ÖV-Spesen im Lohnausweis: Ziffer 13, GA/Halbtax und Deklaration

Definition7 min LesezeitAktualisiert 29. Oktober 2026

Erstattete ÖV-Spesen für Geschäftsreisen werden in Lohnausweis Ziffer 13 deklariert: Tickets gegen Beleg in Ziffer 13.1.1 – mit Kreuz, wenn die Vorgaben von Rz 52 eingehalten sind –, ÖV-Pauschalen für Zeitabschnitte mit Betrag in Ziffer 13.2; GA/Halbtax mit privatem Anteil: Ziffer 2. Die korrekte Zuordnung hängt davon ab, ob die Kosten effektiv abgerechnet, pauschal vergütet oder direkt vom Arbeitgeber getragen werden. Dieser Beitrag zeigt HR-Verantwortlichen, welche ÖV-Kosten in welche Lohnausweis-Ziffer gehören und wo typische Fehler lauern.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick
1.Einzeltickets und Streckenkarten für Geschäftsreisen sind effektive Spesen und gehören in Lohnausweis Ziffer 13.1.1.
2.Sind die Vorgaben von Rz 52 eingehalten, genügt dort ein Kreuz; mit genehmigtem Spesenreglement entfällt die Angabe, und in Ziffer 15 wird der Genehmigungsvermerk angebracht.
3.Ein GA oder Halbtax mit rein geschäftlicher Nutzung ist steuerfrei und wird unter den Spesen in Ziffer 13 erfasst.
4.Wird ein GA auch privat genutzt, muss der private Anteil als geldwerter Vorteil in Ziffer 2 deklariert werden – Grundlage ist der aktuelle SBB-Marktpreis.
5.Zugtickets, die der Arbeitgeber direkt bucht und bezahlt, ohne dass der Mitarbeitende eine Erstattung erhält, erscheinen nicht im Lohnausweis.

01.Geschäftsreisen-ÖV: Effektivbelege und Pauschalen im Lohnausweis

Wenn Mitarbeitende für Geschäftsreisen öffentliche Verkehrsmittel nutzen und die Kosten vom Arbeitgeber erstattet bekommen, handelt es sich um Spesenerstattungen gemäss Art. 327a OR. Die Deklaration im Lohnausweis richtet sich danach, ob die Erstattung auf Einzelbelegen basiert oder pauschal erfolgt und ob ein genehmigtes Spesenreglement vorliegt.

ErstattungsartLohnausweis-ZifferAngabe
Effektivbelege (Einzeltickets, Streckenkarten), Vorgaben von Rz 52 eingehaltenZiffer 13.1.1Kreuz – kein Betrag nötig
Effektivbelege, Vorgaben von Rz 52 nicht eingehalten, kein genehmigtes ReglementZiffer 13.1.1Gesamtbetrag der effektiven Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungsspesen in CHF (Rz 53)
ÖV-Pauschale für Zeitabschnitte (mit oder ohne Reglement)Ziffer 13.2Gesamtbetrag der Pauschale in CHF
Genehmigtes SpesenreglementZiffer 15Genehmigungsvermerk; kein Kreuz bei 13.1.1, Pauschalen weiterhin mit Betrag in 13.2

Deklaration von ÖV-Geschäftsreisekosten im Lohnausweis

Bei der Effektivabrechnung werden ÖV-Tickets gegen Beleg vergütet. Sind alle Vorgaben von Rz 52 der Wegleitung eingehalten, genügt ein Kreuz bei Ziffer 13.1.1; die einzelnen Belege werden nicht aufgeführt. Sind die Vorgaben nicht erfüllt und liegt kein genehmigtes Reglement vor, ist der Jahrestotal der effektiv vergüteten Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungsspesen anzugeben. Mit genehmigtem Spesenreglement entfällt diese Angabe; in Ziffer 15 wird der Genehmigungsvermerk angebracht.

Wichtig: Eine ÖV-Pauschale für einen Zeitabschnitt ist nicht automatisch Lohn, muss aber immer betragsmässig in Ziffer 13.2 deklariert werden und in etwa den effektiven Auslagen entsprechen – auch mit genehmigtem Reglement. Ohne genehmigtes Reglement fehlt die Rechtssicherheit; überhöhte oder nicht begründbare Pauschalen können Steuerbehörde und AHV als Lohn aufrechnen. Für die Genehmigung empfiehlt die Wegleitung einen Aufbau des Reglements nach den SSK-Mustervorlagen.

