Auslands-Verpflegungspauschalen im Lohnausweis: Deklaration, Ziffer 13 und Quellensteuer

Definition6 min LesezeitAktualisiert 29. Oktober 2026

Für die Deklaration von Auslands-Verpflegungspauschalen im Lohnausweis gelten dieselben Regeln wie im Inland. Massgebend ist, ob die Vergütungen die Vorgaben von Rz 52 der Wegleitung zum Ausfüllen des Lohnausweises einhalten und ob ein vom Sitzkanton genehmigtes Spesenreglement vorliegt. Ansätze pro Land gibt es nicht. Gerade bei Mitarbeitenden mit häufigen Auslandsreisen ist die saubere Zuordnung in Ziffer 13 und 15 entscheidend, um Nachfragen der Steuerbehörden zu vermeiden.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick
1.Halten die Vergütungen alle Vorgaben von Rz 52 ein, genügt ein Kreuz bei Ziffer 13.1.1 ohne Betragsangabe.
2.Sind die Vorgaben nicht erfüllt und liegt kein genehmigtes Reglement vor, sind die effektiv vergüteten Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungsspesen betragsmässig anzugeben (Rz 53).
3.Bei genehmigtem Spesenreglement wird in Ziffer 15 der Genehmigungsvermerk angebracht; betragsmässig erscheinen nur Pauschalspesen in Ziffer 13.2.
4.Für Auslandsreisen gelten dieselben Werte wie im Inland; eine Aufschlüsselung nach Ländern sieht der Lohnausweis nicht vor.

01.Lohnausweis-Deklaration: Ziffer 13.1.1, 13.2 und Ziffer 15

Die Wegleitung zum Ausfüllen des Lohnausweises unterscheidet effektive Spesen und Einzelfallpauschalen (Rz 52–54), Pauschalspesen für Zeitabschnitte (Rz 55–58) und Spesen im Rahmen eines genehmigten Spesenreglements (Rz 59–60). Für Auslandsreisen gelten dieselben Werte wie im Inland; ESTV-Ansätze pro Land gibt es nicht.

KonstellationLohnausweis-FeldEintragBemerkung
Alle Vorgaben von Rz 52 eingehaltenZiffer 13.1.1KreuzZ. B. Pauschale höchstens CHF 30 pro Hauptmahlzeit, Übernachtung gegen Beleg
Rz 52 nicht eingehalten, kein genehmigtes ReglementZiffer 13.1.1Betrag in CHFEffektiv vergütete Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungsspesen (Rz 53)
Genehmigtes SpesenreglementZiffer 15GenehmigungsvermerkKein Kreuz bei Ziffer 13.1.1; nur Pauschalspesen betragsmässig
Pauschalen für Zeitabschnitte (z. B. monatlich)Ziffer 13.2Betrag in CHFAuch mit genehmigtem Reglement; Einzelfallpauschalen fallen nicht darunter

Deklaration der Auslands-Verpflegungspauschalen im Lohnausweis

Ein Beispiel: Ein Unternehmen ohne genehmigtes Reglement vergütet für eine Dienstreise nach London ein Abendessen effektiv mit CHF 60. Damit ist die Vorgabe von Rz 52 – effektive Vergütung für Mittag- oder Abendessen in der Regel höchstens CHF 35 – nicht erfüllt. Das Kreuz bei Ziffer 13.1.1 entfällt, und die effektiv vergüteten Spesen sind betragsmässig anzugeben (Rz 53). Mehr zu Reisen nach Grossbritannien finden Sie auf der Länderseite.

Bei einem genehmigten Spesenreglement lautet der Vermerk in Ziffer 15: «Spesenreglement durch Kanton XY am … genehmigt». Genehmigte Reglemente des Sitzkantons werden von den anderen Kantonen anerkannt, wenn sie auf den SSK-Mustervorlagen beruhen (Rz 59).

