Auslandsspesen und Fremdwährungen: Kursumrechnung, Belege und Steuerfolgen

Übersicht & Leitfaden10 min LesezeitAktualisiert 29. Oktober 2026

Auslandsspesen rechnet man zum Tageskurs oder Monatsmittelkurs in CHF um – entscheidend ist die konsistente Anwendung einer Methode gemäss ESTV-Vorgaben. Wer Mitarbeitende regelmässig ins Ausland entsendet, muss die Umrechnungsmethode im Spesenreglement definieren und bei jeder Abrechnung nachvollziehbar dokumentieren. Fehler bei der Kursumrechnung oder fehlende Belege führen bei Steuerrevisionen zu Aufrechnungen und können Sozialversicherungsnachforderungen nach sich ziehen.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick
1.Fremdwährungsbelege werden zum SNB-Tageskurs oder zum SNB-Monatsmittelkurs in CHF umgerechnet, wobei die gewählte Methode im Spesenreglement verankert sein muss.
2.Die ESTV kennt keine gesonderten Auslandspauschalen; die Werte der Wegleitung zum Lohnausweis 2026 (Pauschale bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit, Kleinspesen bis CHF 20 pro Tag) gelten auch bei Geschäftsreisen ins Ausland.
3.Ein Vorsteuerabzug auf ausländischen Belegen ist in der Schweiz grundsätzlich nicht möglich, da die ausländische MWST keine Schweizer Vorsteuer darstellt.
4.Kreditkartenabrechnungen ersetzen den Originalbeleg nicht; der Originalbeleg mit Fremdwährungsbetrag und der verwendete Kurs bzw. der belastete CHF-Betrag müssen dokumentiert werden.
5.Kursdifferenzen zwischen Belegdatum und Kreditkartenbelastung werden als Kursverlust oder Kursgewinn separat verbucht.

01.Kursumrechnung: Tageskurs vs. Monatsmittelkurs

Die ESTV verlangt, dass Fremdwährungsbeträge in Spesenabrechnungen nach einer einheitlichen, nachvollziehbaren Methode in CHF umgerechnet werden. Zwei Methoden sind anerkannt: der Tageskurs am Belegdatum und der Monatsmittelkurs des Abrechnungsmonats. Beide Varianten sind gleichwertig zulässig, solange das Unternehmen die gewählte Methode konsequent und ohne Wechsel innerhalb eines Geschäftsjahres anwendet. Ein Mischsystem, bei dem einzelne Belege zum Tageskurs und andere zum Monatsmittelkurs umgerechnet werden, ist nicht zulässig.

KriteriumTageskursMonatsmittelkurs
KursquelleSNB-Devisenkurs am BelegdatumSNB-Monatsmittelkurs
GenauigkeitHoch, bildet den tatsächlichen Kurs abGeglättet, weniger Schwankungen
AufwandPro Beleg individuell ermittelnEin Kurs pro Monat und Währung
Geeignet fürWenige Auslandsbelege pro MonatViele Belege in derselben Währung
ESTV-AkzeptanzJa, wenn konsistent angewendetJa, wenn konsistent angewendet
Typische Kursquellesnb.ch, Bankkursesnb.ch Monatsmittelkurse

Vergleich der Umrechnungsmethoden

Als Kursquelle empfiehlt sich die Schweizerische Nationalbank (SNB), deren Devisenkurse öffentlich zugänglich sind. Alternativ akzeptieren Steuerbehörden auch Kurse von Schweizer Grossbanken, sofern die Quelle im Reglement benannt ist. Für die MWST gilt wahlweise der ESTV-Monatsmittelkurs oder der Tageskurs (Devisen Verkauf), mindestens eine Steuerperiode lang einheitlich. Bei Kartenzahlung entspricht die Spesenerstattung in der Regel dem belasteten CHF-Betrag.

Beispiel: Ein Mitarbeiter bezahlt am 15. März ein Geschäftsessen in München über EUR 85.00. Beim SNB-Tageskurs von 0.9520 ergibt das CHF 89.27. Beim Monatsmittelkurs März von 0.9480 wären es CHF 89.58. Beide Werte sind korrekt, solange die Methode im Reglement festgelegt ist.