Wichtigste Punkte:
Gegen Beleg erstattete ÖV-Kosten gehören in Ziffer 13.1.1 – mit Kreuz, wenn die Vorgaben von Rz 52 eingehalten sind.
Mit genehmigtem Spesenreglement entfällt die Angabe in Ziffer 13.1.1; in Ziffer 15 wird der Genehmigungsvermerk angebracht.
ÖV-Pauschalen für Zeitabschnitte gehören immer betragsmässig in Ziffer 13.2 und müssen den effektiven Auslagen entsprechen.

02.GA und Halbtax: Deklaration je nach Nutzungsanteil

Stellt der Arbeitgeber ein GA oder Halbtax-Abonnement zur Verfügung, hängt die Lohnausweis-Deklaration entscheidend davon ab, ob das Abonnement ausschliesslich geschäftlich oder auch privat genutzt wird. Die ESTV unterscheidet klar zwischen diesen beiden Fällen.

NutzungLohnausweis-ZifferSteuerliche Behandlung
Rein betrieblich (kein Arbeitsweg, keine Privatfahrten)Ziffer 13 (Spesen)Steuerfrei – kein geldwerter Vorteil
Auch für Arbeitsweg genutztZiffer 2Geldwerter Vorteil in Höhe des Arbeitsweg-Anteils
Auch privat genutzt (Freizeit, Ferien)Ziffer 2Geldwerter Vorteil in Höhe des privaten Anteils

GA/Halbtax im Lohnausweis: Übersicht nach Nutzungsart

Grundlage für die Bewertung des geldwerten Vorteils ist der aktuelle SBB-Marktpreis des Abonnements. Für 2026 kostet ein GA 2. Klasse CHF 3'860 und ein GA 1. Klasse CHF 6'300. Der private Anteil wird prozentual geschätzt und als Betrag in Ziffer 2 des Lohnausweises eingetragen. Nutzt ein Mitarbeitender das GA beispielsweise zu 40 Prozent privat (Arbeitsweg und Freizeit), ergibt sich bei einem GA 2. Klasse ein geldwerter Vorteil von CHF 1'544.

Ein rein betrieblich genutztes GA – etwa für Aussendienstmitarbeitende ohne festen Arbeitsort – ist Spesenersatz und wird unter den Spesen in Ziffer 13 erfasst; ob mit Kreuz oder Betrag, richtet sich nach Rz 52 bzw. dem genehmigten Reglement. In diesem Fall entsteht kein steuerbarer Vorteil. Die rein betriebliche Nutzung muss allerdings glaubhaft sein: Mitarbeitende, die täglich denselben Arbeitsweg zurücklegen, können kaum argumentieren, das GA diene ausschliesslich geschäftlichen Zwecken.

Beim Halbtax-Abonnement gelten dieselben Grundsätze. Da das Halbtax primär eine Vergünstigung auf Einzeltickets darstellt, wird in der Praxis häufig der volle Kaufpreis als geldwerter Vorteil in Ziffer 2 deklariert, sofern der Mitarbeitende das Halbtax auch privat nutzt. Wird das Halbtax ausschliesslich für geschäftliche Einzeltickets eingesetzt, kann es steuerfrei in Ziffer 13 ausgewiesen werden.

Wichtigste Punkte:
Ein rein betrieblich genutztes GA ist steuerfrei und wird unter den Spesen in Ziffer 13 erfasst.
Der private Nutzungsanteil eines GA oder Halbtax wird als geldwerter Vorteil in Ziffer 2 eingetragen.
Bewertungsgrundlage ist der aktuelle SBB-Marktpreis des Abonnements.
Die rein betriebliche Nutzung muss gegenüber der Steuerbehörde glaubhaft nachgewiesen werden können.
Spesen App

ÖV-Spesen und Lohnausweis-Deklaration digital verwalten mit der Spesen App→ Spesenbelege erfassen, einreichen, prüfen und freigeben.

Mehr erfahren →

03.Was nicht im Lohnausweis deklariert werden muss

Nicht jede ÖV-Ausgabe des Arbeitgebers führt zu einem Eintrag im Lohnausweis. Entscheidend ist, ob der Mitarbeitende eine Erstattung erhält oder ob der Arbeitgeber die Kosten direkt trägt, ohne dass ein Geldfluss an den Mitarbeitenden stattfindet.

  • Direkt gebuchte Zugtickets: Bucht und bezahlt der Arbeitgeber Zugtickets direkt über ein Firmenkonto (z.B. SBB-Businesskonto), erhält der Mitarbeitende keine Erstattung. Diese Kosten erscheinen als Betriebsaufwand in der Buchhaltung, nicht im Lohnausweis.
  • Firmeneigene Abonnemente ohne Privatnutzung: Streckenabonnemente, die auf das Unternehmen lauten und ausschliesslich für Geschäftsreisen eingesetzt werden, sind reine Betriebskosten. Sie werden weder in Ziffer 2 noch in Ziffer 13 aufgeführt.
  • Dienstlich veranlasste Taxifahrten auf Firmenrechnung: Auch Taxikosten, die der Arbeitgeber direkt begleicht (z.B. über ein Firmenkonto bei einem Taxidienst), lösen keinen Lohnausweis-Eintrag aus, solange keine Erstattung an den Mitarbeitenden erfolgt.

