MWST-Satz für Frühstück im Hotel: Beherbergung, Gastronomie, Abzug
Frühstück, das zusammen mit der Übernachtung abgegeben wird, fällt unter den Beherbergungssatz von 3.8 % – auch wenn das Hotel es separat auf der Rechnung aufführt. Das hält Art. 25 Abs. 4 MWSTG ausdrücklich fest, und die ESTV bestätigt es auf ihrer Seite «Schweizer Mehrwertsteuersätze». Für Buchhaltung und Spesenabrechnung ist deshalb nicht die Rechnungsform entscheidend, sondern ob es um das Frühstück als Teil der Beherbergung oder um weitere Mahlzeiten wie Mittag- oder Abendessen geht.
01.Was gilt für Frühstück im Hotel?
Das Mehrwertsteuergesetz (MWSTG) unterscheidet bei Hotelleistungen zwischen Beherbergung und Gastronomie. Beherbergungsleistungen unterliegen dem Sondersatz von 3.8 %, gastgewerbliche Leistungen dem Normalsatz von 8.1 %. Als Beherbergungsleistung gilt nach Art. 25 Abs. 4 MWSTG die Gewährung von Unterkunft einschliesslich der Abgabe eines Frühstücks, auch wenn dieses separat berechnet wird. Die ESTV bestätigt dies auf ihrer Seite «Schweizer Mehrwertsteuersätze» (estv.admin.ch).
MWST-Sätze für Frühstück im Hotel (2026)
Das Hotel ist verpflichtet, den korrekten MWST-Satz auf der Rechnung auszuweisen. Für die Spesenabrechnung bedeutet das: Übernachtung und Frühstück werden mit 3.8 % erfasst, weitere Mahlzeiten und Zusatzleistungen mit 8.1 %. Weist ein Hotel das Frühstück mit 8.1 % aus, sollten Sie die Rechnung mit dem Hotel klären.
02.Praxis: Gemischte Rechnungen
In der Praxis stellen Hotels die Rechnung unterschiedlich aus. Manche weisen Übernachtung und Frühstück als Pauschalpaket aus, andere trennen die Positionen. Am Steuersatz ändert das nichts: In beiden Varianten unterliegt das Frühstück wie die Übernachtung 3.8 %.
- Beherbergungspaket (Pauschalpreis): Weist das Hotel einen einzigen Betrag für Übernachtung inkl. Frühstück aus, gilt der gesamte Betrag als Beherbergungsleistung zu 3.8 %.
- Getrennte Positionen: Weist das Hotel Übernachtung und Frühstück als separate Positionen aus, gilt für beide Positionen 3.8 %. Eine Aufteilung des Vorsteuerabzugs auf zwei Sätze ist für das Frühstück nicht nötig.
- Halbpension oder Vollpension: Bei Halb- oder Vollpension gehört nur das Frühstück zur Beherbergung. Mittag- und Abendessen sind gastgewerbliche Leistungen zu 8.1 % und werden vom Hotel mit diesem Satz ausgewiesen.
Ein konkretes Beispiel: Ein Mitarbeiter übernachtet in Zürich. Das Hotel stellt CHF 220 für Übernachtung inkl. Frühstück in Rechnung. Darin sind CHF 8.05 MWST zu 3.8 % enthalten (220 × 0.038 / 1.038). Weist das Hotel stattdessen CHF 190 für die Übernachtung und CHF 30 für das Frühstück separat aus, gilt für beide Positionen ebenfalls 3.8 %: CHF 6.96 plus CHF 1.10, total CHF 8.06 – die Differenz entsteht nur durch Rundung. Kommt ein Abendessen für CHF 50 dazu, enthält diese Position CHF 3.75 MWST zu 8.1 % (50 × 0.081 / 1.081).
Hotelspesen mit korrektem MWST-Satz erfassen mit der Spesen App→ Spesenbelege erfassen, einreichen, prüfen und freigeben.
