Pauschalspesen: Musterberechnung, ESTV-Ansätze und Lohnausweis

Leitfaden10 min LesezeitAktualisiert 29. Oktober 2026

Pauschalspesen werden berechnet als Ansatz × tatsächliche Spesenereignisse – z. B. 180 auswärtige Hauptmahlzeiten × CHF 30 = CHF 5'400 pro Jahr; eine Hochrechnung auf die Arbeitstage ist nach Rz 52 der Wegleitung zum Lohnausweis nicht zulässig. Fixe Monatspauschalen leiten Sie aus den dokumentierten effektiven Auslagen ab und geben sie im Lohnausweis in Ziffer 13.2 an. Wer die Berechnung korrekt durchführt, vermeidet Aufrechnungen bei der Steuerrevision und schafft Transparenz gegenüber den Mitarbeitenden. Fehler bei der Berechnung oder Deklaration können zu Nachsteuern, AHV-Nachforderungen und Bussen führen.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick
1.Die Grundformel für Einzelfallpauschalen lautet: Ansatz × tatsächliche Ereignisse (Mahlzeiten, Reisetage, Kilometer); eine Hochrechnung auf die Arbeitstage ist nicht zulässig.
2.Für Verpflegung gilt 2026 bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit, für Kleinspesen bis CHF 20 pro Tag.
3.Pauschale Repräsentationsspesen müssen den effektiven Auslagen entsprechen; über CHF 6'000 pro Jahr höchstens 5 % des Bruttolohns, maximal CHF 24'000 pro Jahr.
4.Im Lohnausweis gehören Einzelfallpauschalen in Ziffer 13.1.1 (Kreuz bei Einhaltung von Rz 52), Monatspauschalen betragsmässig in Ziffer 13.2.
5.Übersteigt eine Pauschale die effektiven Auslagen oder die Repräsentationsgrenze, ist die Differenz als Lohn in Ziffer 1 zu deklarieren.

01.Berechnungsgrundlagen

Die Berechnung von Pauschalspesen hängt von ihrer Art ab. Einzelfallpauschalen (Rz 52 der Wegleitung) werden pro Ereignis vergütet und brauchen kein Reglement. Pauschalen für Zeitabschnitte (z. B. monatliche Repräsentationspauschale) müssen in etwa den effektiven Auslagen entsprechen; ein genehmigtes Spesenreglement legt sie verbindlich fest.

Die Formel für Einzelfallpauschalen lautet: Ansatz × Anzahl tatsächlicher Ereignisse = Betrag. Eine Hochrechnung auf die Arbeitstage ist nicht zulässig. Fixe Monatspauschalen leiten Sie aus den dokumentierten effektiven Auslagen ab. Jeder Faktor muss einzeln bestimmt und dokumentiert werden.

  • Ansatz: Der Wert pro Ereignis nach Rz 52 oder genehmigtem Reglement. Für 2026: Verpflegung bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit, Kleinspesen bis CHF 20 pro Tag, CHF 0.75 pro Kilometer.
  • Anzahl Ereignisse: Nur tatsächliche auswärtige Hauptmahlzeiten, Reisetage oder Kilometer zählen. Ferien, Krankheit, Homeoffice und Bürotage lösen keine Spesen aus. Die Anzahl variiert je nach Funktion und Reisetätigkeit.
  • Beschäftigungsgrad: Einzelfallpauschalen werden nicht gekürzt, weil sie nur für tatsächliche Ereignisse anfallen. Fixe Monats- und Jahrespauschalen werden nach SSK-Muster bei reduziertem Beschäftigungsgrad anteilsmässig gekürzt.
Wichtigste Punkte:
Einzelfallpauschalen: Ansatz × tatsächliche Ereignisse – keine Hochrechnung auf Arbeitstage.
Ferien, Krankheit, Homeoffice und Bürotage lösen keine Spesen aus.
Fixe Monatspauschalen müssen den effektiven Auslagen entsprechen und werden bei Teilzeit anteilsmässig gekürzt.