Die Abgrenzung ist in der Praxis relevant: Sobald der Mitarbeitende in Vorleistung tritt und den Betrag zurückerhält, handelt es sich um eine Spesenerstattung, die im Lohnausweis erscheinen muss. Bezahlt hingegen der Arbeitgeber direkt, fliesst dem Mitarbeitenden kein Geld zu – und es entsteht kein deklarationspflichtiger Vorgang. HR-Abteilungen sollten deshalb klar dokumentieren, welche ÖV-Kosten direkt vom Unternehmen und welche als Erstattung über die Spesenabrechnung abgewickelt werden.

Wichtigste Punkte:
Direkt vom Arbeitgeber gebuchte und bezahlte Zugtickets erscheinen nicht im Lohnausweis.
Entscheidend ist, ob der Mitarbeitende eine Erstattung erhält oder ob der Arbeitgeber die Kosten ohne Geldfluss an den Mitarbeitenden trägt.
Eine saubere Dokumentation der Zahlungswege verhindert Fehler bei der Lohnausweis-Erstellung.

ÖV-Spesen und Lohnausweis-Deklaration digital verwalten

Starte jetzt mit der Spesen App und der Spesen App Cloud – die smarte Lösung für Unternehmen. Spesenbelege erfassen, einreichen, prüfen und freigeben. Alles digital, alles im Griff.

Mehr erfahren →

04.Häufige Fehler

Fehler 1: Privaten GA-Anteil nicht in Ziffer 2 deklariert

Wird ein GA auch für den Arbeitsweg oder privat genutzt, muss der entsprechende Anteil als geldwerter Vorteil in Ziffer 2 erscheinen. Fehlt dieser Eintrag, droht eine Aufrechnung durch die Steuerbehörde – inklusive Nachsteuer und Verzugszins. HR sollte bei jeder GA-Abgabe den Nutzungsanteil schriftlich festhalten.

Fehler 2: ÖV-Pauschale nur angekreuzt statt mit Betrag deklariert

Das Kreuz bei Ziffer 13.1.1 gilt nur für effektive Spesen und Einzelfallpauschalen nach Rz 52. Monatliche oder jährliche ÖV-Pauschalen sind dagegen immer betragsmässig in Ziffer 13.2 anzugeben, auch mit genehmigtem Reglement. Fehlt der Betrag, verlangt die Steuerbehörde eine Korrektur.

Fehler 3: Direkt bezahlte Tickets fälschlicherweise im Lohnausweis aufgeführt

Zugtickets, die der Arbeitgeber direkt bucht und bezahlt, gehören nicht in den Lohnausweis. Werden sie trotzdem in Ziffer 13 eingetragen, erhöht sich das deklarierte Einkommen des Mitarbeitenden unnötig. Die Kosten sind ausschliesslich als Betriebsaufwand in der Buchhaltung zu verbuchen.

Fehler 4: GA-Marktpreis nicht aktualisiert

Die SBB passt die GA-Preise regelmässig an. Wird der geldwerte Vorteil auf Basis eines veralteten Preises berechnet, stimmt die Deklaration in Ziffer 2 nicht. HR-Abteilungen sollten den aktuellen Marktpreis jeweils zu Jahresbeginn prüfen und in der Lohnbuchhaltung hinterlegen.

Fehler 5: Halbtax-Abonnement generell als steuerfrei behandelt

Ein Halbtax ist nur dann steuerfrei, wenn es ausschliesslich für geschäftliche Einzeltickets genutzt wird. Nutzt der Mitarbeitende das Halbtax auch privat, muss der Kaufpreis anteilig oder vollständig als geldwerter Vorteil in Ziffer 2 deklariert werden. Die pauschale Annahme, ein Halbtax sei immer steuerfrei, ist falsch.

05.Häufige Fragen

Muss ich jedes SBB-Ticket einzeln im Lohnausweis deklarieren?

Nein. Gegen Beleg erstattete ÖV-Kosten gehören in Ziffer 13.1.1; sind alle Vorgaben von Rz 52 eingehalten, genügt ein Kreuz ohne Betrag. Andernfalls wird ohne genehmigtes Reglement die Jahressumme der effektiv vergüteten Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungsspesen eingetragen. Einzelbelege werden intern aufbewahrt, erscheinen aber nicht einzeln im Lohnausweis.