Wichtigste Punkte:
Die ESTV akzeptiert sowohl den Tageskurs als auch den Monatsmittelkurs, verlangt aber eine konsistente Anwendung innerhalb des Geschäftsjahres.
Die SNB-Devisenkurse gelten als bevorzugte und allgemein anerkannte Kursquelle.
Ein Methodenwechsel während des Geschäftsjahres ist nicht zulässig und führt bei Revisionen zu Beanstandungen.

02.Besonderheiten bei Auslandsspesen

Die ESTV kennt keine gesonderten Pauschalen für Auslandsdienstreisen und publiziert keine Länderansätze. Die Vorgaben der Wegleitung zum Lohnausweis (Rz 52) gelten auch bei Geschäftsreisen ins Ausland: Pauschale für eine Hauptmahlzeit (Mittag- oder Abendessen) höchstens CHF 30, Kleinspesen als Tagespauschale höchstens CHF 20. Höhere Auslagen im Ausland, etwa für teurere Verpflegung in Skandinavien oder Japan, werden effektiv gegen Originalbeleg vergütet. Eine Übersicht nach Reiseland bietet die Seite Auslandsspesen nach Land.

  • Verpflegungspauschale: Höchstens CHF 30 pro Hauptmahlzeit (Mittag- oder Abendessen), unabhängig vom Reiseland, ohne Belegpflicht. Effektiv vergütete Mahlzeiten liegen in der Regel bei höchstens CHF 35.
  • Kleinspesenentschädigung: CHF 20 pro Tag, deckt Trinkgelder, Gepäckgebühren und ähnliche Kleinausgaben ab.
  • Übernachtungskosten: Keine Pauschale; effektive Kosten mit Hotelbeleg abrechnen. Der Beleg muss den Fremdwährungsbetrag und das Datum enthalten.
  • Kilometerpauschale: CHF 0.75 pro Kilometer ab 2026, auch für Fahrten im Ausland mit dem Privatfahrzeug.

Bei der Mehrwertsteuer gilt eine zentrale Einschränkung: Ausländische MWST (z. B. deutsche Umsatzsteuer oder französische TVA) berechtigt nicht zum Vorsteuerabzug in der Schweiz. Die auf einem ausländischen Beleg ausgewiesene Steuer ist Teil der Gesamtauslage und wird als Aufwand verbucht. Eine Rückerstattung der ausländischen MWST ist in vielen EU-Ländern über ein separates Erstattungsverfahren möglich, das jedoch unabhängig von der Schweizer Spesenabrechnung läuft.

Gemäss Art. 327a OR ist der Arbeitgeber verpflichtet, dem Arbeitnehmer alle durch die Ausführung der Arbeit notwendig entstehenden Auslagen zu ersetzen. Dies schliesst Auslandsspesen vollumfänglich ein, auch wenn die Kosten im Ausland höher ausfallen als im Inland.

Wichtigste Punkte:
Die inländischen ESTV-Pauschalen 2026 gelten unverändert auch für Auslandsdienstreisen.
Ausländische MWST berechtigt nicht zum Vorsteuerabzug in der Schweiz.
Art. 327a OR verpflichtet den Arbeitgeber zur vollständigen Erstattung notwendiger Auslagen, auch im Ausland.
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03.Häufige Probleme bei Fremdwährungsbelegen

Die grösste Fehlerquelle bei Auslandsspesen ist die Diskrepanz zwischen dem Kurs am Belegdatum und dem Kurs, zu dem die Kreditkarte tatsächlich belastet wird. Zwischen dem Kaufdatum und der Kartenabrechnung vergehen oft mehrere Tage, in denen sich der Wechselkurs verändert. Diese Differenz erzeugt Kursverluste oder Kursgewinne, die buchhalterisch korrekt erfasst werden müssen.

ProblemAuswirkungLösung
Kreditkartenkurs weicht vom SNB-Kurs abDifferenz zwischen Spesenabrechnung und BankbelastungSpesenabrechnung zum SNB-Kurs; Differenz als Kursverlust/-gewinn buchen
Beleg nur in Fremdwährung, kein CHF-BetragUmrechnung muss nachträglich erfolgenOriginalbeleg aufbewahren, SNB-Kurs am Belegdatum dokumentieren
Kein Wechselkurs auf dem Beleg vermerktKursreferenz fehlt bei RevisionKursquelle und Kurs auf dem Beleg oder der Abrechnung notieren
Barzahlung ohne QuittungKein Nachweis für Betrag und WährungEigenbeleg erstellen mit Datum, Betrag, Währung und Geschäftszweck
Wechselstube mit unbekanntem KursKurs nicht nachvollziehbarWechselbeleg aufbewahren; alternativ SNB-Tageskurs verwenden

