Reisekosten Österreich im Lohnausweis: Ziffern 13.1.1, 13.2 und 15

Definition8 min LesezeitAktualisiert 29. Oktober 2026

Österreich-Dienstreisekosten im Lohnausweis: Bei Einhaltung von Rz 52 genügt ein Kreuz bei Ziffer 13.1.1, sonst sind die effektiven Spesen betragsmässig anzugeben; Pauschalen für Zeitabschnitte stehen in Ziffer 13.2. Die korrekte Zuordnung ist gerade bei Österreich-Dienstreisen fehleranfällig, weil Einzelfallpauschalen, Effektivspesen, periodische Pauschalen und direkte Arbeitgeberzahlungen unterschiedlich behandelt werden. Diese Seite zeigt HR-Verantwortlichen die Deklarationslogik für jeden Fall.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick
1.Halten die Spesen für Österreich-Dienstreisen alle Vorgaben von Rz 52 der Wegleitung ein, genügt ein Kreuz bei Ziffer 13.1.1 – ein Reglement ist dafür nicht nötig.
2.Sind die Vorgaben nicht erfüllt und fehlt ein genehmigtes Reglement, werden die effektiv vergüteten Spesen betragsmässig in Ziffer 13.1.1 eingetragen; Pauschalen für Zeitabschnitte stehen in Ziffer 13.2.
3.Pauschalen über Rz 52 sind nicht automatisch Lohn; überhöhte oder nicht begründbare Beträge können Steuerbehörde und AHV als Lohn aufrechnen.
4.Direkte Zahlungen des Arbeitgebers an Hotels oder Fluggesellschaften erscheinen nicht im Lohnausweis, sofern sie geschäftlich veranlasst sind.
5.Bei quellenbesteuerten Grenzgängern aus Österreich gehören Spesen, die tatsächliche Auslagen ersetzen, nicht zum quellensteuerpflichtigen Lohn.

01.Lohnausweis-Deklaration Österreich-Dienstreisen

Die Deklaration von Österreich-Dienstreisekosten im Lohnausweis richtet sich nach der Art der Vergütung. Entscheidend ist, ob die Vorgaben von Rz 52 der Wegleitung eingehalten sind, ob ein vom Sitzkanton genehmigtes Spesenreglement vorliegt und ob es sich um Einzelfallpauschalen oder um Pauschalen für einen Zeitabschnitt handelt.

SpesenartLohnausweis-ZifferEintragVoraussetzung
Effektivspesen und Einzelfallpauschalen im Rahmen von Rz 52Ziffer 13.1.1Kreuz setzen, kein BetragAlle Vorgaben von Rz 52 erfüllt; kein Reglement nötig
Rz 52 nicht erfüllt, kein genehmigtes ReglementZiffer 13.1.1Effektiv vergütete Spesen in CHFRz 53
Genehmigtes SpesenreglementZiffer 15Genehmigungsvermerk; kein Kreuz bei 13.1.1Reglement vom Sitzkanton genehmigt (Rz 59)
Pauschalspesen für Zeitabschnitte (z. B. monatlich)Ziffer 13.2Betrag in CHFImmer, auch mit genehmigtem Reglement (Rz 55)

Deklaration nach Spesenart im Lohnausweis

Halten alle Vergütungen die Vorgaben von Rz 52 ein, genügt ein Kreuz bei Ziffer 13.1.1; die einzelnen Beträge müssen nicht aufgeschlüsselt werden, und ein Reglement ist dafür nicht nötig. Mit genehmigtem Spesenreglement entfällt das Kreuz, stattdessen gehört der Genehmigungsvermerk in Ziffer 15; empfohlen ist ein Aufbau nach den SSK-Mustervorlagen. Pauschalspesen für Zeitabschnitte sind in jedem Fall betragsmässig in Ziffer 13.2 anzugeben.

Konkret: Ein Mitarbeitender reist für drei Tage nach Wien und isst an allen drei Tagen mittags und abends auswärts. Das Unternehmen vergütet pauschal CHF 35 pro Hauptmahlzeit (Annahme), also 6 × CHF 35 = CHF 210. Weil die Pauschale über den CHF 30 von Rz 52 liegt und kein genehmigtes Reglement vorliegt, genügt das Kreuz nicht: Die effektiv vergüteten Spesen sind betragsmässig in Ziffer 13.1.1 anzugeben (Rz 53). Als Lohn in Ziffer 1 gehört nur, was keinen Auslagen gegenübersteht oder überhöht ist; das beurteilen im Zweifel Steuerbehörde und AHV-Ausgleichskasse.

