Spesen Frankreich 2026: Ansätze, TVA und Umrechnung für Schweizer Firmen

Definition6 min LesezeitAktualisiert 29. Oktober 2026
Kurzantwort

Für Geschäftsreisen nach Frankreich gibt es für Schweizer Firmen keine offiziellen Länderpauschalen: Massgebend sind das eigene Spesenreglement und die Wegleitung zum Lohnausweis der ESTV – wie im Inland. Ohne Betragsangabe im Lohnausweis bleiben zum Beispiel Hauptmahlzeiten mit effektiv in der Regel höchstens CHF 35 oder pauschal höchstens CHF 30 und Übernachtungen gegen Beleg. Französische TVA ist in der Schweiz nicht als Vorsteuer abziehbar; zurückholen lässt sie sich nur in Frankreich über einen Fiskalvertreter, bis 30. Juni des Folgejahres. EUR-Belege werden nach Reglement in CHF umgerechnet, etwa mit dem ESTV-Monatsmittelkurs.

Frankreich gehört für Schweizer KMU zu den häufigsten Reisezielen – von Genf nach Lyon ebenso wie von Basel nach Paris. Diese Seite zeigt aus Schweizer Sicht, welche Spesenregeln gelten, welche Richtwerte üblich sind, wie die französische Mehrwertsteuer zurückgeholt wird und wie Belege in Euro umgerechnet werden.

01.Was gilt für Schweizer Firmen?

Schickt eine Schweizer Firma Mitarbeitende nach Frankreich, gilt Schweizer Recht: Der Arbeitgeber ersetzt die notwendigen Auslagen (Art. 327a OR), und ob die Vergütungen steuerfrei bleiben, richtet sich nach der Wegleitung zum Ausfüllen des Lohnausweises der ESTV. Französische Regeln für Arbeitgeber in Frankreich sind dafür nicht massgebend.

  • Effektiv gegen Beleg: Die tatsächlichen Kosten werden mit Originalbeleg vergütet. Das ist der Grundsatz, den auch das Muster-Spesenreglement der SSK vorsieht.
  • Einzelfallpauschalen: Pauschalen pro Mahlzeit oder Tag sind möglich, solange sie die Vorgaben von Rz 52 der Wegleitung einhalten. Voraussetzung ist eine tatsächliche Reisetätigkeit.
  • Genehmigtes Spesenreglement: Wer andere oder höhere Ansätze vergüten will, braucht ein vom Sitzkanton genehmigtes Spesenreglement. Ist die Lage unklar, entscheidet die kantonale Steuerverwaltung.
Wichtigste Punkte:
Für Frankreich-Reisen gelten Art. 327a OR, das Spesenreglement und die Wegleitung zum Lohnausweis – wie im Inland.
Effektive Abrechnung gegen Beleg ist der Grundsatz; Einzelfallpauschalen sind im Rahmen von Rz 52 möglich.
Höhere Ansätze brauchen ein genehmigtes Spesenreglement.

02.Übliche Ansätze und Richtwerte (Stand: Oktober 2026)

Offizielle Spesenansätze speziell für Frankreich gibt es für Schweizer Firmen nicht. Üblich sind die Werte aus der Wegleitung zum Lohnausweis und aus dem Muster-Spesenreglement der Schweizerischen Steuerkonferenz (SSK). Beide unterscheiden nicht zwischen Inland und Ausland.

PositionWegleitung Lohnausweis (Rz 52)SSK-Muster-Spesenreglement
Frühstück–CHF 15 (wenn nicht im Hotelpreis inbegriffen)
MittagessenEffektiv in der Regel bis CHF 35 oder Pauschale bis CHF 30Effektiv Richtwert CHF 35 oder pauschal CHF 30
AbendessenEffektiv in der Regel bis CHF 35 oder Pauschale bis CHF 30Effektiv Richtwert CHF 40 oder pauschal CHF 35
ÜbernachtungGegen BelegHotel der Mittelklasse, effektiv gegen Originalbeleg
Bahn, FlugGegen BelegBahn 1. Klasse im In- und Ausland
PrivatautoBis CHF 0.75 pro kmCHF 0.75 pro km
KleinspesenGegen Beleg oder Tagespauschale bis CHF 20Gegen Originalbeleg; Eigenbeleg ausnahmsweise bis CHF 20

Quellen: ESTV, Wegleitung zum Ausfüllen des Lohnausweises 2026, Rz 52; SSK, Mustervorlagen Spesenreglemente (gültig ab 1. Mai 2024, aktualisiert per 1. Januar 2026). Stand: Oktober 2026.

