Reisekosten nach Deutschland: Tageskurs, MWST und Abrechnung

Übersicht & Leitfaden11 min LesezeitAktualisiert 29. Oktober 2026

Reisekosten nach Deutschland rechnet man zum Tageskurs in CHF um – es gelten dieselben ESTV-Spesenregeln wie für inländische Dienstreisen. Trotzdem sorgen Fremdwährungsbelege, die deutsche Mehrwertsteuer und die Verwechslung mit deutschen Pauschalen regelmässig für Fehler in der Spesenabrechnung. Dieser Leitfaden zeigt, wie Schweizer KMU Dienstreisen nach Deutschland korrekt abrechnen, die MWST-Rückforderung prüfen und typische Stolperfallen vermeiden.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick
1.Schweizer Arbeitgeber wenden bei Dienstreisen nach Deutschland ausschliesslich die Schweizer ESTV-Spesenansätze an, nicht die deutschen Verpflegungsmehraufwandspauschalen.
2.EUR-Belege werden mit dem im Spesenreglement festgelegten Kurs in CHF umgerechnet, etwa dem ESTV-Monatsmittelkurs des Ausgabemonats oder dem Kurs der Kreditkartenabrechnung.
3.Die deutsche Mehrwertsteuer von 19 % auf Hotelrechnungen und Bewirtungsbelegen kann von MWST-pflichtigen Schweizer Unternehmen über das Vergütungsverfahren für Unternehmen ausserhalb der EU zurückgefordert werden.
4.Die Verpflegungspauschale beträgt auch bei Reisen nach Deutschland CHF 30 pro Mahlzeit ohne Beleg, die Kilometerpauschale CHF 0.75/km ab 2026.
5.Art. 327a OR verpflichtet den Arbeitgeber zur vollständigen Erstattung aller notwendigen Auslagen – unabhängig davon, ob die Dienstreise ins In- oder Ausland führt.

01.Grundprinzip für Dienstreisen nach Deutschland

Für Schweizer Arbeitgeber gilt ein klares Prinzip: Auch wenn die Dienstreise ins Ausland führt, bleiben die Schweizer Spesenregeln massgebend. Art. 327a OR verpflichtet den Arbeitgeber, alle durch die Ausführung der Arbeit notwendig entstehenden Auslagen zu ersetzen. Die ESTV-Ansätze und das genehmigte Spesenreglement des Unternehmens bestimmen, welche Pauschalen und Limiten gelten – nicht die steuerlichen Regelungen des Reiselandes.

Deutsche Verpflegungsmehraufwandspauschalen, die nach der Abwesenheitsdauer gestaffelt sind, betreffen die deutsche Lohn- und Einkommensteuer. Für Schweizer Arbeitgeber sind sie nicht massgebend; weder in der Spesenabrechnung noch im Lohnausweis. Es gelten die Schweizer Regeln nach Rz 52 der Wegleitung und das Spesenreglement.

KostenartAnsatz 2026Bemerkung
Verpflegung (Mittag-/Abendessen)CHF 30 pro MahlzeitOhne Beleg, gemäss ESTV-Pauschale
Kleinspesen (Tagespauschale)CHF 20 pro TagDeckt Trinkgelder, Getränke etc.
Kilometerpauschale PrivatfahrzeugCHF 0.75/kmNeu ab 1.1.2026 (vorher CHF 0.70)
ÜbernachtungEffektive KostenBeleg erforderlich, EUR zum Tageskurs
Bahntickets, FlügeEffektive KostenBeleg erforderlich, EUR zum Tageskurs

ESTV-Spesenansätze 2026 bei Dienstreisen nach Deutschland

EUR-Belege werden mit dem Kurs in CHF umgerechnet, den das Spesenreglement festlegt – zum Beispiel dem ESTV-Monatsmittelkurs des Ausgabemonats. Alternativ gilt der Kurs der Kreditkartenabrechnung, sofern dieser dokumentiert ist.

Wichtigste Punkte:
Schweizer ESTV-Ansätze gelten auch bei Dienstreisen nach Deutschland – deutsche Pauschalen sind nicht anwendbar.
EUR-Belege werden mit dem im Reglement festgelegten Kurs umgerechnet, etwa dem ESTV-Monatsmittelkurs oder dem Kreditkartenkurs.
Art. 327a OR verpflichtet den Arbeitgeber zur Erstattung aller notwendigen Auslagen, unabhängig vom Reiseland.