Wichtigste Punkte:
Bei Einhaltung von Rz 52 genügt ein Kreuz bei Ziffer 13.1.1 – ohne Betrag und ohne Reglement.
Sind die Vorgaben von Rz 52 nicht erfüllt und fehlt ein genehmigtes Reglement, sind die effektiv vergüteten Spesen betragsmässig in Ziffer 13.1.1 anzugeben.
Pauschalen über Rz 52 sind nicht automatisch Lohn; als Lohn aufgerechnet werden überhöhte oder nicht begründbare Beträge.
Pauschalspesen für Zeitabschnitte stehen immer betragsmässig in Ziffer 13.2; ein genehmigtes Reglement wird in Ziffer 15 vermerkt.

02.Was nicht in den Lohnausweis muss

Nicht jede Zahlung im Zusammenhang mit einer Österreich-Dienstreise erscheint im Lohnausweis. Entscheidend ist, ob der Betrag dem Arbeitnehmenden zufliesst oder ob der Arbeitgeber die Kosten direkt an den Leistungserbringer bezahlt. Direkte Zahlungen des Arbeitgebers stellen keinen geldwerten Vorteil dar und bleiben deshalb ausserhalb des Lohnausweises.

  • Direkte Hotelzahlungen: Bezahlt der Arbeitgeber das Hotel in Österreich direkt per Firmen-Kreditkarte oder auf Rechnung, erscheint dieser Betrag nicht im Lohnausweis. Die Zahlung fliesst nie dem Arbeitnehmenden zu.
  • Vom Arbeitgeber gebuchte Tickets: Flug- oder Bahntickets, die der Arbeitgeber direkt über ein Firmenkonto bucht und bezahlt, sind nicht lohnausweisrelevant. Dies gilt auch für ÖBB-Tickets oder Inlandsflüge innerhalb Österreichs.
  • Vollständig zurückgezahlte Vorauszahlungen: Erhält ein Mitarbeitender vor der Reise einen Vorschuss und zahlt den nicht verwendeten Teil vollständig zurück, erscheint nur der effektiv verbrauchte Betrag im Lohnausweis. Der zurückgezahlte Anteil ist lohnausweisneutral.
  • Mietwagen auf Firmenrechnung: Wird ein Mietwagen in Österreich direkt auf die Firma gebucht und abgerechnet, handelt es sich um einen Geschäftsaufwand ohne Lohncharakter. Nutzt der Mitarbeitende hingegen sein Privatfahrzeug, greift die Kilometerpauschale von CHF 0.75 pro Kilometer (ab 2026).

Wichtig: Sobald der Arbeitgeber dem Mitarbeitenden einen Betrag auszahlt, auch wenn dieser anschliessend die Rechnung selbst begleicht, liegt ein Zufluss vor. In diesem Fall gilt die normale Deklarationslogik: Kreuz bei Ziffer 13.1.1, wenn alle Vorgaben von Rz 52 eingehalten sind, sonst Betrag in Ziffer 13.1.1; periodische Pauschalen in Ziffer 13.2. Die Abgrenzung zwischen direkter Arbeitgeberzahlung und Spesenerstattung ist in der Praxis die häufigste Fehlerquelle.

Wichtigste Punkte:
Direkte Zahlungen des Arbeitgebers an Hotels, Airlines oder Mietwagenfirmen erscheinen nicht im Lohnausweis.
Vollständig zurückgezahlte Reisevorschüsse sind lohnausweisneutral.
Sobald ein Betrag dem Arbeitnehmenden zufliesst, ist er deklarationspflichtig, unabhängig vom Verwendungszweck.
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03.Quellensteuer AT-Grenzgänger

Für quellenbesteuerte Arbeitnehmende mit Wohnsitz in Österreich, die in der Schweiz arbeiten, gilt: Spesen, die tatsächliche Auslagen ersetzen, gehören nicht zum quellensteuerpflichtigen Lohn. Das betrifft effektive Spesen und Einzelfallpauschalen im Rahmen von Rz 52 ebenso wie die Ansätze eines genehmigten Spesenreglements. Im Zweifel entscheidet die kantonale Steuerverwaltung.