Wichtigste Punkte:
Das Kreuz bei Ziffer 13.1.1 setzt voraus, dass alle Vorgaben von Rz 52 eingehalten sind.
Ohne genehmigtes Reglement und über den Werten von Rz 52 sind die Spesen betragsmässig anzugeben (Rz 53).
Mit genehmigtem Reglement wird in Ziffer 15 der Genehmigungsvermerk angebracht; Pauschalen für Zeitabschnitte stehen in Ziffer 13.2.

02.Mehrere Länder auf einer Dienstreise: Was im Lohnausweis erscheint

Führt eine Dienstreise durch mehrere Länder, ändert sich an den Ansätzen nichts, denn sie hängen nicht vom Reiseland ab. Vergütet wird pro Mahlzeit nach Rz 52 oder nach dem genehmigten Reglement. Im Lohnausweis erscheint keine Aufschlüsselung nach Reisen oder Ländern.

Praxisbeispiel ohne genehmigtes Reglement: Eine Mitarbeiterin reist im März für drei Tage nach Paris und anschliessend für zwei Tage nach Berlin. Vergütet werden Mittag- und Abendessen pauschal mit je CHF 30, Hotel und Bahn gegen Beleg.

ReisezielHauptmahlzeitenPauschale je HauptmahlzeitTeilbetrag
Paris (Frankreich)6CHF 30CHF 180
Berlin (Deutschland)3CHF 30CHF 90
Total9–CHF 270

Berechnungsbeispiel: Dienstreise Paris und Berlin im März

  • Ansatz pro Mahlzeit: In Paris und Berlin gilt derselbe Ansatz; massgebend ist die Mahlzeit, nicht das Land.
  • Lohnausweis: Sind alle Vorgaben von Rz 52 eingehalten, genügt das Kreuz bei Ziffer 13.1.1 – ohne Betrag und ohne Länderangabe.
  • Jahresbetrag nur bei Rz 53: Ist Rz 52 nicht eingehalten und liegt kein genehmigtes Reglement vor, erscheint der Jahresbetrag der effektiv vergüteten Spesen, nicht einzelne Reisen.
  • Dokumentation intern: Reisedaten, Reiseziele, Reisezeiten und vergütete Mahlzeiten sollten intern nachvollziehbar dokumentiert sein.
Wichtigste Punkte:
Die Ansätze hängen nicht vom Reiseland ab; vergütet wird pro Mahlzeit.
Im Rahmen von Rz 52 genügt das Kreuz bei Ziffer 13.1.1, ohne Betrag und ohne Länderangabe.
Die interne Dokumentation sollte Reisen, Reisezeiten und vergütete Mahlzeiten belegen können.
Spesen App

Auslandsspesen korrekt erfassen und für den Lohnausweis aufbereiten mit der Spesen App → Spesenbelege erfassen, einreichen, prüfen und freigeben.

Mehr erfahren →

03.Quellenbesteuerte Mitarbeitende und Grenzgänger

Für quellenbesteuerte Mitarbeitende, insbesondere Grenzgänger, gelten bei der Spesenvergütung dieselben Regeln wie für alle anderen: Rz 52 der Wegleitung bzw. das genehmigte Spesenreglement. Spesenvergütungen sind gemäss Wegleitung nicht Bestandteil des Bruttolohns.

SituationLohnausweisHinweis
Vorgaben von Rz 52 eingehaltenKreuz bei Ziffer 13.1.1Wie bei allen Mitarbeitenden
Genehmigtes SpesenreglementVermerk in Ziffer 15Laut SSK-Muster unterliegen genehmigte Pauschalspesen wie Repräsentationsspesen keiner allfälligen Quellensteuer
Rz 52 nicht eingehalten, kein genehmigtes ReglementZiffer 13.1.1 mit Betrag (Rz 53)Behandlung beim Quellensteuerabzug mit der kantonalen Steuerverwaltung klären

Lohnausweis bei quellenbesteuerten Mitarbeitenden

Ob eine Vergütung beim Quellensteuerabzug als Spesenersatz anerkannt wird, hängt davon ab, ob sie die Vorgaben von Rz 52 bzw. das genehmigte Reglement einhält. In unklaren Fällen entscheidet die kantonale Steuerverwaltung. Für Unternehmen mit mehreren quellenbesteuerten Mitarbeitenden schafft ein genehmigtes Reglement Rechtssicherheit.

