Reisekosten Graz, Linz, Salzburg: Spesenansätze, MWST und Abrechnung

Leitfaden9 min LesezeitAktualisiert 29. Oktober 2026

Für Dienstreisen nach Graz, Linz oder Salzburg gelten dieselben Spesenregeln wie für Wien – es gibt weder Städte- noch ESTV-Länderansätze; kein Schweizer Vorsteuerabzug auf österreichische Belege; MWST im Erstattungsverfahren für Drittlandsunternehmen rückforderbar. Schweizer KMU, die regelmässig Mitarbeitende nach Österreich entsenden, sollten die Abrechnungsregeln genau kennen. Fehler bei der Währungsumrechnung oder versäumte MWST-Rückforderungen führen zu unnötigen Mehrkosten und können bei einer Revision Probleme verursachen.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick
1.Für Graz, Linz und Salzburg gelten dieselben Regeln wie für Wien; ESTV-Länderansätze gibt es nicht – massgebend sind Rz 52 der Wegleitung und das Spesenreglement.
2.Die österreichische MWST von 10 % auf Hotel- und Restaurantrechnungen kann nicht als Schweizer Vorsteuer abgezogen werden.
3.Die Rückforderung der österreichischen MWST erfolgt mit Antrag U 5 auf Papier beim Finanzamt Graz-Stadt, bis spätestens 30. Juni des Folgejahres.
4.Alle Belege sind in EUR zu erfassen und nach der im Reglement festgelegten Methode in CHF umzurechnen.
5.Belege müssen gemäss Schweizer Recht mindestens 10 Jahre aufbewahrt werden.

01.Gleiche Regeln wie Wien: keine Städte- oder Länderansätze

Die ESTV publiziert keine Länderansätze und unterscheidet erst recht nicht zwischen einzelnen Städten. Ob Ihre Mitarbeitenden nach Graz, Linz, Salzburg oder Wien reisen, spielt keine Rolle: Es gelten die Werte von Rz 52 der Wegleitung zum Lohnausweis wie im Inland sowie Ihr Spesenreglement. Unterschiedliche Hotelpreise sind kein Problem, weil Übernachtungen effektiv gegen Beleg vergütet werden. Eine Übersicht für weitere Länder bietet die Seite Auslandsspesen nach Land.

KostenartAnsatzHinweis
Mittag- oder AbendessenPauschale bis CHF 30 oder effektiv in der Regel bis CHF 35Pro Hauptmahlzeit
ÜbernachtungEffektiv gegen BelegSSK-Muster: Hotel der Mittelklasse
Österreichische MWST Hotel/Restaurant10 %Kein Schweizer Vorsteuerabzug möglich

Spesenansätze für ganz Österreich (ESTV-Wegleitung 2026, Rz 52; SSK-Muster-Spesenreglement)

Wichtig: Ein Schweizer Vorsteuerabzug auf österreichische Belege ist ausgeschlossen. Die auf Hotel- und Restaurantrechnungen ausgewiesene österreichische MWST von 10 % kann nicht über die Schweizer MWST-Abrechnung geltend gemacht werden. Stattdessen steht das Erstattungsverfahren für Drittlandsunternehmen in Österreich zur Verfügung.

Wichtigste Punkte:
Für Graz, Linz, Salzburg und Wien gelten dieselben Regeln; ESTV-Länder- oder Städteansätze gibt es nicht.
Für ein Mittag- oder Abendessen gilt eine Pauschale bis CHF 30 (Rz 52); Übernachtungen werden effektiv gegen Beleg vergütet.
Auf österreichische Belege ist kein Schweizer Vorsteuerabzug möglich.

02.MWST-Rückerstattung im Verfahren für Drittlandsunternehmen

Schweizer Unternehmen können die auf österreichischen Belegen ausgewiesene MWST im Vorsteuererstattungsverfahren für Drittlandsunternehmen zurückfordern. Der Antrag wird auf Papier direkt beim Finanzamt Österreich, Dienststelle Graz-Stadt, eingereicht. Das elektronische Verfahren mit Frist 30. September gilt nur für EU-Unternehmen. Quelle: Unternehmensserviceportal usp.gv.at, «Vorsteuererstattungsverfahren», Stand 1.1.2026.