Mehr erfahren →03.Relevanz für die Spesenabrechnung
Wer auf Geschäftsreise im Hotel frühstückt, muss dies bei der Spesenabrechnung berücksichtigen: Ist das Frühstück im Hotelpreis inbegriffen, wird es nicht zusätzlich vergütet. Nach dem SSK-Muster-Spesenreglement gibt es eine Frühstücksentschädigung bei Abreise vor 07.30 Uhr oder nach auswärtiger Übernachtung, sofern das Frühstück nicht im Hotelpreis enthalten ist. Mittag- und Abendessen werden davon unabhängig vergütet – nach Rz 52 der Wegleitung zum Lohnausweis zum Beispiel pauschal bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit.
Verpflegungsvergütung bei Hotelübernachtung (Pauschalen nach SSK-Muster)
Das SSK-Muster ist eine Vorlage; Ansätze über den Werten von Rz 52 (etwa CHF 35 für das Abendessen) brauchen ein vom Sitzkanton genehmigtes Spesenreglement. Für den Vorsteuerabzug ist der auf der Hotelrechnung ausgewiesene Satz massgebend: Übernachtung und Frühstück zu 3.8 %, weitere Mahlzeiten und Zusatzleistungen zu 8.1 %. Die Buchung erfolgt typischerweise auf dem Konto Reisespesen (Übernachtung inkl. Frühstück) bzw. Verpflegungsspesen (weitere Mahlzeiten).
Gemäss Art. 327a OR hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Ersatz der notwendigen Auslagen. Das Spesenreglement des Unternehmens regelt, ob das Frühstück als Teil der Übernachtungspauschale oder separat abgerechnet wird. Wichtig: Wird das Frühstück bereits über die Hotelrechnung erstattet, darf der Mitarbeitende für diese Mahlzeit keinen zusätzlichen Verpflegungsansatz geltend machen.
04.Was der Revisor prüft
Bei der Revision von Spesenbelegen achten Prüfer gezielt auf die korrekte MWST-Behandlung von Hotelrechnungen mit Frühstück. Fehler in diesem Bereich führen häufig zu Nachforderungen bei der MWST-Abrechnung oder zu Beanstandungen im Lohnausweis.
- Korrekter MWST-Satz auf der Rechnung: Der Revisor prüft, ob das Hotel den richtigen Satz angewendet hat: Übernachtung und Frühstück zu 3.8 %, weitere Mahlzeiten und Zusatzleistungen zu 8.1 %. Ein mit 8.1 % ausgewiesenes Frühstück ist zu klären.
- Keine doppelte Frühstücksvergütung: Wurde das Frühstück im Hotel eingenommen und über die Hotelrechnung bezahlt, darf die Spesenabrechnung keine zusätzliche Frühstücksentschädigung enthalten. Sonst liegt eine Doppelvergütung vor.
- Vollständige Rechnungsangaben: Die Hotelrechnung muss Name und MWST-Nummer des Hotels, Datum, Leistungsbeschreibung, Betrag und MWST-Satz enthalten. Ohne diese Angaben ist kein Vorsteuerabzug möglich.
- Konsistenz zwischen Hotelrechnung und Spesenformular: Der Revisor gleicht die Hotelrechnung mit dem Spesenformular ab. Wenn die Hotelrechnung Frühstück enthält, darf das Spesenformular kein zusätzliches Frühstück ausweisen.
05.Häufige Fehler
Fehler 1: Hotelfrühstück zusätzlich vergütet
Mitarbeitende rechnen eine Frühstücksentschädigung ab, obwohl das Frühstück im Zimmerpreis enthalten war. Das führt zu einer Doppelvergütung und wird bei der Revision beanstandet. Das Spesenformular sollte festhalten, ob das Frühstück im Hotelpreis inbegriffen war.