02.Musterberechnung Aussendienstmitarbeitender

Das folgende Beispiel mit Annahmen zeigt die Berechnung für eine Aussendienstmitarbeiterin mit 100 % Pensum und einem Bruttolohn von CHF 80'000 pro Jahr. Die Zahl der Ereignisse unterscheidet sich je nach Spesenart, weil nicht jeder Reisetag gleichermassen Verpflegungs- und Kleinspesenkosten auslöst.

SpesenartAnsatzEreignisse/JahrJahresbetrag
Verpflegung (Mittag-/Abendessen)CHF 30/Hauptmahlzeit180 HauptmahlzeitenCHF 5'400
Kleinspesen (Telefon, Parkgebühren etc.)CHF 20/Reisetag160 ReisetageCHF 3'200
TotalCHF 8'600

Musterberechnung Pauschalspesen Aussendienst (2026, Annahmen)

Die 180 Hauptmahlzeiten ergeben sich aus 160 Reisetagen mit auswärtigem Mittagessen und 20 Abendessen bei auswärtiger Übernachtung oder Rückkehr nach 19.30 Uhr. Beide Werte werden im Lohnausweis nicht betragsmässig angegeben, wenn alle Vorgaben von Rz 52 eingehalten sind (Kreuz bei Ziffer 13.1.1). Eine Repräsentationspauschale wäre separat nach den effektiven Auslagen festzulegen und in Ziffer 13.2.1 betragsmässig anzugeben; bei CHF 80'000 Bruttolohn dürfte sie CHF 6'000 pro Jahr nicht übersteigen, weil 5 % nur CHF 4'000 ergeben.

Wichtigste Punkte:
Verpflegung: CHF 30 × 180 auswärtige Hauptmahlzeiten = CHF 5'400 pro Jahr.
Kleinspesen: CHF 20 × 160 Reisetage = CHF 3'200 pro Jahr.
Eine Repräsentationspauschale richtet sich nach den effektiven Auslagen und wird in Ziffer 13.2.1 angegeben.
Die Zahl der Ereignisse muss pro Spesenart individuell bestimmt werden.
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03.Was in den Lohnausweis gehört

Einzelfallpauschalen und effektive Reisespesen gehören in Ziffer 13.1.1. Werden alle Vorgaben von Rz 52 eingehalten oder liegt ein genehmigtes Spesenreglement vor, wird dort nur ein Kreuz gesetzt; andernfalls ist der Betrag anzugeben (Rz 53). Pauschalen für Zeitabschnitte erscheinen immer betragsmässig in Ziffer 13.2 – auch mit genehmigtem Reglement.

Intern muss der Gesamtjahresbetrag pro Mitarbeitenden dokumentiert und aufbewahrt werden. Diese Unterlagen dienen als Nachweis bei einer Steuer- oder AHV-Revision.

  • Ziffer 13.1.1: Kreuz setzen, wenn Rz 52 eingehalten ist oder ein genehmigtes Spesenreglement vorliegt; sonst Betrag der effektiven Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungsspesen.
  • Ziffer 13.2: Monats- und Jahrespauschalen immer mit Betrag; bei genehmigtem Reglement zusätzlich Vermerk in Ziffer 15.
  • Interne Dokumentation: Berechnungsblatt mit Spesenart, Ansatz, Ereignissen und Jahresbetrag pro Mitarbeitenden ablegen. Aufbewahrungsfrist: 10 Jahre gemäss Art. 958f OR.
Wichtigste Punkte:
Einzelfallpauschalen: Ziffer 13.1.1, Kreuz bei Einhaltung von Rz 52 oder genehmigtem Reglement.
Die interne Berechnung muss 10 Jahre aufbewahrt werden (Art. 958f OR).
Monats- und Jahrespauschalen stehen immer mit Betrag in Ziffer 13.2.

