Auslandsspesen Fremdwährungen: Umrechnung, Kurse und MWST-Praxis
Schweizer KMU mit internationaler Geschäftstätigkeit stehen bei jeder Auslandsreise vor derselben Herausforderung: Hotelrechnungen in Euro, Taxiquittungen in US-Dollar, Restaurantbelege in Pfund. Jede dieser Ausgaben muss korrekt in Schweizer Franken umgerechnet, belegt und verbucht werden. Fehler bei der Währungsumrechnung führen zu falschen Spesenerstattungen, Differenzen in der Buchhaltung und im schlimmsten Fall zu Beanstandungen durch die Steuerbehörden.
Die rechtliche Grundlage bildet Art. 327a OR, der den Arbeitgeber zur Erstattung aller notwendigen Auslagen verpflichtet. Die ESTV publiziert monatlich offizielle Devisenkurse, die als Referenz für die steuerliche Umrechnung dienen. Wer kein genehmigtes Spesenreglement mit klaren Regeln zur Fremdwährungsumrechnung führt, riskiert Nachzahlungen bei Sozialversicherungsbeiträgen und Korrekturen im Lohnausweis.
Diese Seite erklärt die geltenden Regeln für Auslandsspesen in Fremdwährungen, zeigt den vollständigen Prozess von der Belegerfassung bis zur Verbuchung und benennt die häufigsten Fehler, die Schweizer Unternehmen bei internationalen Spesenabrechnungen machen.
01.Auslandsspesen in Fremdwährungen: Definition und rechtliche Grundlage
Auslandsspesen in Fremdwährungen sind geschäftlich bedingte Auslagen, die Mitarbeitende während einer Dienstreise im Ausland in einer anderen Währung als CHF tätigen. Dazu gehören Verpflegung, Übernachtung, Transport, Kommunikation und Repräsentationskosten. Der Arbeitgeber ist gemäss Art. 327a OR verpflichtet, diese Auslagen vollständig zu erstatten. Die Erstattungspflicht gilt unabhängig davon, ob die Ausgabe in Euro, US-Dollar, britischem Pfund oder einer anderen Währung angefallen ist.
Die zentrale Herausforderung liegt in der Umrechnung: Zwischen dem Zeitpunkt der Ausgabe im Ausland und der Erstattung in CHF verändert sich der Wechselkurs. Das Obligationenrecht regelt nicht explizit, welcher Kurs anzuwenden ist. In der Praxis hat sich ein System aus drei anerkannten Umrechnungsmethoden etabliert, das durch die ESTV-Wegleitung zum Lohnausweis und die kantonalen Steuerverwaltungen gestützt wird.
- Erstattungspflicht: Art. 327a OR: Der Arbeitgeber ersetzt dem Arbeitnehmer alle durch die Ausführung der Arbeit notwendig entstehenden Auslagen. Dies schliesst Fremdwährungsauslagen vollumfänglich ein.
- Spesenreglement: Ein von der kantonalen Steuerverwaltung genehmigtes Spesenreglement muss die Umrechnungsmethode für Fremdwährungen festlegen. Ohne diese Festlegung fehlt die Grundlage für eine einheitliche Abrechnung.
- Lohnausweis: Spesen, die über ein genehmigtes Reglement abgerechnet werden, erscheinen nicht als Lohnbestandteil im Lohnausweis. Fehlt das Reglement, gelten Erstattungen als steuerpflichtiger Lohn.
- Buchführungspflicht: Art. 957a OR verlangt eine vollständige und systematische Erfassung aller Geschäftsvorfälle. Fremdwährungstransaktionen müssen mit Originalbetrag, Währung und angewandtem Kurs dokumentiert werden.
02.Anerkannte Umrechnungsmethoden für Fremdwährungsspesen
Schweizer Unternehmen können zwischen drei anerkannten Methoden wählen, um Fremdwährungsbelege in CHF umzurechnen. Entscheidend ist, dass die gewählte Methode im Spesenreglement verankert und konsequent angewendet wird. Ein Wechsel zwischen Methoden innerhalb derselben Abrechnung ist nicht zulässig.
