angebracht.
Wichtig: Eine ÖV-Pauschale für einen Zeitabschnitt ist nicht automatisch Lohn, muss aber immer betragsmässig in Ziffer 13.2 deklariert werden und in etwa den effektiven Auslagen entsprechen – auch mit genehmigtem Reglement. Ohne genehmigtes Reglement fehlt die Rechtssicherheit; überhöhte oder nicht begründbare Pauschalen können Steuerbehörde und AHV als Lohn aufrechnen. Für die Genehmigung empfiehlt die Wegleitung einen Aufbau des Reglements nach den SSK-Mustervorlagen.
02.GA und Halbtax: Deklaration je nach Nutzungsanteil
Stellt der Arbeitgeber ein GA oder Halbtax-Abonnement zur Verfügung, hängt die Lohnausweis-Deklaration entscheidend davon ab, ob das Abonnement ausschliesslich geschäftlich oder auch privat genutzt wird. Die ESTV unterscheidet klar zwischen diesen beiden Fällen.
GA/Halbtax im Lohnausweis: Übersicht nach Nutzungsart
Grundlage für die Bewertung des geldwerten Vorteils ist der aktuelle SBB-Marktpreis des Abonnements. Für 2026 kostet ein GA 2. Klasse CHF 3'860 und ein GA 1. Klasse CHF 6'300. Der private Anteil wird prozentual geschätzt und als Betrag in Ziffer 2 des Lohnausweises eingetragen. Nutzt ein Mitarbeitender das GA beispielsweise zu 40 Prozent privat (Arbeitsweg und Freizeit), ergibt sich bei einem GA 2. Klasse ein geldwerter Vorteil von CHF 1'544.
Ein rein betrieblich genutztes GA – etwa für Aussendienstmitarbeitende ohne festen Arbeitsort – ist Spesenersatz und wird unter den Spesen in Ziffer 13 erfasst; ob mit Kreuz oder Betrag, richtet sich nach Rz 52 bzw. dem genehmigten Reglement. In diesem Fall entsteht kein steuerbarer Vorteil. Die rein betriebliche Nutzung muss allerdings glaubhaft sein: Mitarbeitende, die täglich denselben Arbeitsweg zurücklegen, können kaum argumentieren, das GA diene ausschliesslich geschäftlichen Zwecken.
Beim Halbtax-Abonnement gelten dieselben Grundsätze. Da das Halbtax primär eine Vergünstigung auf Einzeltickets darstellt, wird in der Praxis häufig der volle Kaufpreis als geldwerter Vorteil in Ziffer 2 deklariert, sofern der Mitarbeitende das Halbtax auch privat nutzt. Wird das Halbtax ausschliesslich für geschäftliche Einzeltickets eingesetzt, kann es steuerfrei in Ziffer 13 ausgewiesen werden.
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Mehr erfahren →03.Was nicht im Lohnausweis deklariert werden muss
Nicht jede ÖV-Ausgabe des Arbeitgebers führt zu einem Eintrag im Lohnausweis. Entscheidend ist, ob der Mitarbeitende eine Erstattung erhält oder ob der Arbeitgeber die Kosten direkt trägt, ohne dass ein Geldfluss an den Mitarbeitenden stattfindet.
- Direkt gebuchte Zugtickets: Bucht und bezahlt der Arbeitgeber Zugtickets direkt über ein Firmenkonto (z.B. SBB-Businesskonto), erhält der Mitarbeitende keine Erstattung. Diese Kosten erscheinen als Betriebsaufwand in der Buchhaltung, nicht im Lohnausweis.
- Firmeneigene Abonnemente ohne Privatnutzung: Streckenabonnemente, die auf das Unternehmen lauten und ausschliesslich für Geschäftsreisen eingesetzt werden, sind reine Betriebskosten. Sie werden weder in Ziffer 2 noch in Ziffer 13 aufgeführt.
- Dienstlich veranlasste Taxifahrten auf Firmenrechnung: Auch Taxikosten, die der Arbeitgeber direkt begleicht (z.B. über ein Firmenkonto bei einem Taxidienst), lösen keinen Lohnausweis-Eintrag aus, solange keine Erstattung an den Mitarbeitenden erfolgt.
Die Abgrenzung ist in der Praxis relevant: Sobald der Mitarbeitende in Vorleistung tritt und den Betrag zurückerhält, handelt es sich um eine Spesenerstattung, die im Lohnausweis erscheinen muss. Bezahlt hingegen der Arbeitgeber direkt, fliesst dem Mitarbeitenden kein Geld zu – und es entsteht kein deklarationspflichtiger Vorgang. HR-Abteilungen sollten deshalb klar dokumentieren, welche ÖV-Kosten direkt vom Unternehmen und welche als Erstattung über die Spesenabrechnung abgewickelt werden.