Werden alle Vorgaben von Rz 52 eingehalten, genügt im Lohnausweis ein Kreuz bei Ziffer 13.1.1. Sind sie nicht erfüllt oder liegt kein genehmigtes Spesenreglement vor, müssen die effektiv vergüteten Spesen betragsmässig angegeben werden. Die höheren SSK-Werte für das Abendessen setzen deshalb ein genehmigtes Reglement voraus.

In Paris liegen die Preise oft höher als in der Provinz. Einen offiziellen Zuschlag gibt es nicht; ob und wie höhere Kosten vergütet werden, regelt das Spesenreglement – bei Bedarf in Absprache mit der kantonalen Steuerverwaltung.

Wichtigste Punkte:
Es gibt keine offiziellen Frankreich-Ansätze für Schweizer Firmen.
Üblich sind die Werte aus Rz 52 der Wegleitung und aus dem SSK-Muster-Spesenreglement.
Für höhere Ansätze braucht es ein genehmigtes Spesenreglement.
Spesen App

Spesen für Frankreich-Reisen in EUR erfassen und in CHF abrechnen mit der Spesen App → Spesenbelege erfassen, einreichen, prüfen und freigeben.

Mehr erfahren →

03.Unterkunft, Verpflegung und Transport: worauf achten

  • Unterkunft: Hotelkosten werden effektiv gegen Originalbeleg vergütet. Verlangen Sie eine Rechnung (facture) auf den Firmennamen – sie ist Voraussetzung, um die französische TVA zurückzuholen. Hotelübernachtungen in klassierten Hotels unterliegen in Frankreich einer TVA von 10 %.
  • Frühstück: Ist das Frühstück im Hotelpreis inbegriffen, wird es nicht zusätzlich vergütet.
  • Verpflegung: Pauschal oder effektiv, je nach Spesenreglement. Kundeneinladungen werden gegen Originalquittung abgerechnet, mit Namen der Anwesenden, Lokal, Datum und Geschäftszweck.
  • Transport: Bahn, Flug, Taxi und Mietwagen gegen Beleg; das Privatauto mit höchstens CHF 0.75 pro Kilometer. Parkgebühren und andere Kleinausgaben ebenfalls gegen Originalbeleg.

Quelle zum TVA-Satz für Hotelübernachtungen: Service-Public, Taux de TVA dans le secteur de l’hébergement (vérifié le 1er janvier 2024). Die übrigen Angaben stammen aus dem SSK-Muster-Spesenreglement und Rz 52 der Wegleitung.

Wichtigste Punkte:
Hotelrechnung auf den Firmennamen verlangen.
Inbegriffenes Frühstück nicht doppelt vergüten.
Privatauto höchstens CHF 0.75 pro Kilometer.

04.Französische MWST (TVA) zurückholen

Die in Frankreich bezahlte TVA ist in der Schweizer MWST-Abrechnung nicht als Vorsteuer abziehbar. Zurückholen lässt sie sich nur in Frankreich; die ESTV ist dafür nicht zuständig, stellt aber eine Unternehmensbescheinigung für Anträge im Ausland aus.

  • Verfahren: Unternehmen ausserhalb der EU ohne Umsätze und ohne Betriebsstätte in Frankreich beantragen die Erstattung nach der 13. EU-Richtlinie (86/560/EWG) beim Service de Remboursement de la TVA (SR-TVA).
  • Fiskalvertreter: Pflicht ist ein in Frankreich ansässiger, mehrwertsteuerpflichtiger Fiskalvertreter (représentant fiscal), der vom SR-TVA akkreditiert sein muss.
  • Einreichung: Seit 1. Juli 2021 nur elektronisch durch den Fiskalvertreter über sein Unternehmenskonto auf impots.gouv.fr, auf Französisch und in Euro.
  • Frist: Bis spätestens 30. Juni des Jahres nach dem Erstattungszeitraum; einreichen lässt sich ab dem ersten Tag des Folgemonats.
  • Mindestbeträge: EUR 400 für einen Quartalsantrag, EUR 50 für einen Jahresantrag.
  • Unterlagen: Digitale Kopien der Rechnungen ab EUR 1’000 netto (Treibstoff ab EUR 250) sowie Bankangaben. Die Rechnungen müssen unter anderem Nummer, Namen und Adressen beider Parteien, die TVA-Nummer des Lieferanten, Datum, Nettobetrag, Steuersatz und Steuerbetrag enthalten.