Vergleich der drei anerkannten Umrechnungsmethoden
Beispiel: Ein Mitarbeiter bezahlt am 15. März 2026 ein Geschäftsessen in München mit EUR 85.00. Der ESTV-Monatsmittelkurs für März 2026 beträgt angenommen CHF 0.9350 je EUR. Die Spesenerstattung beläuft sich auf EUR 85.00 x 0.9350 = CHF 79.48. Hätte der Mitarbeiter mit Firmenkreditkarte bezahlt und die Abrechnung weist einen Kurs von 0.9420 aus, wäre der CHF-Betrag CHF 80.07. Die Differenz von CHF 0.59 zeigt, warum die Methodenwahl im Reglement festzuhalten ist.
Wichtig: Bereits genehmigte Spesenreglemente behalten ihre Gültigkeit, solange die darin festgelegte Umrechnungsmethode einer der drei anerkannten Varianten entspricht. Eine Neueinreichung ist nur nötig, wenn die Methode geändert oder erstmals ergänzt wird.
Auslandsspesen in Fremdwährungen digital erfassen und umrechnen mit der Spesen App → Spesenbelege erfassen, einreichen, prüfen und freigeben.
Mehr erfahren →03.Mehrwertsteuer bei Auslandsbelegen: Vorsteuerabzug und Rückerstattung
Die steuerliche Behandlung der Mehrwertsteuer auf Auslandsbelegen unterscheidet sich grundlegend von der Inlandssituation. Ausländische Mehrwertsteuer, etwa die deutsche Umsatzsteuer von 19 Prozent oder die österreichische USt von 20 Prozent, berechtigt in der Schweiz nicht zum Vorsteuerabzug nach Art. 28 MWSTG. Die ausländische Steuer wird als Teil des Gesamtaufwands verbucht.
MWST-Sätze wichtiger Reiseländer für Schweizer KMU (Stand 2026)
Die Rückerstattung ausländischer MWST erfolgt über das sogenannte Erstattungsverfahren im jeweiligen Land. Schweizer Unternehmen, die nicht im betreffenden EU-Land ansässig sind, stellen den Antrag in der Regel elektronisch über das dortige Steuerportal. Die Fristen variieren: In den meisten EU-Ländern muss der Antrag bis zum 30. September des Folgejahres eingereicht werden. Die Rückerstattung kann je nach Land mehrere Monate dauern.
- Verbuchung Bruttobetrag: Auslandsbelege werden in der Schweizer Buchhaltung zum Bruttobetrag inklusive ausländischer MWST verbucht. Ein separater Vorsteuerabzug entfällt.
- Rückerstattungsanspruch prüfen: Ob sich ein Rückerstattungsantrag lohnt, hängt vom Volumen ab. Bei wenigen Belegen unter EUR 200 pro Land und Jahr übersteigt der Aufwand häufig den Ertrag.
- Originalbelege aufbewahren: Für das Rückerstattungsverfahren verlangen die meisten Länder Originalbelege oder beglaubigte Kopien. Digitale Scans allein genügen nicht in allen Jurisdiktionen.
04.Belegpflichten und Dokumentationsanforderungen für Auslandsspesen
Belege aus dem Ausland unterliegen denselben Grundanforderungen wie Inlandsbelege, stellen aber zusätzliche Anforderungen an die Dokumentation. Die Buchführungspflicht nach Art. 957a OR verlangt, dass jeder Geschäftsvorfall vollständig, richtig und zeitnah erfasst wird. Bei Fremdwährungsbelegen bedeutet dies, dass neben dem Originalbetrag auch die Währung und der angewandte Umrechnungskurs nachvollziehbar sein müssen.
- Pflichtangaben auf dem Beleg: Name und Adresse des Leistungserbringers, Datum, Art der Leistung, Betrag in Originalwährung, allfällige MWST-Angaben des Auslands.