04.Grenzen und was darüber hinausgeht

Rz 52 der Wegleitung und die SSK-Richtlinien setzen Grenzen. Liegen Einzelfallpauschalen ohne genehmigtes Reglement darüber, sind die Spesen betragsmässig anzugeben. Übersteigt eine Pauschale die effektiven Auslagen oder die Repräsentationsgrenze, gilt der Überschuss als Lohnbestandteil; er ist in Ziffer 1 des Lohnausweises zu deklarieren und unterliegt der AHV-Beitragspflicht.

PositionBetrag
Ausbezahlte RepräsentationspauschaleCHF 9'000
Obergrenze (Pauschale über CHF 6'000: 5 % von CHF 150'000 Bruttolohn)CHF 7'500
Differenz = Lohn (Ziffer 1 Lohnausweis)CHF 1'500

Beispiel mit Annahmen: Überschreitung bei Repräsentationsspesen

Für Repräsentationsspesen gilt zusätzlich ein absolutes Maximum von CHF 24'000 pro Jahr, unabhängig vom Bruttolohn. Bis CHF 6'000 pro Jahr gilt keine prozentuale Grenze, die Pauschale muss aber den effektiven Auslagen entsprechen. Bei Verpflegungs- und Kleinspesen ist der Ansatz pro Ereignis fix; eine Überschreitung entsteht vor allem, wenn mehr Mahlzeiten oder Reisetage abgerechnet werden als tatsächlich angefallen sind.

Wichtigste Punkte:
Der Teil einer Pauschale über den effektiven Auslagen oder über der Repräsentationsgrenze ist als Lohn zu deklarieren.
Repräsentationsspesen sind auf maximal CHF 24'000 pro Jahr gedeckelt.
Über CHF 6'000 Repräsentation pro Jahr gilt zusätzlich die Grenze von 5 % des Bruttolohns.

05.Pauschalspesen berechnen und deklarieren: Schritt für Schritt

Die folgende Anleitung führt Sie durch den gesamten Prozess von der Ermittlung der Spesenarten bis zur korrekten Deklaration im Lohnausweis. Einzelfallpauschalen nach Rz 52 brauchen kein Reglement; für fixe Monatspauschalen und höhere Ansätze schafft ein von der kantonalen Steuerverwaltung genehmigtes Spesenreglement Rechtssicherheit.

Schritt 1: Berechtigungskreis und Spesenarten definieren

Bestimmen Sie, welche Mitarbeitenden Anspruch auf Pauschalspesen haben und welche Spesenarten abgedeckt werden. Das Spesenreglement gibt den Rahmen vor. Typischerweise erhalten Aussendienstmitarbeitende, Kaderpersonen oder Mitarbeitende mit regelmässiger Reisetätigkeit Pauschalspesen.

  • Verpflegungspauschale: Für Hauptmahlzeiten, die wegen der Arbeit ausserhalb des üblichen Arbeitsorts anfallen, etwa auf Geschäftsreisen oder bei auswärtigen Einsätzen.
  • Kleinspesenspauschale: Für Kleinausgaben wie Telefon, Parkgebühren oder Trinkgelder an Reisetagen, die einzeln schwer belegbar sind.
  • Repräsentationspauschale: Für Mitarbeitende mit Kundenkontakt, die regelmässig Geschäftsessen oder Kundengeschenke finanzieren.
Wichtigste Punkte:
Nur Mitarbeitende mit tatsächlichem Bedarf erhalten Pauschalspesen.
Das Spesenreglement definiert den Rahmen; für Monatspauschalen schafft die kantonale Genehmigung Rechtssicherheit.
Jede Spesenart muss separat begründet und berechnet werden.