  • Antragsfrist: Der Antrag muss bis 30. Juni des Folgejahres zur Post gegeben werden; die Frist ist nicht verlängerbar. Für Belege aus dem Jahr 2026 ist der Stichtag also der 30. Juni 2027.
  • Mindestbetrag: EUR 400; umfasst der Antrag ein ganzes Kalenderjahr oder den letzten Zeitraum eines Jahres, genügen EUR 50.
  • Erforderliche Unterlagen: Formular U 5, beim Erstantrag Fragebogen Verf 18, Originalrechnungen (Kopien werden nicht anerkannt) und eine Unternehmerbestätigung der ESTV im Original, höchstens ein Jahr alt.
  • Erstattungsfähige Positionen: Erstattet wird nur Vorsteuer, die nach österreichischem Recht (§ 12 UStG) abziehbar wäre. Kraftstoffbezüge nach dem 14. Jänner 2021 sind ausgeschlossen.

Eine Bearbeitungsdauer für Anträge aus Drittländern nennt das Unternehmensserviceportal nicht. Fehlende oder unvollständige Unterlagen können die Bearbeitung verzögern oder zur Ablehnung führen; reichen Sie den Antrag deshalb vollständig ein.

Wichtigste Punkte:
Der Antrag für die MWST-Rückerstattung muss bis 30. Juni des Folgejahres zur Post gegeben werden.
Eine Unternehmerbestätigung der ESTV im Original und die Originalrechnungen sind zwingend erforderlich.
Der Mindestbetrag liegt bei EUR 400, für ein ganzes Kalenderjahr bei EUR 50.
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03.Praxis: Währungsumrechnung und Belegaufbewahrung

Alle Auslagen in EUR müssen für die Schweizer Spesenabrechnung in CHF umgerechnet werden. Massgebend ist die Methode, die das Spesenreglement festlegt – häufig der ESTV-Monatsmittelkurs des Monats, in dem die Auslage getätigt wurde. Bei Kartenzahlung entspricht die Erstattung in der Regel dem belasteten CHF-Betrag.

  • ESTV-Monatsmittelkurs: Den Kurs finden Sie auf der Website der ESTV unter der Rubrik Kurslisten. Er gilt für den ganzen Monat, der auf seine Publikation folgt.
  • Belegaufbewahrung: Gemäss Art. 958f OR sind Geschäftsunterlagen mindestens 10 Jahre aufzubewahren. Dies gilt auch für ausländische Belege, Kreditkartenabrechnungen und die Spesenabrechnung selbst.
  • Digitale Belege: Digitalisierte Belege (Scans, Fotos) werden akzeptiert, sofern die Lesbarkeit und Vollständigkeit gewährleistet ist. Die Originale sollten dennoch bis zur nächsten Revision aufbewahrt werden.
Wichtigste Punkte:
Für die Umrechnung von EUR in CHF gilt die im Reglement festgelegte Methode, etwa der ESTV-Monatsmittelkurs.
Belege müssen gemäss Art. 958f OR mindestens 10 Jahre aufbewahrt werden.
Digitalisierte Belege sind zulässig, sofern Lesbarkeit und Vollständigkeit gegeben sind.

04.Dienstreise nach Graz, Linz oder Salzburg abrechnen: Schritt für Schritt

Die folgende Anleitung führt Sie durch den gesamten Prozess – von der Reiseplanung bis zur MWST-Rückforderung. Jeder Schritt enthält die relevanten Beträge, Fristen und Zuständigkeiten für Schweizer KMU.

Schritt 1: Dienstreise planen und anwendbare Pauschalen prüfen

Vor der Reise sollten Sie die anwendbaren Ansätze prüfen und den Mitarbeitenden mitteilen. Für Österreich gibt es keine ESTV-Länderansätze; massgebend sind Rz 52 der Wegleitung zum Lohnausweis und Ihr Spesenreglement. Definiert Ihr Reglement höhere oder andere Ansätze, gelten diese – sofern das Reglement vom Sitzkanton genehmigt ist.

  • Verpflegung: Pauschale bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit (Mittag- oder Abendessen) oder effektiv in der Regel bis CHF 35 gemäss Rz 52 Wegleitung.
  • Übernachtung: Effektiv gegen Beleg; das SSK-Muster sieht ein Hotel der Mittelklasse vor. Eine ESTV-Übernachtungspauschale für Österreich gibt es nicht.
  • Kilometerpauschale: Falls die Anreise mit dem Privatfahrzeug erfolgt: CHF 0.75 pro Kilometer ab 1.1.2026.
Wichtigste Punkte:
Für Österreich gibt es weder Länder- noch Städteansätze der ESTV; es gelten die Werte von Rz 52 wie im Inland.
Prüfen Sie vor der Reise, ob Ihr Spesenreglement Pauschalen oder effektive Kosten vorsieht.
Die Kilometerpauschale für Privatfahrzeuge beträgt seit 1.1.2026 CHF 0.75/km.