- Ergänzende Dokumentation: Umrechnungskurs und CHF-Betrag, Geschäftszweck der Ausgabe, Name des Mitarbeitenden, Reiseziel und Reisedaten.
- Kreditkartenbelege: Die Kreditkartenabrechnung dient als Nachweis des angewandten Wechselkurses. Sie ersetzt jedoch nicht den Originalbeleg des Leistungserbringers.
- Aufbewahrungsfrist: Alle Belege und die zugehörige Spesenabrechnung sind gemäss Art. 958f OR während zehn Jahren aufzubewahren. Dies gilt auch für digitale Kopien, sofern die Integrität gewährleistet ist.
- Fremdsprachige Belege: Belege in gängigen Geschäftssprachen wie Englisch, Französisch, Deutsch oder Italienisch müssen in der Regel nicht übersetzt werden. Bei exotischen Sprachen kann die Steuerbehörde eine Übersetzung verlangen.
Trinkgelder im Ausland stellen einen Sonderfall dar: In Ländern, in denen Trinkgeld üblich und erwartet ist, gilt ein branchenüblicher Prozentsatz als erstattungsfähig, sofern der Betrag auf dem Beleg oder der Kreditkartenabrechnung ausgewiesen ist. Trinkgelder ohne Beleg sollten im Spesenreglement mit einer Obergrenze geregelt werden.
05.Auslandsspesen in Fremdwährungen abrechnen: Schritt für Schritt
Der folgende Prozess zeigt, wie Schweizer KMU Auslandsspesen in Fremdwährungen von der Reisevorbereitung bis zur Verbuchung korrekt abwickeln. Die Schritte gelten für alle gängigen Währungen und Reiseziele.
Schritt 1: Spesenreglement um Fremdwährungsregeln ergänzen
Bevor Mitarbeitende ins Ausland reisen, muss das Spesenreglement klare Regeln zur Fremdwährungsumrechnung enthalten. Legen Sie fest, welche der drei anerkannten Umrechnungsmethoden gilt: Tageskurs, Kreditkartenkurs oder ESTV-Monatsmittelkurs. Diese Festlegung muss von der kantonalen Steuerverwaltung genehmigt werden.
- Umrechnungsmethode benennen und als verbindlich erklären.
- Kursquelle angeben, z. B. SNB-Tageskurs oder ESTV-Monatsmittelkurs.
- Regelung für Barauslagen in Fremdwährung aufnehmen, insbesondere wenn kein Kreditkartenbeleg vorliegt.
- Trinkgeldregelung für das Ausland mit Obergrenze definieren.
Schritt 2: Belege während der Reise vollständig erfassen
Mitarbeitende sollten jeden Beleg unmittelbar nach der Ausgabe erfassen. Bei digitaler Erfassung per Smartphone wird der Beleg fotografiert und mit Datum, Betrag, Währung und Geschäftszweck versehen. Wichtig ist, dass der Originalbetrag in der Fremdwährung erfasst wird, nicht ein geschätzter CHF-Betrag.
- Originalbeleg sichern: Quittung oder Rechnung des Leistungserbringers aufbewahren, auch wenn die Zahlung per Kreditkarte erfolgt.
- Geschäftszweck notieren: Auf dem Beleg oder in der App den geschäftlichen Anlass vermerken, z. B. Kundengespräch, Messebesuch, Projektmeeting.
- Barauslagen separat dokumentieren: Bei Barzahlung den Wechselkurs der Geldwechselstelle oder des Bankomaten festhalten, idealerweise mit Quittung.
Schritt 3: Fremdwährungsbeträge in CHF umrechnen
Nach der Reise werden alle Fremdwährungsbeträge gemäss der im Spesenreglement festgelegten Methode in CHF umgerechnet. Bei Verwendung des ESTV-Monatsmittelkurses gilt der Kurs des Monats, in dem die Ausgabe getätigt wurde. Bei Verwendung des Tageskurses ist der Kurs am Belegdatum massgebend.