Typische Problemfälle und Lösungen

Beispiel Kursdifferenz: Ein Mitarbeiter bezahlt am 5. April ein Hotel in London mit GBP 180.00. Der SNB-Tageskurs beträgt 1.1250, die Spesenabrechnung weist CHF 202.50 aus. Die Kreditkarte wird am 8. April zum Kurs 1.1310 belastet, also CHF 203.58. Die Differenz von CHF 1.08 wird als Kursverlust auf dem Konto Kursdifferenzen verbucht.

Bei fehlenden Belegen aus dem Ausland empfiehlt es sich, Eigenbelege nur als Ausnahme zu verwenden und den Geschäftszweck besonders sorgfältig zu dokumentieren. Steuerämter akzeptieren Eigenbelege bei Auslandsspesen nur, wenn plausibel dargelegt wird, warum kein Originalbeleg vorliegt.

Wichtigste Punkte:
Kursdifferenzen zwischen Belegdatum und Kreditkartenbelastung müssen als Kursverlust oder Kursgewinn separat verbucht werden.
Der Originalbeleg in Fremdwährung ist zwingend aufzubewahren, auch wenn die Kreditkartenabrechnung einen CHF-Betrag zeigt.
Eigenbelege für Auslandsspesen werden nur akzeptiert, wenn der fehlende Originalbeleg plausibel begründet ist.

04.Auslandsspesen korrekt abrechnen: Schritt für Schritt

Die folgende Anleitung zeigt den vollständigen Prozess von der Belegerfassung im Ausland bis zur revisionssicheren Archivierung. Die Schritte richten sich an Mitarbeitende auf Geschäftsreise ebenso wie an HR- und Finanzverantwortliche, die Auslandsspesen prüfen und verbuchen.

Schritt 1: Währung und Kurs auf dem Beleg dokumentieren

Direkt beim Erhalt des Belegs im Ausland sollten Mitarbeitende den Fremdwährungsbetrag, die Währung und das Datum prüfen. Ist der Beleg unleserlich oder unvollständig, empfiehlt es sich, sofort eine Notiz mit den relevanten Angaben zu erstellen. Bei Barzahlungen in einer Fremdwährung ist der Wechselbeleg aufzubewahren.

  • Pflichtangaben auf dem Beleg: Datum, Betrag in Originalwährung, Währungskürzel (z. B. EUR, USD, GBP), Leistungserbringer und Geschäftszweck.
  • Kursnotiz: Den SNB-Tageskurs oder den im Reglement definierten Kurs direkt auf dem Beleg oder in der Spesenapp vermerken.
  • Digitale Erfassung: Beleg sofort fotografieren oder scannen, damit unleserliche Thermobelege später noch lesbar sind.
Wichtigste Punkte:
Belege sofort beim Erhalt auf Vollständigkeit prüfen und digital erfassen.
Währungskürzel und Originalbetrag müssen auf jedem Beleg klar erkennbar sein.

Schritt 2: Einheitliche Umrechnungsmethode festlegen und im Reglement verankern

Das Spesenreglement muss explizit festhalten, ob das Unternehmen den SNB-Tageskurs oder den SNB-Monatsmittelkurs verwendet. Diese Festlegung gilt für alle Mitarbeitenden und alle Währungen gleichermassen. Ein genehmigtes Spesenreglement, das die Umrechnungsmethode definiert, schützt bei Steuerrevisionen vor Aufrechnungen.

RegelungspunktBeispieltext
UmrechnungsmethodeFremdwährungsbelege werden zum SNB-Monatsmittelkurs des Abrechnungsmonats in CHF umgerechnet.
KursquelleMassgebend sind die auf snb.ch publizierten Devisenkurse (Mittelkurs).
KursdifferenzenDifferenzen zwischen Spesenabrechnung und Kreditkartenbelastung werden als Kursverlust oder Kursgewinn verbucht.
GeltungsbereichDiese Regelung gilt für sämtliche Fremdwährungsbelege aller Mitarbeitenden.

Musterformulierung im Spesenreglement

Das Reglement muss gemäss den SSK-Mustervorlagen inhaltlich den kantonalen Anforderungen entsprechen und von der zuständigen Steuerbehörde genehmigt sein. Seit 2026 verlangt die SSK eine engere Anlehnung an die Musterreglemente.