Schritt 2: Ansätze für 2026 ermitteln

Verwenden Sie die Werte von Rz 52 der Wegleitung zum Lohnausweis ab 1.1.2026. Bis zu diesen Werten können Einzelfallpauschalen ohne Betragsangabe im Lohnausweis vergütet werden, auch ohne Spesenreglement. Höhere Ansätze sind mit einem genehmigten Spesenreglement möglich; ohne Genehmigung sind sie betragsmässig anzugeben, und der Teil über den effektiven Auslagen gilt als Lohn.

SpesenartAnsatz 2026
Verpflegung (Mittag-/Abendessen)Bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit
KleinspesenBis CHF 20 pro Tag
Repräsentation (pauschal)Nach effektiven Auslagen; über CHF 6'000/Jahr max. 5 % des Bruttolohns, max. CHF 24'000/Jahr
Kilometerentschädigung PrivatfahrzeugCHF 0.75 pro km

Pauschalansätze 2026 (Wegleitung Rz 52, SSK)

Die Kilometerpauschale von CHF 0.75 gilt neu ab 1.1.2026. Bereits genehmigte Reglemente mit CHF 0.70 brauchen keine neue Genehmigung, sollten aber bei nächster Gelegenheit aktualisiert werden.

Wichtigste Punkte:
Verpflegung: bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit, Kleinspesen: bis CHF 20 pro Tag – keine Hochrechnung auf die Arbeitstage.
Repräsentation: nach effektiven Auslagen; über CHF 6'000 pro Jahr höchstens 5 % des Bruttolohns, maximal CHF 24'000 pro Jahr.
Die Kilometerentschädigung beträgt ab 2026 CHF 0.75 pro km.

Schritt 3: Tatsächliche Spesenereignisse und Auslagen erfassen

Erfassen Sie für jede Spesenart die tatsächlichen Ereignisse: auswärtige Hauptmahlzeiten wegen Geschäftsreisen oder Einsätzen ausserhalb des üblichen Arbeitsorts, Reisetage mit Kleinauslagen und gefahrene Geschäftskilometer. Ferien, Feiertage, Krankheitstage, Homeoffice und Bürotage lösen keine Spesen aus. Nach SSK-Muster gibt es das Abendessen bei auswärtiger Übernachtung oder Rückkehr nach 19.30 Uhr, das Frühstück bei Abreise vor 07.30 Uhr oder nach auswärtiger Übernachtung (sofern nicht im Hotelpreis).

Die Zahl kann pro Spesenart unterschiedlich sein. Ein Aussendienstmitarbeitender hat möglicherweise 160 Reisetage, aber 180 auswärtige Hauptmahlzeiten, weil er an manchen Tagen auch auswärts zu Abend isst. Wollen Sie eine fixe Monatspauschale festlegen, dokumentieren Sie die tatsächlichen Auslagen über eine repräsentative Periode und leiten die Höhe daraus ab.

Wichtigste Punkte:
Gezählt werden tatsächliche auswärtige Hauptmahlzeiten, Reisetage und Kilometer – nicht Soll-Arbeitstage.
Ferien, Feiertage, Homeoffice und Bürotage ohne auswärtige Tätigkeit lösen keine Spesen aus.
Die Herleitung pro Spesenart separat dokumentieren.

Schritt 4: Beschäftigungsgrad berücksichtigen

Einzelfallpauschalen werden nicht proportional zum Pensum gekürzt, weil sie ohnehin nur für tatsächliche Ereignisse bezahlt werden: Eine Mitarbeiterin mit 60 % Pensum, die 108 Mal auswärts zu Mittag isst (Annahme), erhält CHF 30 × 108 = CHF 3'240 pro Jahr. Fixe Monats- oder Jahrespauschalen werden dagegen nach SSK-Muster bei reduziertem Beschäftigungsgrad anteilsmässig gekürzt.

Wichtig ist, dass die Methode im Spesenreglement festgelegt und einheitlich angewendet wird. Bei ununterbrochenen Abwesenheiten von mehr als vier Wochen (ohne Ferien) sind Monats- und Jahrespauschalen nach SSK-Muster für die darüber hinausgehende Zeit zu kürzen.