Gemäss Art. 327a OR ist der Arbeitgeber verpflichtet, dem Arbeitnehmer alle durch die Ausführung der Arbeit notwendig entstehenden Auslagen zu ersetzen. Diese Pflicht besteht unabhängig von der steuerlichen Behandlung. Die Genehmigung des Spesenreglements betrifft die steuerliche Beurteilung, nicht die arbeitsrechtliche Erstattungspflicht.

Wichtigste Punkte:
Für quellenbesteuerte Mitarbeitende gelten dieselben Spesenregeln wie für alle anderen.
Ein genehmigtes Reglement schafft Rechtssicherheit; im Zweifel entscheidet die kantonale Steuerverwaltung.
Die arbeitsrechtliche Erstattungspflicht nach Art. 327a OR besteht unabhängig von der steuerlichen Behandlung.

Auslandsspesen korrekt erfassen und für den Lohnausweis aufbereiten

Starte jetzt mit der Spesen App und der Spesen App Cloud – die smarte Lösung für Unternehmen. Spesenbelege erfassen, einreichen, prüfen und freigeben. Alles digital, alles im Griff.

Mehr erfahren →

04.Häufige Fehler

Fehler 1: Kreuz bei 13.1.1 trotz Überschreitung von Rz 52

Das Kreuz bei Ziffer 13.1.1 darf nur gesetzt werden, wenn alle Vorgaben von Rz 52 eingehalten sind. Liegen Vergütungen darüber und fehlt ein genehmigtes Reglement, sind die Spesen betragsmässig anzugeben (Rz 53).

Fehler 2: Kreuz bei 13.1.1 trotz genehmigtem Reglement

Liegt ein genehmigtes Spesenreglement vor, wird in Ziffer 15 der Genehmigungsvermerk angebracht und in Ziffer 13.1.1 kein Kreuz gesetzt. Betragsmässig erscheinen dann nur die Pauschalspesen in Ziffer 13.2.

Fehler 3: Pauschale pro Tag statt pro Hauptmahlzeit

Die CHF 30 gemäss Rz 52 gelten pro Mittag- oder Abendessen, nicht pro Tag. Eine Hochrechnung der Einzelfallpauschalen auf die Arbeitstage ist nicht zulässig.

Fehler 4: Monatspauschalen nicht in Ziffer 13.2 angeben

Pauschale Spesenvergütungen für Zeitabschnitte sind bei allen Arbeitnehmern betragsmässig in Ziffer 13.2 anzugeben, auch mit genehmigtem Reglement. Einzelfallpauschalen nach Rz 52 fallen nicht darunter.

Fehler 5: Reisen intern nicht dokumentiert

Im Lohnausweis erscheinen keine einzelnen Reisen, doch die Steuerbehörde kann Nachweise verlangen. Reiseabrechnungen mit Datum, Ziel, Reisezeiten und vergüteten Mahlzeiten sollten zehn Jahre aufbewahrt werden.

05.Häufige Fragen

Wie deklariere ich eine Paris-Reise und eine Berlin-Reise im gleichen Monat?

Für beide Reisen gelten dieselben Ansätze, denn die ESTV publiziert keine Ansätze pro Land. Halten die Vergütungen die Vorgaben von Rz 52 ein, genügt im Lohnausweis das Kreuz bei Ziffer 13.1.1, ohne Betrag. Andernfalls erscheint ohne genehmigtes Reglement der Jahresbetrag der effektiv vergüteten Spesen, ohne Aufteilung nach Reisen oder Ländern.

Muss ich im Lohnausweis angeben, in welches Land die Dienstreise ging?