02.MWST bei Deutschlandreisen

Auf deutschen Hotelrechnungen, Restaurantbelegen und Taxiquittungen wird die deutsche Mehrwertsteuer von 19 % (bzw. 7 % auf bestimmte Leistungen wie Übernachtungen) ausgewiesen. Diese deutsche MWST kann in der Schweizer MWST-Abrechnung nicht direkt als Vorsteuer abgezogen werden, da es sich um eine ausländische Steuer handelt.

MWST-pflichtige Schweizer Unternehmen haben jedoch die Möglichkeit, die deutsche Vorsteuer über das Vergütungsverfahren für Unternehmen ausserhalb der EU zurückzufordern. Der Antrag wird beim deutschen Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) eingereicht. Die Frist für Anträge betreffend das Vorjahr läuft jeweils bis zum 30. Juni des Folgejahres. Der Mindestbetrag liegt für Unternehmen ausserhalb der EU bei EUR 1000 für unterjährige Zeiträume bzw. EUR 500 für das Kalenderjahr (§ 61a UStDV).

  • Voraussetzung Unternehmen: Das Schweizer Unternehmen muss im Inland MWST-pflichtig sein und darf in Deutschland keinen Sitz und keine Betriebsstätte haben.
  • Originalbelege: Dem Antrag sind Originalrechnungen beizulegen, die den deutschen Anforderungen an eine ordnungsgemässe Rechnung entsprechen (Name, Adresse, MWST-Nummer des Leistungserbringers, Steuerbetrag separat ausgewiesen).
  • Vergütungsfähige Ausgaben: Typisch vergütungsfähig sind Hotelübernachtungen, Mietwagen, Messekosten und Bewirtungsaufwand. Nicht vergütungsfähig sind unter anderem Treibstoffkosten an Tankstellen ohne korrekte Rechnung.
  • Antragsfrist: Der Vergütungsantrag für das Kalenderjahr 2025 muss bis spätestens 30. Juni 2026 beim BZSt eingehen. Verspätete Anträge werden abgelehnt.

In der Schweizer Buchhaltung wird der Bruttobetrag des EUR-Belegs (inklusive deutscher MWST) zum Tageskurs in CHF umgerechnet und als Aufwand verbucht. Die allenfalls zurückerstattete deutsche MWST wird bei Eingang als Ertrag oder Aufwandminderung gebucht. Wichtig: Die deutsche MWST darf nicht in der Schweizer MWST-Abrechnung erscheinen.

Wichtigste Punkte:
Deutsche MWST ist in der Schweizer MWST-Abrechnung nicht als Vorsteuer abziehbar.
MWST-pflichtige Schweizer Unternehmen können die deutsche Vorsteuer über das Vergütungsverfahren für Unternehmen ausserhalb der EU beim BZSt zurückfordern.
Die Antragsfrist für die Rückerstattung läuft bis zum 30. Juni des Folgejahres.
In der Schweizer Buchhaltung wird der Bruttobetrag inklusive deutscher MWST verbucht.
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03.Häufige Verwechslungen bei Reisekosten nach Deutschland

Die Nähe zu Deutschland und die Ähnlichkeit der Sprache führen dazu, dass deutsche Steuerregeln irrtümlich auf Schweizer Arbeitsverhältnisse angewendet werden. Die folgenden Verwechslungen treten in der Praxis besonders häufig auf und können bei einer Steuerprüfung zu Aufrechnungen führen.

  • Deutsche Verpflegungsmehraufwandspauschalen: Die deutschen Tagessätze nach Abwesenheitsdauer gelten für Arbeitgeber und Arbeitnehmende in Deutschland. Schweizer Arbeitgeber wenden stattdessen Rz 52 der Wegleitung bzw. ihr Spesenreglement an, etwa eine Pauschale bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit – auch wenn die Reise nach Deutschland führt.
  • Grenzgänger-Sonderfall: Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland und Arbeitsort in der Schweiz unterliegen einem besonderen steuerlichen Regime. Ihre Arbeitswegkosten sind keine Dienstreisekosten im Sinne von Art. 327a OR. Fährt ein Grenzgänger jedoch im Auftrag des Arbeitgebers zu einem Kunden in Deutschland, handelt es sich um eine Dienstreise, die nach Schweizer Spesenregeln abzurechnen ist.
  • CHF 30 pro Mahlzeit auch in Deutschland: Die ESTV-Pauschale von CHF 30 pro Mahlzeit gilt unabhängig vom Reiseland. Auch wenn ein Mittagessen in München EUR 35 kostet, bleibt die Pauschale bei CHF 30. Übersteigen die effektiven Kosten die Pauschale, kann der Arbeitgeber den Mehrbetrag gegen Beleg erstatten – sofern das Spesenreglement dies vorsieht.
  • Verwechslung Vorsteuerabzug und Vorsteuervergütung: Der Schweizer Vorsteuerabzug betrifft ausschliesslich die Schweizer MWST. Die Rückforderung der deutschen MWST erfolgt über ein separates Vergütungsverfahren beim deutschen BZSt. Beide Verfahren dürfen nicht vermischt werden.

