Kreditkartenzahlung in Fremdwährung buchen: Kurs, Buchung, Kursdifferenz

Leitfaden6 min LesezeitAktualisiert 20. April 2026

Kreditkartenzahlungen in Fremdwährung werden mit dem ESTV-Kurs am Ausgabedatum oder dem KK-Buchungskurs in CHF umgerechnet – Kursdifferenzen zwischen Ausgabe- und Buchungsdatum auf Konto 6960. In der Praxis liegen zwischen dem Ausgabedatum im Ausland und der Belastung auf der Kreditkartenabrechnung oft mehrere Tage, in denen sich der Wechselkurs verändert. Wer die Buchung nicht sauber in Ausgabe, Umrechnung und Kursdifferenz aufteilt, riskiert fehlerhafte Erfolgsrechnungen und Beanstandungen bei der Steuerrevision.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick
1.Massgebend für die Umrechnung ist das Ausgabedatum auf dem Beleg, nicht das Abbuchungsdatum der Kreditkarte.
2.Als Umrechnungskurs sind der ESTV-Monatsmittelkurs, der ESTV-Tageskurs oder der Kreditkarten-Buchungskurs zulässig, sofern die Methode konsistent angewendet wird.
3.Die Differenz zwischen dem gebuchten CHF-Betrag und der effektiven Kreditkartenbelastung wird auf Konto 6960 (Kursdifferenzen) erfasst.
4.Vorsteuerabzug auf Fremdwährungsbelegen ist nur möglich, wenn der Beleg von einem Schweizer Leistungserbringer stammt und die MWST separat ausgewiesen ist.

01.Kreditkartenzahlung in Fremdwährung buchen: Schritt für Schritt

Die folgenden vier Schritte decken den gesamten Prozess ab – vom Originalbeleg bis zur Verbuchung der Kursdifferenz. Die Reihenfolge entspricht dem chronologischen Ablauf einer typischen Kreditkartenspese im Ausland.

Schritt 1: Ausgabedatum und Fremdwährungsbetrag aus dem Beleg erfassen

Grundlage jeder Fremdwährungsbuchung ist der Originalbeleg. Entscheidend ist das Datum, an dem die Leistung bezogen oder die Ware gekauft wurde – nicht das Datum, an dem die Kreditkartengesellschaft den Betrag belastet. Dieses Ausgabedatum bestimmt den anwendbaren Umrechnungskurs.

  • Ausgabedatum: Das Datum auf dem Kassenbon, der Rechnung oder der Hotelquittung. Bei mehrtägigen Hotelaufenthalten gilt das Check-out-Datum.
  • Originalwährungsbetrag: Der Totalbetrag in der Fremdwährung, wie er auf dem Beleg steht (z. B. EUR 145.00).
  • Währungscode: ISO-4217-Code notieren (EUR, USD, GBP usw.). Dieser wird für die Kursabfrage bei der ESTV benötigt.
  • Belegaufbewahrung: Originalbelege sind gemäss Art. 958f OR während zehn Jahren aufzubewahren. Ein Scan oder Foto genügt, sofern die Vollständigkeit und Richtigkeit gewährleistet ist.

Fehlt das Ausgabedatum auf dem Beleg, kann ersatzweise das Transaktionsdatum auf der Kreditkartenabrechnung herangezogen werden. Dieses weicht jedoch häufig um ein bis zwei Tage vom tatsächlichen Kaufdatum ab.

Wichtigste Punkte:
Das Ausgabedatum auf dem Beleg ist massgebend, nicht das Abbuchungsdatum.
Originalwährung und ISO-Währungscode müssen dokumentiert werden.
Belege sind gemäss Art. 958f OR zehn Jahre aufzubewahren.