Nein, der Lohnausweis sieht keine Angabe der Reiseländer vor. Die Reisen sollten aber intern mit Datum, Ziel, Reisezeiten und vergüteten Mahlzeiten dokumentiert sein und auf Verlangen vorgelegt werden können.

Was gilt, wenn mein Unternehmen mehr vergütet, als Rz 52 vorsieht?

Dann genügt das Kreuz bei Ziffer 13.1.1 nicht mehr. Ohne genehmigtes Reglement sind die effektiv vergüteten Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungsspesen betragsmässig anzugeben (Rz 53). Mit genehmigtem Reglement gelten dessen Ansätze, und in Ziffer 15 wird der Genehmigungsvermerk angebracht.

Gilt die Pauschale von CHF 30 auch für Auslandsreisen?

Ja. Die CHF 30 gemäss Rz 52 gelten pro Hauptmahlzeit, also pro Mittag- oder Abendessen, nicht pro Tag – für In- und Auslandsreisen gleich. Höhere Ansätze für das Ausland sind nur mit einem genehmigten Spesenreglement möglich.

Brauche ich für Auslands-Verpflegungspauschalen Belege?

Für Einzelfallpauschalen pro Mahlzeit braucht es keinen Restaurantbeleg; effektiv vergütete Mahlzeiten, Hotel und Tickets werden gegen Beleg abgerechnet. In jedem Fall muss die Reise selbst dokumentiert sein, etwa durch Flugticket, Hotelrechnung oder Terminbestätigung.

Gibt es offizielle ESTV-Ansätze für einzelne Länder?

Nein. Die ESTV publiziert keine Verpflegungsansätze pro Land. Die Werte von Rz 52 der Wegleitung gelten für In- und Auslandsreisen gleich; höhere Ansätze legt nur ein genehmigtes Spesenreglement fest.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
1.Für Auslands-Verpflegungspauschalen gelten im Lohnausweis dieselben Regeln wie im Inland; ESTV-Ansätze pro Land gibt es nicht.
2.Sind alle Vorgaben von Rz 52 eingehalten – etwa höchstens CHF 30 pro Hauptmahlzeit als Pauschale –, genügt ein Kreuz bei Ziffer 13.1.1.
3.Ohne genehmigtes Reglement und über den Werten von Rz 52 sind die effektiv vergüteten Spesen betragsmässig anzugeben (Rz 53).
4.Bei genehmigtem Spesenreglement wird in Ziffer 15 der Genehmigungsvermerk angebracht und kein Kreuz bei Ziffer 13.1.1 gesetzt.
5.Pauschalen für Zeitabschnitte stehen immer betragsmässig in Ziffer 13.2.
6.Der Lohnausweis enthält keine Aufschlüsselung nach Reisen oder Ländern; die interne Dokumentation muss sie belegen können.
7.Genehmigte Reglemente des Sitzkantons werden von anderen Kantonen anerkannt, wenn sie auf den SSK-Mustervorlagen beruhen.

06.Weiterführende Artikel

Verpflegungspauschalen im Ausland (2026)Übersicht & Leitfaden
Für Auslandsdienstreisen gilt CHF 30 pro Hauptmahlzeit als Pauschale – höhere Auslagen sind gegen Beleg als Effektivspesen erstattungsfähig.
Auslands-Verpflegungspauschalen: Steuerlich (2026)Definition
Auslands-Verpflegungspauschalen steuerlich: wie im Inland nach Rz 52 (bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit) oder genehmigtem Reglement. Keine ESTV-Länderansätze.
MWST auf Auslands-Verpflegungspauschalen (2026)Definition
Auf Auslands-Verpflegungspauschalen gibt es keinen CH-Vorsteuerabzug. Ausländische MWST nur im jeweiligen Land zurückfordern, etwa Österreich bis 30. Juni.
Auslands-Verpflegungspauschalen buchen (2026)Leitfaden
Auslands-Verpflegungspauschalen auf Konto 6650 buchen: Fremdwährung mit Kurs gemäss Reglement umrechnen, kein CH-Vorsteuerabzug, Abgleich mit Lohnausweis.