SituationQuellensteuerbehandlungLohnausweis
Spesen im Rahmen von Rz 52Nicht quellensteuerpflichtigKreuz bei Ziffer 13.1.1
Höhere Ansätze mit genehmigtem ReglementNicht quellensteuerpflichtigVermerk in Ziffer 15; Zeitabschnitts-Pauschalen in 13.2
Spesen über Rz 52 ohne genehmigtes ReglementRisiko der Aufrechnung; Beurteilung durch die kantonale SteuerverwaltungBetrag in Ziffer 13.1.1
Überhöhte oder nicht begründbare PauschalenQuellensteuerpflichtig als LohnbestandteilMehrbetrag als Lohn

Quellensteuerbehandlung von Spesen bei AT-Grenzgängern

Die Quellensteuerbefreiung von Spesen setzt kein genehmigtes Reglement voraus, solange die Vergütungen im Rahmen von Rz 52 bleiben. Ohne genehmigtes Reglement fehlt aber die Rechtssicherheit für höhere oder periodische Pauschalen; überhöhte Beträge können als Lohn behandelt und der Quellensteuer unterworfen werden. Für HR-Abteilungen mit österreichischen Grenzgängern lohnt sich ein genehmigtes Reglement deshalb vor allem, wenn sie Ansätze über Rz 52 vergüten.

Bei gemischten Dienstreisen, die sowohl in der Schweiz als auch in Österreich stattfinden, ist eine tageweise Zuordnung der Spesen sinnvoll. Die Werte von Rz 52 – etwa bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit (Mittag- oder Abendessen) – gelten unabhängig vom Einsatzland. Für die Quellensteuer werden Spesen, die tatsächliche Auslagen ersetzen, nicht zum Lohn gerechnet; eine Aufteilung nach Land ist dafür nicht nötig, wohl aber für die korrekte Zuordnung im Rahmen des Doppelbesteuerungsabkommens Schweiz-Österreich.

Wichtigste Punkte:
Spesen, die tatsächliche Auslagen ersetzen, gehören bei AT-Grenzgängern nicht zum quellensteuerpflichtigen Lohn.
Ohne genehmigtes Reglement sind Spesen im Rahmen von Rz 52 abgedeckt; überhöhte oder periodische Pauschalen riskieren eine Aufrechnung.
Bei gemischten CH/AT-Dienstreisen erfolgt die Zuordnung tageweise; für die Quellensteuer zählt, ob Auslagen ersetzt werden.

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04.Häufige Fehler

Fehler 1: Kreuz bei 13.1.1 trotz Überschreitung von Rz 52

Das Kreuz bei Ziffer 13.1.1 ist nur zulässig, wenn alle Vorgaben von Rz 52 eingehalten sind – ein Reglement braucht es dafür nicht. Werden höhere Pauschalen ohne genehmigtes Reglement vergütet und trotzdem nur angekreuzt, ist der Lohnausweis unrichtig. Lösung: Spesen betragsmässig angeben oder höhere Ansätze in einem nach SSK-Muster aufgebauten Reglement vom Sitzkanton genehmigen lassen.

Fehler 2: Direkte Hotelzahlungen zusätzlich als Spesen aufgeführt

Bezahlt der Arbeitgeber das Hotel direkt, darf dieser Betrag nicht nochmals als Effektivspesen in Ziffer 13.1.1 erscheinen. Eine Doppelerfassung führt zu einem überhöhten Spesenausweis und kann bei der Steuerveranlagung Rückfragen auslösen. Nur tatsächlich dem Mitarbeitenden ausbezahlte Beträge gehören in den Lohnausweis.

Fehler 3: Pauschalen über Rz 52 nicht deklariert

Werden Verpflegungspauschalen über CHF 30 pro Hauptmahlzeit ausbezahlt, ohne dass ein genehmigtes Reglement sie abdeckt, sind die Spesen betragsmässig in Ziffer 13.1.1 anzugeben. Unterbleibt dies oder sind die Pauschalen überhöht, drohen Steuerkorrekturen und AHV-Nachforderungen. Die Lohnbuchhaltung sollte bei jeder Spesenabrechnung prüfen, ob die Vorgaben von Rz 52 eingehalten sind.

Fehler 4: Quellensteuerabzug bei Grenzgängern ohne Spesenbereinigung

Bei quellenbesteuerten AT-Grenzgängern dürfen Spesen, die tatsächliche Auslagen ersetzen, nicht in die Quellensteuerberechnung einfliessen. Wird die Quellensteuer trotzdem auf den Spesen erhoben, zahlt der Mitarbeitende zu viel. Eine nachträgliche Korrektur ist aufwendig und erfordert ein Gesuch an die zuständige Steuerverwaltung.

Fehler 5: Gemischte CH/AT-Reise pauschal als Inlandreise abgerechnet

Bei Dienstreisen, die sowohl Schweizer als auch österreichische Destinationen umfassen, muss die Spesenzuordnung tageweise erfolgen. Eine pauschale Behandlung als reine Inlandreise kann dazu führen, dass die DBA-relevante Aufteilung der Arbeitstage nicht korrekt dokumentiert ist. Dies ist besonders bei Grenzgängern problematisch.