Wichtigste Punkte:
Einzelfallpauschalen richten sich nach den tatsächlichen Ereignissen; fixe Monatspauschalen werden bei Teilzeit anteilsmässig gekürzt.
Die Kürzungsmethode muss im Spesenreglement definiert sein.
Einheitliche Anwendung für alle Mitarbeitenden sicherstellen.

Schritt 5: Jahresbeträge pro Spesenart berechnen

Multiplizieren Sie den Ansatz mit der Zahl der tatsächlichen Ereignisse. Führen Sie die Berechnung für jede Spesenart separat durch und halten Sie das Ergebnis in einem Berechnungsblatt fest.

SpesenartFormelErgebnis
VerpflegungCHF 30 × 180 auswärtige HauptmahlzeitenCHF 5'400
KleinspesenCHF 20 × 160 ReisetageCHF 3'200
TotalCHF 8'600

Berechnungsbeispiel mit Annahmen: Vollzeit-Aussendienstmitarbeitender

Wichtigste Punkte:
Jede Spesenart wird separat berechnet.
Das Berechnungsblatt dient als Revisionsnachweis.
Eine Repräsentationspauschale richtet sich nach den effektiven Auslagen; die 5-Prozent-Grenze ist nur eine Obergrenze ab CHF 6'000 pro Jahr.

Schritt 6: Grenzwerte prüfen und Überschüsse korrekt deklarieren

Vergleichen Sie die Ansätze mit Rz 52 bzw. Ihrem genehmigten Reglement. Liegen Einzelfallpauschalen ohne genehmigtes Reglement über Rz 52, sind die Spesen im Lohnausweis betragsmässig anzugeben (Rz 53). Soweit eine Pauschale die effektiven Auslagen übersteigt, ist der Überschuss als Lohnbestandteil im Bruttolohn zu deklarieren; er unterliegt der AHV-Beitragspflicht und gegebenenfalls der Quellensteuer.

Besondere Vorsicht ist bei Repräsentationsspesen geboten: Sie müssen in etwa den effektiven Auslagen entsprechen; übersteigen sie CHF 6'000 pro Jahr, dürfen sie höchstens 5 % des Bruttolohns betragen. Das absolute Maximum liegt bei CHF 24'000 pro Jahr, auch wenn 5 % des Bruttolohns höher wären. Wer eine Repräsentationspauschale nach SSK-Muster erhält, kann Kleinausgaben bis CHF 50 nicht zusätzlich effektiv abrechnen.

Wichtigste Punkte:
Einzelfallpauschalen gegen Rz 52 bzw. das genehmigte Reglement prüfen.
Der Teil einer Pauschale über den effektiven Auslagen ist Lohn und AHV-pflichtig.
Repräsentation über CHF 6'000 pro Jahr: höchstens 5 % des Bruttolohns, maximal CHF 24'000.

Schritt 7: Lohnausweis korrekt ausfüllen

Einzelfallpauschalen und effektive Reisespesen gehören in Ziffer 13.1.1: Kreuz ohne Betrag, wenn alle Vorgaben von Rz 52 eingehalten sind oder ein genehmigtes Reglement vorliegt, sonst Betrag. Fixe Monats- oder Jahrespauschalen (z. B. Repräsentation) sind immer betragsmässig in Ziffer 13.2 anzugeben. Allfällige Lohnanteile fliessen in den Bruttolohn.