Schritt 2: Anwendbaren Umrechnungskurs bestimmen

Für die Umrechnung von Fremdwährungsspesen in CHF stehen drei steuerlich anerkannte Kursvarianten zur Verfügung. Welche Variante gewählt wird, ist grundsätzlich frei – die ESTV verlangt jedoch, dass die gewählte Methode innerhalb eines Geschäftsjahres konsistent angewendet wird.

KursvarianteQuelleAnwendungVorteil
ESTV-MonatsmittelkursESTV-Devisenkurse (Monatsmittel)Kurs des Monats, in dem die Ausgabe erfolgteEinfach, stabil, wenig Schwankung
ESTV-TageskursESTV-Devisenkurse (Tageskurs)Kurs am AusgabedatumGenauer, näher am effektiven Kurs
KK-BuchungskursKreditkartenabrechnungKurs, den die KK-Gesellschaft anwendetKein separater Kursabgleich nötig

Zulässige Umrechnungskurse im Vergleich

Bei Verwendung des KK-Buchungskurses entfällt die Kursdifferenz zwischen Ausgabe und Buchung, da der Kreditkartenkurs bereits den effektiv belasteten CHF-Betrag widerspiegelt. Allerdings enthält der KK-Kurs in der Regel einen Aufschlag der Kartengesellschaft, der nicht separat als Kursdifferenz ausgewiesen wird.

Wird der ESTV-Monatsmittelkurs oder der ESTV-Tageskurs verwendet, entsteht fast immer eine Differenz zum effektiv belasteten CHF-Betrag auf der Kreditkartenabrechnung. Diese Differenz wird in Schritt 4 verbucht.

Wichtigste Punkte:
Drei Kursvarianten sind steuerlich zulässig: ESTV-Monatsmittel, ESTV-Tageskurs, KK-Buchungskurs.
Die gewählte Methode muss im gesamten Geschäftsjahr konsistent angewendet werden.
Beim KK-Buchungskurs entfällt die separate Kursdifferenzbuchung.

Schritt 3: CHF-Betrag berechnen und auf Aufwandkonto buchen

Die Umrechnung erfolgt nach der Formel: Fremdwährungsbetrag multipliziert mit dem gewählten Umrechnungskurs ergibt den CHF-Betrag. Dieser wird auf dem sachlich zutreffenden Aufwandkonto verbucht – beispielsweise Konto 6510 (Reisespesen) oder Konto 6530 (Repräsentationsspesen) gemäss KMU-Kontenrahmen.

PositionWert
BelegbetragEUR 120.00
Ausgabedatum15. März 2026
ESTV-Monatsmittelkurs März 2026 (Beispiel)0.9450
CHF-Betrag (120.00 × 0.9450)CHF 113.40
Buchung Soll6530 Repräsentationsspesen CHF 113.40
Buchung Haben2000 Kreditoren / 1020 Bank CHF 113.40

Buchungsbeispiel: Geschäftsessen in Berlin

Beim MWST-Anteil gilt: Ein Vorsteuerabzug ist nur möglich, wenn der Beleg von einem Schweizer Leistungserbringer stammt und die Schweizer MWST separat ausgewiesen ist. Ausländische Mehrwertsteuer (z. B. deutsche Umsatzsteuer) berechtigt nicht zum Vorsteuerabzug in der Schweiz. Der gesamte Bruttobetrag inklusive ausländischer Steuer wird als Aufwand verbucht.

Wichtigste Punkte:
Fremdwährungsbetrag mal Umrechnungskurs ergibt den zu buchenden CHF-Betrag.
Die Buchung erfolgt auf dem sachlich passenden Aufwandkonto (z. B. 6510, 6530).
Vorsteuerabzug ist nur bei Schweizer Belegen mit ausgewiesener MWST möglich.

Schritt 4: Kursdifferenz zwischen Ausgabe- und Buchungsdatum erfassen

Sobald die Kreditkartenabrechnung eintrifft, wird der effektiv belastete CHF-Betrag mit dem bereits gebuchten CHF-Betrag verglichen. Die Differenz entsteht, weil die Kreditkartengesellschaft den Fremdwährungsbetrag zu einem anderen Kurs und an einem anderen Datum umrechnet als die Buchhaltung. Diese Kursdifferenz wird auf Konto 6960 (Kursdifferenzen) in der Erfolgsrechnung erfasst.