Beispielumrechnung einer Geschäftsreise nach Deutschland (März 2026)
Werden verschiedene Währungen auf derselben Reise verwendet, etwa EUR in Deutschland und GBP bei einem Zwischenstopp in London, wird jede Währung separat mit dem jeweiligen Kurs umgerechnet. Die Gesamtsumme in CHF ergibt sich aus der Addition der einzelnen umgerechneten Beträge.
Schritt 4: Spesenabrechnung erstellen und einreichen
Die Spesenabrechnung fasst alle Auslagen einer Reise zusammen. Für jede Position sind der Originalbetrag in Fremdwährung, der angewandte Umrechnungskurs und der resultierende CHF-Betrag auszuweisen. Die Abrechnung wird zusammen mit allen Originalbelegen und gegebenenfalls der Kreditkartenabrechnung eingereicht.
- Reisedaten, Reiseziel und Geschäftszweck angeben.
- Jede Ausgabe mit Datum, Beschreibung, Originalbetrag, Währung, Kurs und CHF-Betrag auflisten.
- Kreditkartenabrechnung als Kursnachweis beilegen, falls der Kreditkartenkurs verwendet wird.
- Pauschalen für Verpflegung und Kleinspesen separat ausweisen, sofern das Reglement Pauschalen vorsieht.
Die Einreichungsfrist sollte im Spesenreglement definiert sein. In der Praxis hat sich eine Frist von 30 Tagen nach Reiseende bewährt. Bei längeren Fristen steigt das Risiko, dass Belege verloren gehen und Kursdifferenzen zunehmen.
Schritt 5: Abrechnung prüfen und freigeben
Die Prüfung der Spesenabrechnung umfasst bei Fremdwährungsbelegen zusätzliche Kontrollpunkte. Neben der sachlichen und betraglichen Richtigkeit muss geprüft werden, ob der korrekte Umrechnungskurs angewendet wurde und ob die Methode mit dem Spesenreglement übereinstimmt.
- Kursplausibilität: Stimmt der angegebene Kurs mit dem ESTV-Monatsmittelkurs oder dem Tageskurs der gewählten Quelle überein?
- Methodenkonsistenz: Wurde durchgehend dieselbe Umrechnungsmethode verwendet, nicht bei einzelnen Positionen gewechselt?
- Belegvollständigkeit: Liegt für jede Position ein Originalbeleg mit Fremdwährungsbetrag vor? Ist die Kreditkartenabrechnung beigelegt?
- Geschäftszweck: Ist der geschäftliche Anlass für jede Ausgabe nachvollziehbar dokumentiert?
Schritt 6: Erstattung auszahlen und Kursdifferenzen behandeln
Die Erstattung erfolgt in CHF auf das Lohnkonto oder ein separates Spesenkonto des Mitarbeitenden. Zwischen dem Belegdatum und dem Auszahlungsdatum können Wechselkursschwankungen auftreten. Diese Differenzen sind kein Fehler, sondern ein normaler Geschäftsvorfall, der korrekt verbucht werden muss.
Wenn der Mitarbeiter die Ausgabe mit privater Kreditkarte bezahlt hat und der Kreditkartenkurs vom Umrechnungskurs der Spesenabrechnung abweicht, entsteht beim Mitarbeitenden ein Gewinn oder Verlust. Das Spesenreglement sollte regeln, ob der Kreditkartenkurs oder der ESTV-Kurs für die Erstattung massgebend ist. In der Praxis ist der Kreditkartenkurs die fairste Lösung, da er den tatsächlichen Aufwand des Mitarbeitenden abbildet.
Schritt 7: Fremdwährungsspesen korrekt verbuchen
In der Buchhaltung werden Fremdwährungsspesen zum umgerechneten CHF-Betrag auf den entsprechenden Aufwandkonten verbucht. Wechselkursdifferenzen zwischen dem Umrechnungskurs der Spesenabrechnung und dem Buchungskurs werden auf dem Konto Kursdifferenzen (üblicherweise Konto 6960 im KMU-Kontenrahmen) erfasst.