05.Häufige Fragen

Wie deklariere ich gemischte CH+AT-Dienstreisen im Lohnausweis?

Bei gemischten Dienstreisen mit Stationen in der Schweiz und Österreich werden die Spesen im Lohnausweis nicht nach Land aufgeteilt. Halten alle Vergütungen die Vorgaben von Rz 52 ein, genügt ein Kreuz bei Ziffer 13.1.1; sonst wird der Gesamtbetrag der effektiv vergüteten Spesen dort eingetragen. Die tageweise Zuordnung nach Land ist jedoch intern zu dokumentieren, da sie für das Doppelbesteuerungsabkommen und die Quellensteuer relevant sein kann.

Muss ich österreichische Hotelbelege in CHF umrechnen für den Lohnausweis?

Ja, alle Beträge im Lohnausweis sind in CHF anzugeben. Für die Umrechnung von EUR-Belegen verwenden Sie den Tageskurs am Zahlungsdatum oder den Monatsmittelkurs der ESTV. Wichtig: Wird das Hotel direkt vom Arbeitgeber bezahlt, erscheint der Betrag gar nicht im Lohnausweis.

Gilt die Kilometerpauschale von CHF 0.75 auch für Fahrten nach Österreich?

Ja, die Kilometerpauschale von CHF 0.75 pro Kilometer gilt ab 2026 für alle geschäftlichen Fahrten mit dem Privatfahrzeug, unabhängig davon, ob die Fahrt ins In- oder Ausland führt. Bereits genehmigte Reglemente mit CHF 0.70 brauchen keine neue Genehmigung, der höhere Ansatz kann aber freiwillig übernommen werden.

Was passiert, wenn das Spesenreglement nach der Lohnausweis-Erstellung genehmigt wird?

Ein Kreuz bei Ziffer 13.1.1 setzt kein Reglement voraus, sondern die Einhaltung von Rz 52. Ein genehmigtes Reglement bewirkt, dass bei Ziffer 13.1.1 kein Kreuz gesetzt und in Ziffer 15 der Genehmigungsvermerk angebracht wird; ab wann eine Genehmigung gilt, klären Sie mit der Steuerverwaltung des Sitzkantons. Sind bereits zugestellte Lohnausweise dadurch unrichtig, sollten sie korrigiert werden.

Sind Trinkgelder bei Geschäftsessen in Österreich im Lohnausweis zu deklarieren?

Trinkgelder, die der Mitarbeitende selbst bezahlt und effektiv abrechnet, gehören zu den effektiven Spesen: Halten alle Vergütungen Rz 52 ein, genügt das Kreuz bei Ziffer 13.1.1, sonst sind sie im Gesamtbetrag in Ziffer 13.1.1 enthalten. Sie müssen angemessen sein. Mit einer Kleinspesen-Tagespauschale bis CHF 20 sind Trinkgelder abgedeckt und werden nicht separat ausgewiesen.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
1.Halten die Spesen für Österreich-Dienstreisen alle Vorgaben von Rz 52 ein, genügt ein Kreuz bei Ziffer 13.1.1 des Lohnausweises – auch ohne Reglement.
2.Sind die Vorgaben von Rz 52 nicht erfüllt und fehlt ein genehmigtes Reglement, sind die effektiv vergüteten Spesen betragsmässig in Ziffer 13.1.1 anzugeben, egal ob sie in der Schweiz oder in Österreich angefallen sind.
3.Pauschalen über Rz 52 (z. B. über CHF 30 pro Hauptmahlzeit) sind nicht automatisch Lohn; als Lohn aufgerechnet werden überhöhte oder nicht begründbare Beträge.
4.Direkte Zahlungen des Arbeitgebers an Hotels, Fluggesellschaften oder Mietwagenfirmen sind nicht im Lohnausweis aufzuführen.
5.Bei quellenbesteuerten AT-Grenzgängern gehören Spesen, die tatsächliche Auslagen ersetzen, nicht zum quellensteuerpflichtigen Lohn.
6.Gemischte CH/AT-Dienstreisen erfordern eine tageweise Spesenzuordnung für DBA-Zwecke, im Lohnausweis wird jedoch nicht nach Land aufgeteilt.
7.Ein genehmigtes Spesenreglement wird in Ziffer 15 vermerkt; ein Aufbau nach den SSK-Mustervorlagen wird empfohlen und erleichtert die Anerkennung in anderen Kantonen.
8.Die Kilometerpauschale für Privatfahrzeuge beträgt ab 2026 CHF 0.75 pro Kilometer und gilt auch für Fahrten nach Österreich.

06.Weiterführende Artikel