Wichtigste Punkte:
Die Umrechnungsmethode muss im genehmigten Spesenreglement schriftlich festgehalten sein.
Seit 2026 müssen Spesenreglemente inhaltlich den SSK-Mustervorlagen entsprechen.
Die Regelung gilt einheitlich für alle Mitarbeitenden und Währungen.

Schritt 3: Beleg mit Originalbeträgen und CHF-Gegenwert archivieren

Jeder Auslandsbeleg wird mit dem Originalbetrag in Fremdwährung, dem verwendeten Umrechnungskurs und dem resultierenden CHF-Betrag archiviert. Die Aufbewahrungspflicht beträgt gemäss Art. 958f OR zehn Jahre. Digitale Kopien sind zulässig, sofern sie den Anforderungen der Geschäftsbücherverordnung (GeBüV) entsprechen.

  • Originalbeleg: In der Originalwährung aufbewahren, auch wenn die Kreditkartenabrechnung bereits einen CHF-Betrag zeigt.
  • Kursnachweis: Den verwendeten SNB-Kurs mit Datum und Quelle dokumentieren, z. B. als Vermerk auf dem Beleg oder als Anhang zur Abrechnung.
  • Kreditkartenabrechnung: Ergänzend zum Originalbeleg aufbewahren; sie belegt den belasteten CHF-Betrag, ersetzt aber den Originalbeleg nicht.
  • Aufbewahrungsfrist: Zehn Jahre ab Ende des Geschäftsjahres gemäss Art. 958f OR.
Wichtigste Punkte:
Originalbeleg, Umrechnungskurs und CHF-Gegenwert bilden zusammen die revisionssichere Dokumentation.
Die Aufbewahrungspflicht beträgt zehn Jahre gemäss Art. 958f OR.
Die Kreditkartenabrechnung ersetzt den Originalbeleg nicht.

Schritt 4: MWST-Abzugsmöglichkeit prüfen und korrekt verbuchen

Bei Auslandsspesen ist die MWST-Situation grundlegend anders als bei Inlandsspesen. Die auf einem ausländischen Beleg ausgewiesene Mehrwertsteuer (z. B. 19 % deutsche Umsatzsteuer) berechtigt nicht zum Vorsteuerabzug in der Schweizer MWST-Abrechnung. Der gesamte Bruttobetrag inklusive ausländischer Steuer wird als geschäftlicher Aufwand verbucht.

BelegherkunftMWST auf BelegVorsteuerabzug CHVerbuchung
SchweizSchweizer MWST (8.1 % / 2.6 %)JaNettobetrag als Aufwand, MWST als Vorsteuer
EU-LandLokale MWST (z. B. 19 % DE)NeinBruttobetrag als Aufwand
Nicht-EU-AuslandLokale Steuer oder keineNeinBruttobetrag als Aufwand
EU-Land mit RückerstattungLokale MWSTNein, aber Rückerstattung möglichBruttobetrag als Aufwand; Erstattung separat erfassen

MWST-Behandlung nach Belegherkunft

Für grössere Beträge lohnt sich die Prüfung, ob im jeweiligen Land eine MWST-Rückerstattung für ausländische Unternehmen möglich ist. Die Erstattung läuft ausschliesslich im jeweiligen Land nach dessen Verfahren; die ESTV ist dafür nicht zuständig, stellt aber eine Unternehmensbescheinigung für solche Anträge aus. In Österreich etwa gilt das elektronische Verfahren nur für EU-Unternehmen – Schweizer Firmen beantragen die Erstattung im Papierverfahren.

Wichtigste Punkte:
Ausländische MWST berechtigt nie zum Vorsteuerabzug in der Schweizer MWST-Abrechnung.
Der Bruttobetrag inklusive ausländischer Steuer wird vollständig als Aufwand verbucht.
In vielen EU-Ländern ist eine separate Rückerstattung der lokalen MWST möglich.
#AufgabeVerantwortlich
1Währung, Betrag und Kurs auf dem Beleg dokumentierenMitarbeitende auf Geschäftsreise
2Umrechnungsmethode im Spesenreglement festlegen und genehmigen lassenHR / Finanzabteilung
3Originalbeleg mit CHF-Gegenwert und Kursnachweis archivierenMitarbeitende / Buchhaltung
4MWST-Abzugsmöglichkeit prüfen und korrekt verbuchenBuchhaltung

Prozessübersicht

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05.Häufige Fehler

Fehler 1: Keine einheitliche Umrechnungsmethode im Reglement

Ohne festgelegte Methode rechnen Mitarbeitende mal zum Tageskurs, mal zum Kreditkartenkurs um. Bei einer Steuerrevision führt das zu Aufrechnungen, weil die Kursermittlung nicht nachvollziehbar ist. Die Umrechnungsmethode und die Kursquelle müssen im genehmigten Spesenreglement definiert sein.