Buchungsbeispiel Auslandsspesen EUR mit Kursdifferenz
Bei der Verwendung des ESTV-Monatsmittelkurses entsteht die Kursdifferenz zwischen dem Monatsmittelkurs und dem tatsächlichen Bankkurs am Auszahlungstag. Diese Differenzen sind steuerlich als Aufwand oder Ertrag anerkannt und müssen nicht separat deklariert werden.
Schritt 8: MWST-Rückerstattung im Ausland prüfen und beantragen
Nach Abschluss der Spesenabrechnung sollte geprüft werden, ob eine Rückerstattung der ausländischen Mehrwertsteuer wirtschaftlich sinnvoll ist. Dies lohnt sich in der Regel ab einem jährlichen Belegvolumen von EUR 500 bis EUR 1000 pro Land. Der Antrag wird elektronisch über das Steuerportal des jeweiligen Landes eingereicht.
- Belege nach Ländern sortieren und das erstattungsfähige Volumen pro Land ermitteln.
- Ansässigkeitsbescheinigung der Schweizer Steuerverwaltung beantragen, die in vielen Ländern als Nachweis verlangt wird.
- Antrag fristgerecht einreichen, in den meisten EU-Ländern bis zum 30. September des Folgejahres.
- Erstattungsbetrag bei Eingang als Ertrag verbuchen.
Prozessübersicht
06.Häufige Fehler
Fehler 1: Keine Umrechnungsmethode im Spesenreglement festgelegt
Ohne klare Festlegung der Umrechnungsmethode wenden Mitarbeitende unterschiedliche Kurse an, was zu inkonsistenten Abrechnungen führt. Die kantonale Steuerverwaltung kann bei einer Prüfung die gesamte Spesenabrechnung beanstanden. Ergänzen Sie das Reglement um eine verbindliche Methode und lassen Sie die Änderung genehmigen.
Fehler 2: Methodenwechsel innerhalb einer Abrechnung
Manche Mitarbeitende verwenden für Hotelkosten den Kreditkartenkurs und für Verpflegung den ESTV-Monatsmittelkurs. Dieses Vorgehen ist nicht zulässig und führt zu Beanstandungen bei Revisionen. Schulen Sie Mitarbeitende, dass pro Abrechnung nur eine Methode gelten darf.
Fehler 3: Ausländische MWST als Vorsteuer abgezogen
Schweizer Unternehmen können ausländische Mehrwertsteuer nicht als Vorsteuer in der Schweizer MWST-Abrechnung geltend machen. Wird dies trotzdem gemacht, drohen Nachforderungen der ESTV zuzüglich Verzugszins. Auslandsbelege sind immer brutto zu verbuchen, die Rückerstattung erfolgt über das Erstattungsverfahren im jeweiligen Land.
Fehler 4: Originalbeleg fehlt, nur Kreditkartenabrechnung vorhanden
Die Kreditkartenabrechnung allein genügt nicht als Spesenbeleg, da sie weder die Art der Leistung noch den Geschäftszweck dokumentiert. Ohne Originalbeleg kann die Steuerbehörde die Erstattung als Lohnbestandteil qualifizieren. Mitarbeitende müssen angewiesen werden, immer den Originalbeleg des Leistungserbringers aufzubewahren.
Fehler 5: CHF-Betrag geschätzt statt korrekt umgerechnet
Mitarbeitende rechnen Fremdwährungsbeträge gelegentlich im Kopf um und tragen einen gerundeten CHF-Betrag ein. Dies führt zu systematischen Abweichungen und ist bei einer Revision nicht nachvollziehbar. Jeder Betrag muss mit dem dokumentierten Kurs rechnerisch korrekt umgerechnet werden.