Schritt 2: Reisekosten in EUR erfassen und Belege sammeln

Während der Dienstreise erfassen die Mitarbeitenden sämtliche Auslagen in der Originalwährung EUR. Jeder Beleg muss Datum, Betrag, Leistungsbeschreibung und den Namen des Anbieters enthalten. Achten Sie darauf, dass auf Hotel- und Restaurantrechnungen die österreichische MWST separat ausgewiesen ist – dies ist Voraussetzung für eine spätere Rückforderung.

  • Hotelrechnung: Muss Übernachtungsdaten, Zimmerpreis und MWST-Ausweis (10 %) enthalten.
  • Restaurantbelege: Name des Restaurants, Datum, Betrag und MWST-Ausweis (10 %). Bei Geschäftsessen zusätzlich den Anlass und die Teilnehmenden notieren.
  • Transportbelege: Zugtickets, Mietwagenrechnungen oder Taxiquittungen mit Streckenangabe aufbewahren.

Fotografieren Sie Belege möglichst noch am selben Tag. Thermopapier-Belege verblassen schnell und sind nach wenigen Monaten oft nicht mehr lesbar.

Wichtigste Punkte:
Alle Auslagen werden in der Originalwährung EUR erfasst.
Belege müssen die österreichische MWST separat ausweisen, damit eine Rückforderung möglich ist.
Thermopapier-Belege sollten sofort fotografiert werden, da sie schnell verblassen.

Schritt 3: EUR-Beträge gemäss Reglement in CHF umrechnen

Nach der Reise rechnen Sie alle EUR-Beträge nach der Methode in CHF um, die Ihr Spesenreglement festlegt – zum Beispiel mit dem ESTV-Monatsmittelkurs des Monats, in dem die Auslage angefallen ist. Bei Kartenzahlung entspricht die Erstattung in der Regel dem belasteten CHF-Betrag.

PositionBetrag EURESTV-Kurs (Beispiel)Betrag CHF
Hotel 2 Nächte (Beleg)130.000.9450122.85
Verpflegung 2 Tage (Belege)72.000.945068.04
Taxi25.000.945023.63
Total227.00214.52

Beispielrechnung Umrechnung (fiktiver Kurs)

Dokumentieren Sie den verwendeten Kurs und die Quelle (ESTV-Kursliste) in der Spesenabrechnung. Dies erleichtert eine spätere Prüfung durch die Revisionsstelle.

Wichtigste Punkte:
Massgebend ist die im Spesenreglement festgelegte Methode, etwa der ESTV-Monatsmittelkurs des Ausgabemonats.
Bei Kartenzahlung entspricht die Erstattung in der Regel dem belasteten CHF-Betrag.
Den verwendeten Kurs und die Quelle in der Abrechnung dokumentieren.

Schritt 4: Spesenabrechnung erstellen und zur Freigabe einreichen

Die Mitarbeitenden erstellen die Spesenabrechnung mit allen umgerechneten Beträgen in CHF. Jede Position wird einer Kostenkategorie zugeordnet: Verpflegung, Übernachtung, Transport oder Nebenkosten. Die Abrechnung wird zusammen mit den digitalisierten Belegen zur Freigabe an die vorgesetzte Person oder die Buchhaltung eingereicht.

Gemäss Art. 327a OR hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer alle durch die Ausführung der Arbeit notwendig entstehenden Auslagen zu ersetzen. Die Erstattung sollte zeitnah erfolgen – idealerweise innerhalb von 30 Tagen nach Einreichung.

Wichtigste Punkte:
Alle Beträge werden in CHF ausgewiesen und einer Kostenkategorie zugeordnet.
Art. 327a OR verpflichtet den Arbeitgeber zur Erstattung notwendiger Auslagen.
Die Erstattung sollte innerhalb von 30 Tagen nach Einreichung erfolgen.