Fehler 2: Keine Kursregel für Karten- und Barzahlungen

Ohne Regelung im Reglement ist unklar, ob zum belasteten CHF-Betrag der Karte oder zu einem Referenzkurs erstattet wird. Bei Kartenzahlung entspricht die Erstattung in der Regel dem belasteten CHF-Betrag; für Barzahlungen braucht es einen festgelegten Kurs, etwa den ESTV-Monatsmittelkurs. Halten Sie beides im Spesenreglement fest.

Fehler 3: Originalbeleg in Fremdwährung nicht aufbewahren

Wird nur die Kreditkartenabrechnung mit dem CHF-Betrag archiviert, fehlt der Nachweis des tatsächlichen Fremdwährungsbetrags. Bei einer Revision kann die Steuerbehörde den Aufwand nicht verifizieren. Der Originalbeleg in der Originalwährung muss zehn Jahre aufbewahrt werden.

Fehler 4: Ausländische MWST als Vorsteuer abziehen

Deutsche Umsatzsteuer oder französische TVA auf Auslandsbelegen darf nicht in der Schweizer MWST-Abrechnung als Vorsteuer geltend gemacht werden. Ein unberechtigter Abzug führt bei der MWST-Kontrolle zu Nachforderungen plus Verzugszins. Die ausländische Steuer ist als Teil des Aufwands zu verbuchen.

Fehler 5: Kursdifferenzen nicht separat verbuchen

Wenn die Spesenabrechnung zum SNB-Kurs erfolgt, die Kreditkarte aber zu einem anderen Kurs belastet wird, entsteht eine Differenz. Wird diese ignoriert, stimmen Spesenabrechnung und Bankbuchung nicht überein. Die Differenz muss als Kursverlust oder Kursgewinn auf dem entsprechenden Konto erfasst werden.

Fehler 6: Höhere Auslandspauschalen ohne Belegnachweis auszahlen

Manche Unternehmen zahlen im Ausland höhere Pauschalen als die Grenzwerte der Wegleitung, ohne Belege zu verlangen. Pauschalen über CHF 30 pro Hauptmahlzeit oder Kleinspesen über CHF 20 pro Tag erfüllen die Vorgaben von Rz 52 nicht, sofern kein genehmigtes Spesenreglement sie vorsieht. Höhere Auslagen sind mit Originalbelegen nachzuweisen.

Fehler 7: Methodenwechsel während des Geschäftsjahres

Ein Wechsel von Tageskurs auf Monatsmittelkurs mitten im Jahr verletzt das Prinzip der Stetigkeit. Die Steuerbehörde kann sämtliche Fremdwährungsabrechnungen des Jahres beanstanden. Die gewählte Methode gilt für das gesamte Geschäftsjahr und darf frühestens per Jahreswechsel geändert werden.

06.Häufige Fragen

Welchen Wechselkurs akzeptiert das Steueramt bei Auslandsspesen?

Das Steueramt akzeptiert den SNB-Tageskurs am Belegdatum oder den SNB-Monatsmittelkurs des Abrechnungsmonats. Beide Methoden sind gleichwertig, müssen aber im Spesenreglement festgelegt und durchgängig angewendet werden. Bankkurse von Schweizer Grossbanken werden ebenfalls akzeptiert, sofern die Quelle dokumentiert ist.

Reicht die Kreditkartenabrechnung als Kursreferenz?

Bei Kartenzahlung entspricht die Erstattung in der Regel dem belasteten CHF-Betrag, den die Kartenabrechnung ausweist. Welcher Kurs für übrige Fremdwährungsbelege gilt, legt das Spesenreglement fest. Den Originalbeleg in Fremdwährung braucht es trotzdem als Nachweis der Auslage.

Was gilt, wenn kein Beleg in CHF vorhanden ist?