Fehler 6: Kursdifferenzen nicht verbucht
Differenzen zwischen dem Umrechnungskurs der Spesenabrechnung und dem tatsächlichen Bankkurs bei Auszahlung werden häufig ignoriert. Dies verfälscht das Ergebnis und kann bei grösseren Beträgen zu wesentlichen Abweichungen führen. Kursdifferenzen gehören auf das Konto 6960 und sind als normaler Geschäftsvorfall zu behandeln.
Fehler 7: Frist für MWST-Rückerstattung verpasst
In den meisten EU-Ländern endet die Antragsfrist für die MWST-Rückerstattung am 30. September des Folgejahres. Wird diese Frist verpasst, verfällt der Anspruch unwiderruflich. Richten Sie einen jährlichen Kalendereintrag ein und sammeln Sie erstattungsfähige Belege laufend nach Ländern sortiert.
07.Häufige Fragen
Welcher Wechselkurs gilt für die Spesenabrechnung bei Auslandsreisen?
Es gibt drei anerkannte Methoden: den Tageskurs am Belegdatum, den Kreditkartenkurs laut Abrechnung oder den ESTV-Monatsmittelkurs. Die gewählte Methode muss im Spesenreglement festgelegt sein und einheitlich angewendet werden. Ein Wechsel zwischen Methoden innerhalb derselben Abrechnung ist nicht zulässig.
Kann ich ausländische Mehrwertsteuer in der Schweizer MWST-Abrechnung als Vorsteuer abziehen?
Nein, ausländische Mehrwertsteuer berechtigt in der Schweiz nicht zum Vorsteuerabzug. Auslandsbelege werden brutto verbucht. Eine Rückerstattung der ausländischen MWST ist über das Erstattungsverfahren im jeweiligen Land möglich, sofern die Mindestbeträge und Fristen eingehalten werden.
Wie werden Verpflegungspauschalen bei Auslandsreisen behandelt?
Verpflegungspauschalen für das Ausland werden in CHF festgelegt und sind im Spesenreglement zu definieren. Die ESTV-Ansätze für Inlandspauschalen betragen CHF 30 pro Mahlzeit. Für das Ausland können abweichende Ansätze gelten, die im Reglement festzuhalten sind. Pauschalen erfordern keinen Einzelbeleg, müssen aber im Lohnausweis korrekt deklariert werden.
Was passiert mit Wechselkursdifferenzen zwischen Belegdatum und Auszahlung?
Wechselkursdifferenzen sind ein normaler Geschäftsvorfall und werden auf dem Konto 6960 Kursdifferenzen verbucht. Sie sind steuerlich als Aufwand oder Ertrag anerkannt. Bei grösseren Beträgen oder langen Zeiträumen zwischen Reise und Auszahlung können die Differenzen erheblich sein, weshalb eine zeitnahe Abrechnung empfohlen wird.
Müssen fremdsprachige Belege übersetzt werden?
Belege in gängigen Geschäftssprachen wie Englisch, Französisch, Deutsch und Italienisch müssen in der Regel nicht übersetzt werden. Bei Belegen in weniger verbreiteten Sprachen kann die Steuerbehörde eine Übersetzung der wesentlichen Angaben verlangen. Es empfiehlt sich, bei exotischen Sprachen zumindest den Geschäftszweck und die Betragsangaben auf der Spesenabrechnung in einer Landessprache zu dokumentieren.
Wie gehe ich mit Barauslagen in Fremdwährung um, wenn kein Kreditkartenbeleg vorliegt?
Bei Barauslagen in Fremdwährung gilt der Tageskurs am Belegdatum oder der ESTV-Monatsmittelkurs als Umrechnungsgrundlage. Wurde Bargeld am Bankomaten oder einer Wechselstube bezogen, sollte die Quittung mit dem angewandten Wechselkurs aufbewahrt werden. Das Spesenreglement sollte eine klare Regelung für Barauslagen enthalten, um Diskussionen bei der Abrechnung zu vermeiden.