Schritt 5: Belege für die MWST-Rückforderung separieren

Belege mit ausgewiesener österreichischer MWST werden separat erfasst und für den Erstattungsantrag vorbereitet. Sammeln Sie über das gesamte Kalenderjahr alle relevanten Belege aus Österreich – unabhängig davon, ob die Reise nach Graz, Linz, Salzburg oder eine andere Stadt führte. Die Belege werden nach Kategorien sortiert: Hotel, Verpflegung, Transport.

KategorieMWST-SatzErstattungsfähig
Hotel / Übernachtung10 %Ja
Restaurant / Verpflegung (Speisen)10 %Soweit nach § 12 UStG abziehbar
Mietwagen20 %Soweit nach § 12 UStG abziehbar
Treibstoff20 %Nein – Kraftstoffbezüge nach dem 14. Jänner 2021 ausgeschlossen

Erstattungsfähige MWST-Sätze in Österreich

Wichtigste Punkte:
Belege mit österreichischer MWST werden separat gesammelt und nach Kategorien sortiert.
Erstattet wird nur Vorsteuer, die nach österreichischem Recht (§ 12 UStG) abziehbar wäre.
Kraftstoffbezüge nach dem 14. Jänner 2021 sind von der Erstattung ausgeschlossen.

Schritt 6: MWST-Erstattungsantrag beim Finanzamt Graz-Stadt einreichen

Der Erstattungsantrag (Formular U 5) wird auf Papier beim Finanzamt Österreich, Dienststelle Graz-Stadt, eingereicht – beim Erstantrag zusammen mit dem Fragebogen Verf 18. Beizulegen sind die Originalrechnungen (Kopien werden nicht anerkannt) sowie eine Unternehmerbestätigung der ESTV im Original, höchstens ein Jahr alt. Quelle: Unternehmensserviceportal usp.gv.at, «Vorsteuererstattungsverfahren», Stand 1.1.2026.

  • Frist: Bis 30. Juni des Folgejahres zur Post gegeben, nicht verlängerbar. Für Belege aus 2026 also bis 30. Juni 2027.
  • Mindestbetrag: EUR 400; für ein ganzes Kalenderjahr oder den letzten Zeitraum eines Jahres EUR 50.
  • Erstattungszeitraum: Mindestens drei volle Kalendermonate, höchstens ein Kalenderjahr.
Wichtigste Punkte:
Der Antrag geht auf Papier an das Finanzamt Österreich, Dienststelle Graz-Stadt.
Die Frist ist der 30. Juni des Folgejahres (Postaufgabe).
Eine Unternehmerbestätigung der ESTV im Original und die Originalrechnungen sind zwingend beizulegen.
#AufgabeVerantwortlich
1Pauschalen prüfen und Reise planenMitarbeitende / Vorgesetzte
2Belege in EUR sammeln und digitalisierenMitarbeitende
3EUR-Beträge gemäss Reglement in CHF umrechnenMitarbeitende / Buchhaltung
4Spesenabrechnung erstellen und einreichenMitarbeitende
5Belege für MWST-Rückforderung separierenBuchhaltung
6MWST-Erstattungsantrag beim Finanzamt Graz-Stadt einreichenBuchhaltung / Treuhand

Prozessübersicht

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05.Häufige Fehler

Fehler 1: Umrechnungsmethode nicht festgelegt

Ohne klare Methode werden EUR-Belege uneinheitlich umgerechnet, und die Abrechnung ist schwer prüfbar. Legen Sie im Spesenreglement fest, ob der ESTV-Monatsmittelkurs oder bei Kartenzahlung der belastete CHF-Betrag gilt, und dokumentieren Sie den Kurs in der Abrechnung.

Fehler 2: Österreichische MWST als Schweizer Vorsteuer abgezogen

Ein Schweizer Vorsteuerabzug auf ausländische Belege ist nicht zulässig. Wird die österreichische MWST fälschlicherweise in der Schweizer MWST-Abrechnung geltend gemacht, drohen Nachforderungen und Verzugszinsen. Die Rückforderung erfolgt ausschliesslich im Erstattungsverfahren in Österreich.

Fehler 3: Frist für MWST-Rückerstattung verpasst

Der Erstattungsantrag muss bis 30. Juni des Folgejahres zur Post gegeben werden. Diese Frist ist nicht verlängerbar. Wer sie verpasst, verliert den Anspruch auf Rückerstattung. Tragen Sie die Frist fest in Ihren Kalender ein.