04.Häufige Fehler
Fehler 1: Privaten GA-Anteil nicht in Ziffer 2 deklariert
Wird ein GA auch für den Arbeitsweg oder privat genutzt, muss der entsprechende Anteil als geldwerter Vorteil in Ziffer 2 erscheinen. Fehlt dieser Eintrag, droht eine Aufrechnung durch die Steuerbehörde – inklusive Nachsteuer und Verzugszins. HR sollte bei jeder GA-Abgabe den Nutzungsanteil schriftlich festhalten.
Fehler 2: ÖV-Pauschale nur angekreuzt statt mit Betrag deklariert
Das Kreuz bei Ziffer 13.1.1 gilt nur für effektive Spesen und Einzelfallpauschalen nach Rz 52. Monatliche oder jährliche ÖV-Pauschalen sind dagegen immer betragsmässig in Ziffer 13.2 anzugeben, auch mit genehmigtem Reglement. Fehlt der Betrag, verlangt die Steuerbehörde eine Korrektur.
Fehler 3: Direkt bezahlte Tickets fälschlicherweise im Lohnausweis aufgeführt
Zugtickets, die der Arbeitgeber direkt bucht und bezahlt, gehören nicht in den Lohnausweis. Werden sie trotzdem in Ziffer 13 eingetragen, erhöht sich das deklarierte Einkommen des Mitarbeitenden unnötig. Die Kosten sind ausschliesslich als Betriebsaufwand in der Buchhaltung zu verbuchen.
Fehler 4: GA-Marktpreis nicht aktualisiert
Die SBB passt die GA-Preise regelmässig an. Wird der geldwerte Vorteil auf Basis eines veralteten Preises berechnet, stimmt die Deklaration in Ziffer 2 nicht. HR-Abteilungen sollten den aktuellen Marktpreis jeweils zu Jahresbeginn prüfen und in der Lohnbuchhaltung hinterlegen.
Fehler 5: Halbtax-Abonnement generell als steuerfrei behandelt
Ein Halbtax ist nur dann steuerfrei, wenn es ausschliesslich für geschäftliche Einzeltickets genutzt wird. Nutzt der Mitarbeitende das Halbtax auch privat, muss der Kaufpreis anteilig oder vollständig als geldwerter Vorteil in Ziffer 2 deklariert werden. Die pauschale Annahme, ein Halbtax sei immer steuerfrei, ist falsch.
05.Häufige Fragen
Muss ich jedes SBB-Ticket einzeln im Lohnausweis deklarieren?
Nein. Gegen Beleg erstattete ÖV-Kosten gehören in Ziffer 13.1.1; sind alle Vorgaben von Rz 52 eingehalten, genügt ein Kreuz ohne Betrag. Andernfalls wird ohne genehmigtes Reglement die Jahressumme der effektiv vergüteten Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungsspesen eingetragen. Einzelbelege werden intern aufbewahrt, erscheinen aber nicht einzeln im Lohnausweis.
Wie wird der private Anteil eines GA berechnet?
Der private Anteil wird prozentual geschätzt, basierend auf dem Verhältnis von geschäftlicher zu privater Nutzung (inkl. Arbeitsweg). Dieser Prozentsatz wird auf den aktuellen SBB-Marktpreis des GA angewendet. Bei einem GA 2. Klasse (CHF 3'860 in 2026) und 40 Prozent Privatnutzung ergibt sich ein geldwerter Vorteil von CHF 1'544 in Ziffer 2.
Ist ein vom Arbeitgeber bezahltes Halbtax immer steuerpflichtig?
Nicht zwingend. Wird das Halbtax ausschliesslich für geschäftliche Reisen eingesetzt, kann es steuerfrei in Ziffer 13 deklariert werden. Sobald der Mitarbeitende das Halbtax auch privat nutzt, entsteht ein geldwerter Vorteil, der in Ziffer 2 deklariert werden muss. Die rein geschäftliche Nutzung muss glaubhaft sein.
Was passiert, wenn der Arbeitgeber das GA direkt bei der SBB kauft?
Auch wenn der Arbeitgeber das GA direkt kauft, muss ein allfälliger privater Nutzungsanteil im Lohnausweis erscheinen. Der Kaufweg ist irrelevant – entscheidend ist, ob der Mitarbeitende einen geldwerten Vorteil erhält. Nur wenn das GA rein betrieblich genutzt wird, entfällt der Eintrag in Ziffer 2.
Brauche ich ein genehmigtes Spesenreglement für ÖV-Pauschalen?
Nicht zwingend, aber es schafft Rechtssicherheit. ÖV-Pauschalen für Zeitabschnitte, etwa monatlich, sind ohnehin immer betragsmässig in Ziffer 13.2 anzugeben, auch mit genehmigtem Reglement, und müssen in etwa den effektiven Auslagen entsprechen. Für die Genehmigung empfiehlt die Wegleitung, das Reglement nach den SSK-Mustervorlagen aufzubauen.