Quelle: impots.gouv.fr, Remboursement de TVA (Stand 13. Juli 2021). Weil ein Fiskalvertreter nötig ist, lohnt sich das Verfahren vor allem bei grösseren Beträgen; vergleichen Sie die Kosten des Vertreters mit der erwarteten Rückerstattung.

Wichtigste Punkte:
Französische TVA ist keine Schweizer Vorsteuer.
Rückerstattung nur über einen akkreditierten Fiskalvertreter in Frankreich.
Frist: 30. Juni des Folgejahres.

05.EUR-Belege in CHF umrechnen

Mit welchem Kurs Belege in Euro umgerechnet werden, legt das Spesenreglement fest. Einfach und nachvollziehbar ist der ESTV-Monatsmittelkurs des Monats, in dem die Ausgabe angefallen ist. Die aktuellen Kurse und die Monatsübersicht finden Sie auf der Seite ESTV-Monatsmittelkurse.

Bei Kartenzahlung entspricht der erstattete Betrag in der Regel dem belasteten CHF-Betrag. Wie die umgerechneten Beträge verbucht werden, zeigt der Leitfaden Fremdwährungsspesen korrekt buchen.

Wichtigste Punkte:
Die Umrechnungsmethode steht im Spesenreglement.
Massgebend ist der Monat der Ausgabe.

06.Rechenbeispiel: zwei Tage Geschäftsreise nach Paris

Annahmen: Eine Mitarbeiterin reist am Dienstag mit der Bahn nach Paris und kehrt am Mittwochnachmittag zurück. Bahn, Hotel und Metro werden effektiv gegen Beleg vergütet, die Mahlzeiten mit Einzelfallpauschalen von CHF 30 gemäss Rz 52 der Wegleitung. Das Frühstück ist im Hotelpreis inbegriffen. Die Euro-Beträge sind Beispielwerte; umgerechnet wird mit dem aktuellen ESTV-Monatsmittelkurs.

PositionBeleg (EUR)Betrag (CHF)
Bahnbillett Basel–Paris retour190.00179.13
Hotel, 1 Nacht inkl. Frühstück210.00197.99
Metro-Tickets12.0011.31
Mittagessen Dienstag (Pauschale)–30.00
Abendessen Dienstag (Pauschale)–30.00
Mittagessen Mittwoch (Pauschale)–30.00
Total SpesenabrechnungCHF 478.43

Umrechnung EUR in CHF mit dem ESTV-Monatsmittelkurs November 2026 (0.9428 CHF pro 1 EUR)

Weil alle Vergütungen die Vorgaben von Rz 52 einhalten, genügt im Lohnausweis ein Kreuz bei Ziffer 13.1.1 – ein Betrag muss nicht angegeben werden. Die Hotelrechnung auf den Firmennamen kann zudem für einen Antrag auf Erstattung der französischen TVA verwendet werden.

Wichtigste Punkte:
Belege in Euro werden mit dem Kurs des Ausgabemonats umgerechnet.
Mahlzeitenpauschalen bis CHF 30 bleiben im Rahmen von Rz 52.

Spesen für Frankreich-Reisen in EUR erfassen und in CHF abrechnen

Starte jetzt mit der Spesen App und der Spesen App Cloud – die smarte Lösung für Unternehmen. Spesenbelege erfassen, einreichen, prüfen und freigeben. Alles digital, alles im Griff.

Mehr erfahren →

07.Häufige Fehler

Fehler 1: Deutsche oder französische Pauschalen übernehmen

Tabellen wie die deutschen Verpflegungspauschalen für Frankreich gelten für Arbeitgeber in Deutschland. Für eine Schweizer Firma sind das Spesenreglement und die Wegleitung zum Lohnausweis massgebend; Beträge über Rz 52 ohne genehmigtes Reglement müssen im Lohnausweis angegeben werden.

Fehler 2: Rechnung ohne Firmennamen oder Pflichtangaben

Ein Kassenzettel ohne Namen und TVA-Nummer reicht für die Spesenabrechnung, aber nicht für die Rückerstattung der französischen TVA. Verlangen Sie im Hotel und bei grösseren Ausgaben eine vollständige Rechnung auf die Firma.

Fehler 3: Frist für die TVA-Rückerstattung verpassen

Anträge für ein Kalenderjahr müssen bis 30. Juni des Folgejahres eingereicht sein. Weil zuerst ein Fiskalvertreter bestimmt und akkreditiert werden muss, sollte man früh beginnen.