Fehler 4: Belege ohne separaten MWST-Ausweis akzeptiert

Ohne separaten MWST-Ausweis auf dem Beleg ist keine Rückforderung möglich. Bitten Sie Hotels und Restaurants in Österreich immer um eine Rechnung mit ausgewiesener MWST. Vereinfachte Quittungen ohne Steuerausweis reichen nicht aus.

Fehler 5: Länder- oder Städtepauschalen angesetzt, die es nicht gibt

Die ESTV publiziert weder für Österreich noch für einzelne Städte Pauschalen. Wer für Graz, Linz, Salzburg oder Wien eigene Tagespauschalen ansetzt, ohne dass ein genehmigtes Reglement sie vorsieht, erfüllt die Vorgaben von Rz 52 nicht. Wenden Sie die Werte von Rz 52 bzw. Ihres genehmigten Reglements einheitlich an.

06.Häufige Fragen

Gibt es regionale Unterschiede bei den Spesenansätzen in Österreich?

Nein. Die ESTV publiziert weder Länder- noch Städteansätze; die Werte von Rz 52 der Wegleitung zum Lohnausweis gelten für In- und Auslandsreisen gleich. Ob die Dienstreise nach Graz, Linz, Salzburg oder Wien führt, spielt deshalb keine Rolle. Unterschiedliche Hotelpreise werden abgedeckt, weil Übernachtungen effektiv gegen Beleg vergütet werden.

Kann ich die österreichische MWST auf Hotelrechnungen in der Schweizer MWST-Abrechnung abziehen?

Nein, ein Schweizer Vorsteuerabzug auf ausländische Belege ist nicht möglich. Die österreichische MWST von 10 % auf Hotelrechnungen können Sie nur im Erstattungsverfahren für Drittlandsunternehmen beim Finanzamt Österreich, Dienststelle Graz-Stadt, zurückfordern. Der Antrag muss bis 30. Juni des Folgejahres zur Post gegeben werden.

Welchen Wechselkurs muss ich für die Umrechnung von EUR in CHF verwenden?

Massgebend ist die Methode, die Ihr Spesenreglement festlegt, zum Beispiel der ESTV-Monatsmittelkurs des Monats, in dem die Auslage entstanden ist. Bei Kartenzahlung entspricht die Erstattung in der Regel dem belasteten CHF-Betrag. Dokumentieren Sie den verwendeten Kurs in der Abrechnung.

Lohnt sich die MWST-Rückforderung bei nur einer Dienstreise pro Jahr?

Das hängt vom Gesamtbetrag ab. Der Mindestbetrag liegt bei EUR 400; umfasst der Antrag ein ganzes Kalenderjahr, genügen EUR 50. Bei einer einzelnen kurzen Reise wird dieser Betrag oft knapp erreicht – bei mehreren Reisen pro Jahr summiert sich die erstattungsfähige MWST, und der Antrag lohnt sich eher.

Wie lange muss ich Belege von Dienstreisen nach Österreich aufbewahren?

Gemäss Art. 958f OR beträgt die Aufbewahrungsfrist für Geschäftsunterlagen mindestens 10 Jahre. Dies gilt auch für ausländische Belege, Spesenformulare und die zugehörigen Kreditkartenabrechnungen. Digitale Kopien sind zulässig, sofern die Lesbarkeit gewährleistet ist.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
1.Für Dienstreisen nach Graz, Linz und Salzburg gelten dieselben Regeln wie für Wien – ESTV-Länder- oder Städteansätze gibt es nicht.
2.Es gelten die Werte von Rz 52 wie im Inland: Pauschale bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit oder effektiv in der Regel bis CHF 35; Übernachtung gegen Beleg.
3.Die österreichische MWST (10 % auf Hotel und Restaurant, 20 % auf Mietwagen) kann nicht als Schweizer Vorsteuer abgezogen werden.
4.Die Rückforderung der österreichischen MWST erfolgt mit Antrag U 5 beim Finanzamt Graz-Stadt; Frist ist der 30. Juni des Folgejahres.
5.Alle EUR-Beträge sind nach der im Reglement festgelegten Methode in CHF umzurechnen, etwa mit dem ESTV-Monatsmittelkurs.
6.Belege müssen die österreichische MWST separat ausweisen, damit eine Rückforderung möglich ist.
7.Die Aufbewahrungsfrist für alle Belege beträgt gemäss Art. 958f OR mindestens 10 Jahre.
8.Bei Anreise mit dem Privatfahrzeug gilt seit 1.1.2026 die Kilometerpauschale von CHF 0.75/km.

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