Wie wird der private Anteil eines GA berechnet?

Der private Anteil wird prozentual geschätzt, basierend auf dem Verhältnis von geschäftlicher zu privater Nutzung (inkl. Arbeitsweg). Dieser Prozentsatz wird auf den aktuellen SBB-Marktpreis des GA angewendet. Bei einem GA 2. Klasse (CHF 3'860 in 2026) und 40 Prozent Privatnutzung ergibt sich ein geldwerter Vorteil von CHF 1'544 in Ziffer 2.

Ist ein vom Arbeitgeber bezahltes Halbtax immer steuerpflichtig?

Nicht zwingend. Wird das Halbtax ausschliesslich für geschäftliche Reisen eingesetzt, kann es steuerfrei in Ziffer 13 deklariert werden. Sobald der Mitarbeitende das Halbtax auch privat nutzt, entsteht ein geldwerter Vorteil, der in Ziffer 2 deklariert werden muss. Die rein geschäftliche Nutzung muss glaubhaft sein.

Was passiert, wenn der Arbeitgeber das GA direkt bei der SBB kauft?

Auch wenn der Arbeitgeber das GA direkt kauft, muss ein allfälliger privater Nutzungsanteil im Lohnausweis erscheinen. Der Kaufweg ist irrelevant – entscheidend ist, ob der Mitarbeitende einen geldwerten Vorteil erhält. Nur wenn das GA rein betrieblich genutzt wird, entfällt der Eintrag in Ziffer 2.

Brauche ich ein genehmigtes Spesenreglement für ÖV-Pauschalen?

Nicht zwingend, aber es schafft Rechtssicherheit. ÖV-Pauschalen für Zeitabschnitte, etwa monatlich, sind ohnehin immer betragsmässig in Ziffer 13.2 anzugeben, auch mit genehmigtem Reglement, und müssen in etwa den effektiven Auslagen entsprechen. Für die Genehmigung empfiehlt die Wegleitung, das Reglement nach den SSK-Mustervorlagen aufzubauen.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
1.Gegen Beleg erstattete ÖV-Kosten für Geschäftsreisen gehören in Lohnausweis Ziffer 13.1.1 – mit Kreuz, wenn die Vorgaben von Rz 52 eingehalten sind, sonst mit Betrag.
2.Mit einem genehmigten Spesenreglement entfällt die Angabe in Ziffer 13.1.1; ÖV-Pauschalen für Zeitabschnitte stehen aber immer mit Betrag in Ziffer 13.2.
3.Ein rein betrieblich genutztes GA oder Halbtax ist steuerfrei und wird unter den Spesen in Ziffer 13 erfasst.
4.Der private Nutzungsanteil eines GA oder Halbtax gilt als geldwerter Vorteil und gehört in Ziffer 2 des Lohnausweises.
5.Bewertungsgrundlage für den geldwerten Vorteil ist der aktuelle SBB-Marktpreis des Abonnements.
6.Direkt vom Arbeitgeber gebuchte und bezahlte Zugtickets erscheinen nicht im Lohnausweis, da kein Geldfluss an den Mitarbeitenden stattfindet.
7.Für die Genehmigung eines Spesenreglements empfiehlt die Wegleitung zum Lohnausweis einen Aufbau nach den SSK-Mustervorlagen.
8.Eine klare Dokumentation der Zahlungswege – direkte Buchung versus Erstattung – ist Voraussetzung für die korrekte Lohnausweis-Deklaration.

06.Weiterführende Artikel

ÖV-Spesen korrekt abrechnen (2026)Übersicht & Leitfaden
ÖV-Spesen für berufliche Fahrten sind voll erstattungsfähig – massgeblich ist der günstigste zumutbare Tarif, in der Regel die 2. Klasse.
ÖV-Spesen: Steuerliche Behandlung (2026)Definition
Erstattete ÖV-Spesen für betriebliche Fahrten sind für den AN steuerfrei und AHV-befreit – Pendelweg nicht erstattungspflichtig; GA/Halbtax mit Privatanteil: geldwerter Vorteil.
ÖV-Spesen in der Buchhaltung buchen (2026)Leitfaden
ÖV-Spesen auf Konto 6250 (Fahrtkosten) buchen – 8.1% VSt auf Konto 1170; GA/Halbtax mit Privatanteil: nur den betrieblichen Teil als Spesen, privater Anteil als geldwerter Vorteil.
GA-Abonnement als Spesen (2026)Definition
Ein AG-finanziertes GA mit privatem Nutzungsanteil gilt als geldwerter Vorteil (Lohnausweis Ziffer 2) – bei nachweislich rein betrieblicher Nutzung: steuerfrei; in der Praxis fast immer Mischnutzung.