Fehler 4: Inbegriffenes Frühstück zusätzlich vergüten

Ist das Frühstück im Hotelpreis enthalten, wird keine Frühstückspauschale ausbezahlt.

08.Häufige Fragen

Gibt es offizielle Spesensätze für Frankreich?

Für Schweizer Firmen nicht. Massgebend sind das Spesenreglement und die Wegleitung zum Lohnausweis der ESTV, die für In- und Auslandsreisen gleich gelten. Üblich sind zum Beispiel Mahlzeitenpauschalen bis CHF 30 oder effektive Kosten von in der Regel höchstens CHF 35 pro Hauptmahlzeit (Rz 52).

Gilt in Paris ein höherer Ansatz?

Einen offiziellen Zuschlag für Paris gibt es nicht. Ein Spesenreglement kann höhere effektive Kosten vorsehen; dafür braucht es die Genehmigung durch die kantonale Steuerverwaltung, sonst sind Beträge über den Vorgaben von Rz 52 im Lohnausweis anzugeben.

Kann meine Firma die französische TVA zurückholen?

Ja, über das französische Erstattungsverfahren für Unternehmen ausserhalb der EU. Dafür braucht es einen akkreditierten Fiskalvertreter in Frankreich, der den Antrag elektronisch einreicht – spätestens bis 30. Juni des Folgejahres. Über die Schweizer MWST-Abrechnung ist kein Abzug möglich.

Welcher Kurs gilt für Belege in Euro?

Der Kurs, den das Spesenreglement festlegt – etwa der ESTV-Monatsmittelkurs des Monats, in dem die Ausgabe angefallen ist. Bei Kartenzahlung entspricht der erstattete Betrag in der Regel dem belasteten CHF-Betrag.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
1.Für Frankreich gibt es keine offiziellen Spesenansätze für Schweizer Firmen; es gelten Spesenreglement und Wegleitung zum Lohnausweis.
2.Üblich sind die Werte aus Rz 52 und dem SSK-Muster, zum Beispiel CHF 30 pro Hauptmahlzeit pauschal.
3.Französische TVA ist keine Schweizer Vorsteuer; die Rückerstattung läuft über einen Fiskalvertreter in Frankreich, Frist 30. Juni des Folgejahres.
4.EUR-Belege werden nach Reglement umgerechnet, zum Beispiel mit dem ESTV-Monatsmittelkurs des Ausgabemonats.

09.Weiterführende Artikel

Auslandsspesen nach Land: Regeln für Schweizer Firmen (2026)Übersicht & Leitfaden
Geschäftsreisen ins Ausland: was Schweizer Firmen bei Pauschalen, Belegen, Fremdwährung und ausländischer MWST beachten – mit Seiten pro Land.
ESTV Monatsmittelkurse 2026 – aktuelle Kurse für SpesenDefinition
Aktuelle ESTV-Monatsmittelkurse für EUR, USD, GBP, JPY und weitere Währungen, monatlich aktualisiert. So rechnen Sie Fremdwährungsspesen in CHF um.
Fremdwährungsspesen korrekt buchen (2026)Leitfaden
Fremdwährungsspesen werden mit dem ESTV-Tages- oder Monatsmittelkurs am Ausgabedatum in CHF umgerechnet – Kursdifferenzen zwischen Ausgabe und Kreditkartenabbuchung sind als Kursaufwand zu erfassen.
Ausländische MWST zurückfordern (2026)Leitfaden
Schweizer Unternehmen können ausländische MWST zurückfordern – für EU-Staaten gilt ein elektronisches Verfahren mit Jahresfrist 30. September; Mindestbetrag EUR 50.
Vorsteuerabzug auf Auslandsspesen (2026)Definition
Ausländische MWST auf Auslandsbelegen ist in der Schweizer MWST-Abrechnung nicht abzugsfähig – für EU-Staaten gibt es ein separates Erstattungsverfahren mit Jahresfrist 30. September.
Spesen Deutschland 2026: Tagessätze für Geschäftsreisen aus der SchweizDefinition
Spesen Deutschland 2026: Schweizer Arbeitgeber vergüten Dienstreisen nach Deutschland mit den ESTV-Ansätzen (CHF 30 pro Hauptmahlzeit, CHF 20 Kleinspesen, CHF 0.75/km) oder effektiv gegen Beleg – deutsche Pauschalen von EUR 14/28 sind nur Orientierung.