Liegt nur ein Beleg in Fremdwährung vor, wird der Betrag zum im Reglement definierten SNB-Kurs in CHF umgerechnet. Der Originalbeleg in Fremdwährung, der verwendete Kurs und der resultierende CHF-Betrag werden gemeinsam archiviert. Ein Beleg in CHF ist nicht erforderlich, solange die Umrechnung nachvollziehbar dokumentiert ist.

Gelten im Ausland höhere Verpflegungspauschalen als in der Schweiz?

Nein. Die ESTV publiziert keine Länderansätze; die Vorgaben der Wegleitung zum Lohnausweis (Rz 52) gelten für In- und Auslandsreisen gleich. Das sind eine Pauschale von höchstens CHF 30 pro Hauptmahlzeit (effektiv in der Regel höchstens CHF 35) und für Kleinspesen eine Tagespauschale von höchstens CHF 20. Höhere tatsächliche Kosten werden gegen Originalbeleg vergütet; andere Ansätze setzen ein vom Sitzkanton genehmigtes Spesenreglement voraus.

Kann ich die ausländische Mehrwertsteuer in der Schweiz als Vorsteuer abziehen?

Nein, ausländische MWST berechtigt nicht zum Vorsteuerabzug in der Schweizer MWST-Abrechnung. Der Bruttobetrag inklusive ausländischer Steuer wird als Aufwand verbucht. In vielen EU-Ländern können MWST-pflichtige Schweizer Unternehmen die lokale Steuer jedoch über ein separates Erstattungsverfahren zurückfordern.

Wie werden Kursdifferenzen zwischen Spesenabrechnung und Kreditkartenbelastung verbucht?

Die Spesenabrechnung erfolgt zum SNB-Kurs am Belegdatum oder zum Monatsmittelkurs. Die Kreditkarte wird oft zu einem anderen Kurs belastet. Die Differenz wird als Kursverlust (Konto 6960) oder Kursgewinn (Konto 6960) separat verbucht. Diese Buchung stellt sicher, dass Spesenaufwand und Bankbewegung korrekt abgestimmt sind.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
1.Fremdwährungsbelege werden zum SNB-Tageskurs oder SNB-Monatsmittelkurs in CHF umgerechnet; die Methode muss im Spesenreglement verankert sein.
2.Die ESTV akzeptiert beide Umrechnungsmethoden gleichwertig, verlangt aber eine konsistente Anwendung ohne Wechsel innerhalb des Geschäftsjahres.
3.Es gibt keine ESTV-Länderansätze; die Werte von Rz 52 der Wegleitung (Pauschale bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit, Kleinspesen bis CHF 20 pro Tag) gelten auch im Ausland.
4.Ausländische Mehrwertsteuer berechtigt nicht zum Vorsteuerabzug in der Schweiz, kann aber in vielen EU-Ländern über ein separates Verfahren zurückgefordert werden.
5.Der Originalbeleg in Fremdwährung, der verwendete Umrechnungskurs und der CHF-Gegenwert müssen gemeinsam zehn Jahre aufbewahrt werden.
6.Kreditkartenabrechnungen ersetzen den Originalbeleg nicht; bei Kartenzahlung entspricht die Erstattung in der Regel dem belasteten CHF-Betrag.
7.Kursdifferenzen zwischen Spesenabrechnung und Kreditkartenbelastung werden als Kursverlust oder Kursgewinn separat verbucht.
8.Art. 327a OR verpflichtet den Arbeitgeber zur vollständigen Erstattung notwendiger Auslagen, unabhängig davon, ob diese im In- oder Ausland entstanden sind.