Fehler 2: Frühstück mit 8.1 % verbucht
Die Buchhaltung verbucht ein separat ausgewiesenes Hotelfrühstück mit 8.1 %, obwohl es zur Beherbergung gehört und 3.8 % unterliegt. Der Vorsteuerabzug wird dadurch zu hoch berechnet. Massgebend ist Art. 25 Abs. 4 MWSTG: Das Frühstück gehört zur Beherbergung, auch wenn es separat berechnet wird.
Fehler 3: Hotelrechnung ohne MWST-Ausweis akzeptiert
Manche Hotels – insbesondere kleinere Betriebe oder solche unter der Umsatzgrenze – weisen keine MWST aus. Wird eine solche Rechnung mit Vorsteuerabzug verbucht, ist dieser nicht zulässig. Prüfen Sie vor der Buchung, ob die Rechnung alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt.
Fehler 4: Pauschalpreis fälschlich aufgeteilt
Die Buchhaltung schätzt den Frühstücksanteil eines Pauschalpreises und bucht diesen mit 8.1 %. Das ist falsch: Übernachtung und Frühstück unterliegen gemeinsam 3.8 %. Eine Aufteilung auf zwei Sätze ist nicht nötig.
Fehler 5: Kreditkartenbeleg statt Originalrechnung eingereicht
Ein Kreditkartenbeleg enthält weder MWST-Satz noch Leistungsbeschreibung und genügt nicht als Beleg für den Vorsteuerabzug. Mitarbeitende müssen immer die detaillierte Hotelrechnung einreichen, auf der Übernachtung und allfälliges Frühstück korrekt ausgewiesen sind.
06.Häufige Fragen
Was gilt, wenn das Hotel keinen MWST-Satz ausweist und nur einen Gesamtbetrag nennt?
Ohne MWST-Ausweis auf der Rechnung ist kein Vorsteuerabzug möglich. Bitten Sie das Hotel um eine korrigierte Rechnung mit separatem MWST-Ausweis. Ist das Hotel nicht MWST-pflichtig (Jahresumsatz unter CHF 100'000), entfällt der Vorsteuerabzug grundsätzlich.
Gibt es eine zusätzliche Frühstücksentschädigung, wenn das Hotel Frühstück bietet?
Nein. Ist das Frühstück im Hotelpreis inbegriffen, wird es nicht zusätzlich vergütet; nach SSK-Muster gibt es eine Frühstücksentschädigung nur, wenn das Frühstück nicht im Hotelpreis enthalten ist. Mahlzeitenpauschalen nach Rz 52 der Wegleitung zum Lohnausweis – bis CHF 30 – gelten pro Hauptmahlzeit (Mittag- oder Abendessen) und sind vom Hotelfrühstück nicht betroffen.
Welcher MWST-Satz gilt für Halbpension im Hotel?
Bei Halbpension gehört nur das Frühstück zur Beherbergungsleistung. Das zusätzliche Mittag- oder Abendessen ist eine gastgewerbliche Leistung und unterliegt dem Normalsatz von 8.1 %; das Hotel weist diesen Verpflegungsanteil mit dem Normalsatz aus.
Wie buche ich eine Hotelrechnung mit Frühstück in der Buchhaltung?
Übernachtung und Frühstück werden gemeinsam mit 3.8 % Vorsteuer verbucht, unabhängig davon, ob das Hotel das Frühstück als eigene Position aufführt. Positionen mit 8.1 %, etwa Minibar oder Abendessen, werden separat verbucht. Massgebend ist der korrekt ausgewiesene Satz auf der Rechnung.
Gilt der Beherbergungssatz von 3.8% auch für Minibar oder Roomservice?
Nein. Minibar, Roomservice und andere Verpflegungsleistungen ausser dem Frühstück werden mit 8.1 % besteuert. Das Frühstück gehört dagegen zur Beherbergung und unterliegt 3.8 % – auch wenn es separat ausgewiesen wird.