PositionWert
Gebuchter CHF-Betrag (ESTV-Kurs)CHF 113.40
Effektive KK-BelastungCHF 114.85
Kursdifferenz (Kursverlust)CHF 1.45
Buchung Soll6960 Kursdifferenzen CHF 1.45
Buchung Haben2000 Kreditoren / 1020 Bank CHF 1.45

Buchungsbeispiel: Kursdifferenz erfassen

Ist der effektiv belastete Betrag tiefer als der gebuchte Betrag, handelt es sich um einen Kursgewinn. In diesem Fall wird Konto 6960 im Haben gebucht. Gemäss Art. 960a OR sind Aktiven und Passiven zum Bilanzstichtag einzeln zu bewerten. Für laufende Fremdwährungstransaktionen über Kreditkarte empfiehlt es sich, die Kursdifferenzen monatlich beim Abgleich der Kreditkartenabrechnung zu verbuchen.

  • Kursverlust: Effektive KK-Belastung ist höher als der gebuchte Betrag. Konto 6960 wird im Soll belastet.
  • Kursgewinn: Effektive KK-Belastung ist tiefer als der gebuchte Betrag. Konto 6960 wird im Haben gutgeschrieben.
  • Zeitpunkt: Die Kursdifferenz wird beim Eintreffen der Kreditkartenabrechnung verbucht, spätestens beim Monatsabschluss.
Wichtigste Punkte:
Die Differenz zwischen gebuchtem CHF-Betrag und effektiver KK-Belastung wird auf Konto 6960 erfasst.
Kursverluste belasten das Konto 6960 im Soll, Kursgewinne im Haben.
Die Verbuchung erfolgt spätestens beim monatlichen Abgleich der Kreditkartenabrechnung.
#AufgabeVerantwortlich
1Ausgabedatum, Fremdwährungsbetrag und Währungscode aus dem Beleg erfassenMitarbeitende / Buchhaltung
2Umrechnungskurs bestimmen (ESTV-Monatsmittel, ESTV-Tageskurs oder KK-Kurs)Buchhaltung
3CHF-Betrag berechnen und auf Aufwandkonto buchenBuchhaltung
4Kursdifferenz bei Eintreffen der KK-Abrechnung auf Konto 6960 erfassenBuchhaltung

Prozessübersicht

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02.Häufige Fehler

Fehler 1: Abbuchungsdatum statt Ausgabedatum für die Umrechnung verwenden

Wird das Datum der Kreditkartenbelastung statt des Belegdatums für die Kursbestimmung herangezogen, stimmt die Periodenzuordnung nicht. Bei einer Steuerrevision kann dies zu Korrekturen führen. Massgebend ist immer das Datum auf dem Originalbeleg.

Fehler 2: Kursmethode innerhalb des Geschäftsjahres wechseln

Ein Wechsel zwischen ESTV-Monatsmittelkurs und KK-Buchungskurs mitten im Jahr verletzt das Stetigkeitsprinzip. Die ESTV kann in diesem Fall die gesamte Fremdwährungsbuchhaltung beanstanden. Die gewählte Methode muss für das gesamte Geschäftsjahr beibehalten werden.

Fehler 3: Kursdifferenz nicht separat verbuchen

Wird die Differenz zwischen gebuchtem Betrag und KK-Belastung stillschweigend auf dem Aufwandkonto korrigiert, verfälscht dies die Aufwandkonten und die Kursdifferenzanalyse. Kursdifferenzen gehören konsequent auf Konto 6960.