07.Alle Artikel zu diesem Thema

Auslandsspesen für Grenzgänger (2026)Definition
Grenzgänger haben die gleichen Spesenrechte wie Inländer – echter Spesenersatz gehört nicht zum quellensteuerpflichtigen Lohn; DBA-Regeln beachten.
Auslandsspesen im Jahresabschluss (Fremdwährung) (2026)Leitfaden
Ausstehende Fremdwährungsspesen müssen per 31. Dezember mit dem ESTV-Stichtagskurs bewertet werden – Kursdifferenzen sind erfolgswirksam zu erfassen.
MWST-Vorsteuerabzug auf Auslandsspesen (2026)Definition
Ausländische MWST auf Spesenbelegen ist in der Schweiz nicht als Vorsteuer abzugsfähig – für EU-Staaten gibt es jedoch ein separates Erstattungsverfahren für Schweizer Unternehmen.
Auslandsspesen pauschal abrechnen (2026)Definition
Auslandsspesen pauschal abrechnen: Einzelfallpauschalen nach Rz 52 (z. B. CHF 30 pro Hauptmahlzeit) oder genehmigtes Reglement. Keine ESTV-Länderansätze.
Auslandsspesen in US-Dollar (2026)Definition
US-Dollar-Spesen werden mit dem ESTV-Monatsmittelkurs in CHF umgerechnet – englischsprachige Belege sind vollständig anerkannt; US-Sales Tax kann nicht als Schweizer MWST-Vorsteuer abgezogen werden.
Diäten für Auslandsdienstreisen: Steuerfreie Ansätze (2026)Definition
Diäten für Auslandsdienstreisen: keine ESTV-Länderansätze. Ohne Betragsangabe z. B. bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit (Rz 52), mehr mit genehmigtem Reglement.
Fremdwährungsspesen korrekt buchen (2026)Leitfaden
Fremdwährungsspesen werden mit dem ESTV-Tages- oder Monatsmittelkurs am Ausgabedatum in CHF umgerechnet – Kursdifferenzen zwischen Ausgabe und Kreditkartenabbuchung sind als Kursaufwand zu erfassen.
Kreditkartenzahlung in Fremdwährung buchen (2026)Leitfaden
Kreditkartenzahlungen in Fremdwährung werden mit dem ESTV-Kurs am Ausgabedatum oder dem KK-Buchungskurs in CHF umgerechnet – Kursdifferenzen zwischen Ausgabe- und Buchungsdatum auf Konto 6960.
Ausländische MWST zurückfordern (2026)Leitfaden
Schweizer Unternehmen können ausländische MWST zurückfordern – für EU-Staaten gilt ein elektronisches Verfahren mit Jahresfrist 30. September; Mindestbetrag EUR 50.
Reisekosten nach Asien: Abzug und Buchung (2026)Leitfaden
Geschäftsreisekosten nach Asien sind vollständig abzugsfähig – Belege auf Englisch oder Asiensprachen werden akzeptiert; kein Schweizer MWST-Vorsteuerabzug auf Auslandsbelege.
ESTV Monatsmittelkurse 2026 – aktuelle Kurse für SpesenDefinition
Aktuelle ESTV-Monatsmittelkurse für EUR, USD, GBP, JPY und weitere Währungen, monatlich aktualisiert. So rechnen Sie Fremdwährungsspesen in CHF um.
Übernachtungsspesen im Ausland (2026)Definition
Auslandshotel-Kosten sind vollständig als Geschäftsreisekosten abzugsfähig – in CHF umgerechnet mit ESTV-Kurs; kein Schweizer MWST-Vorsteuerabzug auf ausländischen Hotelrechnungen.
Umrechnungskurs für Auslandsspesen: Was gilt? (2026)Definition
Für Auslandsspesen gilt steuerlich der ESTV-Tageskurs oder ESTV-Monatsmittelkurs des Ausgabedatums – beide sind anerkannt; die gewählte Methode muss konsistent angewendet werden.
Wechselkursverluste bei Auslandsspesen (2026)Definition
Wechselkursverluste bei Auslandsspesen entstehen, wenn die Fremdwährung bis zur Kartenbelastung steigt – Verbuchung auf Konto 6960, steuerwirksam.

08.Weiterführende Themen

Reisekosten korrekt abrechnen (2026)Übersicht & Leitfaden
Reisekosten umfassen Fahrt, Unterkunft und Verpflegung – erstattungsfähig sind nur beruflich veranlasste Auslagen mit Beleg nach den ESTV-Ansätzen 2026.
Reisekosten nach Österreich richtig abrechnen (2026)Übersicht & Leitfaden
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Verpflegungspauschalen im Ausland (2026)Übersicht & Leitfaden
Für Auslandsdienstreisen gilt CHF 30 pro Hauptmahlzeit als Pauschale – höhere Auslagen sind gegen Beleg als Effektivspesen erstattungsfähig.
Reisekosten nach Deutschland richtig abrechnen (2026)Übersicht & Leitfaden
Reisekosten nach Deutschland rechnet man zum Tageskurs in CHF um – es gelten dieselben ESTV-Spesenregeln wie für inländische Dienstreisen.