  • Ziffer 13.1.1: Effektive Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungsspesen inkl. Einzelfallpauschalen. Kreuz ohne Betrag bei Einhaltung von Rz 52 oder genehmigtem Reglement; sonst Betrag (Rz 53).
  • Ziffer 13.2: Pauschalen für Zeitabschnitte mit Betrag: 13.2.1 Repräsentation, 13.2.2 Auto, 13.2.3 übrige – auch bei genehmigtem Reglement.
  • Ziffer 1 und Ziffer 15: Überschüsse über den effektiven Auslagen als Lohnbestandteil in Ziffer 1; bei genehmigtem Reglement Vermerk in Ziffer 15.
Wichtigste Punkte:
Einzelfallpauschalen: Ziffer 13.1.1, Kreuz bei Einhaltung von Rz 52 oder genehmigtem Reglement.
Fixe Monats- und Jahrespauschalen: immer Betrag in Ziffer 13.2.
Überschüsse über den effektiven Auslagen: als Lohn in Ziffer 1.
#AufgabeVerantwortlich
1Berechtigungskreis und Spesenarten definierenHR / GL
2Ansätze 2026 ermittelnHR / Treuhand
3Tatsächliche Ereignisse pro Mitarbeitenden erfassenHR / Vorgesetzte
4Beschäftigungsgrad berücksichtigenHR
5Jahresbeträge pro Spesenart berechnenHR
6Grenzwerte prüfen und Überschüsse deklarierenHR / Treuhand
7Lohnausweis korrekt ausfüllenHR / Lohnbuchhaltung

Prozessübersicht

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06.Häufige Fehler

Fehler 1: Soll-Arbeitstage statt tatsächlicher Ereignisse verwendet

Wer pauschal 220 Arbeitstage für alle Spesenarten einsetzt, rechnet die Einzelfallpauschalen unzulässig hoch und riskiert eine Aufrechnung bei der Revision. Verpflegungs- und Kleinspesenereignisse sind zudem oft nicht identisch. Bestimmen Sie die Zahl pro Spesenart aus den tatsächlichen Mahlzeiten und Reisetagen und dokumentieren Sie die Herleitung.

Fehler 2: Beschäftigungsgrad nicht berücksichtigt

Teilzeitangestellte erhalten häufig die volle Monatspauschale, obwohl Monats- und Jahrespauschalen nach SSK-Muster anteilsmässig zu kürzen sind. Die Steuerverwaltung rechnet die Differenz als Lohn auf. Prüfen Sie bei jedem Mitarbeitenden den aktuellen Beschäftigungsgrad.

Fehler 3: Repräsentationspauschale als Prozentsatz des Lohns statt nach Auslagen berechnet

Die Repräsentationspauschale muss in etwa den effektiven Auslagen entsprechen; die 5 % des Bruttolohns sind nur eine Obergrenze für Pauschalen über CHF 6'000 pro Jahr. Wer einfach 5 % des Lohns auszahlt, ohne Bezug zu tatsächlichen Repräsentationsauslagen, riskiert eine Aufrechnung. Leiten Sie die Höhe aus den dokumentierten Auslagen ab und prüfen Sie jährlich die Obergrenze.

Fehler 4: Kreuz in Ziffer 13.1.1 falsch eingesetzt

Ein Kreuz ohne Betrag in Ziffer 13.1.1 ist nur zulässig, wenn alle Vorgaben von Rz 52 eingehalten sind oder ein genehmigtes Spesenreglement vorliegt; sonst ist der Betrag dort anzugeben. Monatspauschalen dürfen nie nur angekreuzt werden – sie gehören mit Betrag in Ziffer 13.2.

Fehler 5: Interne Berechnungsunterlagen fehlen

Die ESTV kann bei einer Revision die Berechnungsgrundlagen einfordern. Ohne Nachweis droht die Aufrechnung der gesamten Pauschale als Lohn. Bewahren Sie das Berechnungsblatt pro Mitarbeitenden während 10 Jahren auf (Art. 958f OR).

07.Häufige Fragen

Muss ich die interne Berechnung der Pauschalspesen aufbewahren?

Ja. Die Berechnungsunterlagen müssen gemäss Art. 958f OR während 10 Jahren aufbewahrt werden. Die ESTV kann diese Unterlagen bei einer Revision jederzeit einfordern. Fehlen die Nachweise, droht eine Aufrechnung der gesamten Pauschale als steuerbarer Lohn.