Fehler 4: Ausländische Mehrwertsteuer als Vorsteuer geltend machen

Deutsche Umsatzsteuer, französische TVA oder italienische IVA berechtigen nicht zum Vorsteuerabzug in der Schweiz. Der gesamte Bruttobetrag wird als Aufwand verbucht. Ein fälschlicher Vorsteuerabzug führt bei der MWST-Revision zu Nachforderungen und Verzugszinsen.

Fehler 5: Fremdwährungsbeleg ohne Währungscode erfassen

Fehlt der ISO-Währungscode in der Buchung, ist eine spätere Nachvollziehbarkeit der Umrechnung nicht gewährleistet. Jede Fremdwährungsbuchung muss den Originalbetrag, den Währungscode und den angewendeten Kurs dokumentieren.

03.Häufige Fragen

Welcher Kreditkartenkurs gilt: Abbuchungsdatum oder Ausgabedatum?

Für die Buchhaltung ist das Ausgabedatum auf dem Beleg massgebend, nicht das Abbuchungsdatum der Kreditkarte. Der Umrechnungskurs wird anhand des Ausgabedatums bestimmt. Die Differenz zum effektiv belasteten KK-Betrag wird als Kursdifferenz auf Konto 6960 verbucht.

Wo finde ich die ESTV-Devisenkurse für die Umrechnung?

Die ESTV publiziert Monats- und Jahresmittelkurse sowie Tageskurse auf ihrer Website unter der Rubrik Devisenkurse. Die Monatsmittelkurse werden jeweils zu Beginn des Folgemonats veröffentlicht. Für die laufende Buchhaltung können auch die Tageskurse verwendet werden.

Muss ich bei jeder Kreditkartenspese in Fremdwährung eine Kursdifferenz buchen?

Nur wenn Sie den ESTV-Monatsmittelkurs oder den ESTV-Tageskurs verwenden. In diesem Fall entsteht fast immer eine Differenz zum KK-Buchungskurs. Verwenden Sie direkt den KK-Buchungskurs, entfällt die Kursdifferenzbuchung, da der gebuchte Betrag dem belasteten Betrag entspricht.

Kann ich den Kreditkarten-Buchungskurs für die Buchhaltung verwenden?

Ja, der KK-Buchungskurs ist steuerlich anerkannt. Er hat den Vorteil, dass keine separate Kursdifferenz entsteht. Allerdings enthält er in der Regel einen Aufschlag der Kartengesellschaft. Die Methode muss im gesamten Geschäftsjahr konsistent angewendet werden.

Wie buche ich eine Kreditkartenspese in EUR mit Schweizer MWST?

Wenn ein Schweizer Lieferant in EUR fakturiert und die Schweizer MWST separat ausweist, wird der CHF-Betrag zum gewählten Kurs umgerechnet und der MWST-Anteil als Vorsteuer geltend gemacht. Der Vorsteuerabzug berechnet sich auf dem umgerechneten CHF-Betrag.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
1.Das Ausgabedatum auf dem Originalbeleg bestimmt den Umrechnungskurs – nicht das Abbuchungsdatum der Kreditkarte.
2.Drei Kursvarianten sind steuerlich zulässig: ESTV-Monatsmittelkurs, ESTV-Tageskurs und KK-Buchungskurs.
3.Die gewählte Kursmethode muss innerhalb eines Geschäftsjahres konsistent beibehalten werden.
4.Der umgerechnete CHF-Betrag wird auf dem sachlich zutreffenden Aufwandkonto verbucht (z. B. 6510, 6530).
5.Kursdifferenzen zwischen gebuchtem Betrag und effektiver KK-Belastung gehören auf Konto 6960.
6.Ausländische Mehrwertsteuer berechtigt nicht zum Vorsteuerabzug in der Schweiz.
7.Jede Fremdwährungsbuchung muss Originalbetrag, Währungscode und angewendeten Kurs dokumentieren.
8.Belege sind gemäss Art. 958f OR während zehn Jahren aufzubewahren.

04.Weiterführende Artikel