Wie berechne ich Pauschalspesen für Teilzeitmitarbeitende?

Einzelfallpauschalen werden nicht proportional gekürzt, sondern nach den tatsächlichen Ereignissen berechnet: Isst eine Mitarbeiterin mit 60 % Pensum 108 Mal auswärts zu Mittag, ergibt das CHF 30 × 108 = CHF 3'240. Fixe Monats- oder Jahrespauschalen werden dagegen nach SSK-Muster anteilsmässig zum Beschäftigungsgrad gekürzt. Die Methode muss im Spesenreglement festgelegt sein.

Was passiert, wenn die Pauschale die Ansätze von Rz 52 übersteigt?

Ohne genehmigtes Spesenreglement sind die Spesen dann im Lohnausweis betragsmässig anzugeben (Rz 53). Soweit die Pauschale die effektiven Auslagen übersteigt, wird die Differenz als Lohn behandelt, in Ziffer 1 des Lohnausweises deklariert und unterliegt der AHV-Beitragspflicht sowie der Einkommenssteuer. Höhere Ansätze lassen sich mit einem genehmigten Reglement absichern.

Muss der Pauschalbetrag im Lohnausweis aufgeführt werden?

Das hängt von der Art ab. Einzelfallpauschalen werden bei Einhaltung aller Vorgaben von Rz 52 oder mit genehmigtem Reglement nicht betragsmässig angegeben; es genügt ein Kreuz in Ziffer 13.1.1, sonst ist dort der Betrag einzutragen. Monats- und Jahrespauschalen sind immer mit Betrag in Ziffer 13.2 aufzuführen.

Gelten die ESTV-Ansätze 2026 auch für bereits genehmigte Spesenreglemente?

Bereits genehmigte Reglemente mit den bisherigen Ansätzen (z. B. CHF 0.70 Kilometerpauschale) brauchen keine neue Genehmigung. Die neuen Ansätze gelten für neue oder überarbeitete Reglemente. Eine Aktualisierung bei nächster Gelegenheit ist empfehlenswert.

Kann ich für alle Mitarbeitenden dieselbe Pauschalspesen-Berechnung verwenden?

Nein. Die Berechnung muss pro Mitarbeitenden individuell erfolgen, weil Beschäftigungsgrad, Reisetätigkeit und Bruttolohn unterschiedlich sind. Gleiche Pauschalen für alle Mitarbeitenden werden von der ESTV nicht akzeptiert, wenn die Voraussetzungen unterschiedlich sind.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
1.Einzelfallpauschalen werden nach der Formel Ansatz × tatsächliche Ereignisse berechnet; eine Hochrechnung auf die Arbeitstage ist nicht zulässig.
2.Rz 52 nennt für 2026 bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit für Verpflegung und bis CHF 20 pro Tag für Kleinspesen.
3.Pauschale Repräsentationsspesen müssen den effektiven Auslagen entsprechen; über CHF 6'000 pro Jahr gilt eine Grenze von 5 % des Bruttolohns, maximal CHF 24'000 pro Jahr.
4.Die Zahl der Ereignisse muss pro Spesenart individuell hergeleitet und dokumentiert werden.
5.Fixe Monatspauschalen werden bei Teilzeit anteilsmässig gekürzt; Einzelfallpauschalen richten sich nach den tatsächlichen Ereignissen.
6.Im Lohnausweis gehören Einzelfallpauschalen in Ziffer 13.1.1 (Kreuz bei Einhaltung von Rz 52), Monatspauschalen betragsmässig in Ziffer 13.2.
7.Übersteigt eine Pauschale die effektiven Auslagen oder die Repräsentationsgrenze, ist die Differenz als Lohn in Ziffer 1 zu deklarieren.
8.Die internen Berechnungsunterlagen müssen gemäss Art. 958f OR während 10 Jahren aufbewahrt werden.

08.Weiterführende Artikel