Wer unsicher ist, ob eine bestimmte Ausgabe als Dienstreisekosten gilt, orientiert sich am Spesenreglement des Unternehmens. Für höhere oder andere Ansätze als nach Rz 52 muss es vom Sitzkanton genehmigt sein; empfohlen ist ein Aufbau nach den SSK-Mustervorlagen. Die Genehmigung deckt auch Auslandsreisen ab, sofern das Reglement keine abweichenden Bestimmungen enthält.

Wichtigste Punkte:
Deutsche Verpflegungsmehraufwandspauschalen sind für Schweizer Arbeitnehmer nicht anwendbar.
Grenzgänger-Arbeitswege sind keine Dienstreisen – geschäftliche Fahrten im Auftrag des Arbeitgebers hingegen schon.
Die ESTV-Pauschale von CHF 30 pro Mahlzeit gilt auch bei Reisen nach Deutschland.

04.Reisekosten nach Deutschland abrechnen: Schritt für Schritt

Die folgende Anleitung zeigt den vollständigen Ablauf von der Belegsammlung bis zur Einreichung der Spesenabrechnung. Jeder Schritt orientiert sich an den Schweizer ESTV-Vorgaben und berücksichtigt die Besonderheiten von EUR-Belegen und deutscher MWST.

Schritt 1: EUR-Belege lückenlos sammeln

Während der Dienstreise in Deutschland fallen Belege in Euro an: Hotelrechnungen, Restaurantquittungen, Bahntickets, Taxiquittungen und Tankbelege. Alle Belege sind unmittelbar nach Erhalt zu sichern – idealerweise durch ein Foto mit dem Smartphone, da Thermobelege schnell verblassen.

  • Pflichtangaben prüfen: Jeder Beleg muss Datum, Leistungserbringer, Art der Leistung und Betrag in EUR enthalten. Bei deutschen Rechnungen über EUR 250 brutto müssen zusätzlich Name und Adresse des Leistungsempfängers sowie die MWST-Nummer des Anbieters aufgeführt sein.
  • Bewirtungsbelege ergänzen: Bei Geschäftsessen in Deutschland den Anlass und die Teilnehmenden auf dem Beleg oder einem Beiblatt notieren. Dies ist sowohl für die Schweizer Spesenabrechnung als auch für eine allfällige MWST-Rückforderung relevant.
  • Belege nach Datum ordnen: Eine chronologische Ablage erleichtert die spätere Zuordnung zum korrekten Tageskurs und beschleunigt die Prüfung durch die Buchhaltung.
Wichtigste Punkte:
Alle EUR-Belege sofort fotografieren oder digital erfassen, um Datenverlust durch verblassende Thermobelege zu vermeiden.
Bewirtungsbelege mit Anlass und Teilnehmenden ergänzen.

Schritt 2: Tageskurs EUR/CHF dokumentieren

Mit welchem Kurs EUR-Belege in CHF umgerechnet werden, legt das Spesenreglement fest. Einfach und nachvollziehbar ist der ESTV-Monatsmittelkurs des Ausgabemonats; er gilt für den ganzen Monat. Alternativ kann der Kurs der Kreditkartenabrechnung verwendet werden, sofern dieser dokumentiert ist.

KursquelleWann verwendenNachweis
ESTV-MonatsmittelkursEinfachste Methode, ein Kurs pro MonatKurstabelle auf estv.admin.ch oder auf der Wiki-Seite zu den ESTV-Monatsmittelkursen
KreditkartenkursZahlung per KreditkarteKreditkartenabrechnung mit Einzelbuchung
Tageskurs (Devisen Verkauf)Wenn das Reglement Tageskurse vorsiehtKursnachweis für das Belegdatum
Bankkurs bei BargeldbezugBargeldbezug am Automaten, sofern im Reglement vorgesehenBankbeleg mit Kurs und Datum

Mögliche Kursquellen – massgebend ist die Methode im Spesenreglement

Wichtig: Der Kurs muss pro Beleg dokumentiert werden. Ein pauschaler Monatskurs ist nur zulässig, wenn das Spesenreglement dies ausdrücklich erlaubt. Bei Steuerprüfungen wird die Nachvollziehbarkeit der Kursumrechnung regelmässig kontrolliert.

Wichtigste Punkte:
Der Umrechnungskurs steht im Spesenreglement – zum Beispiel der ESTV-Monatsmittelkurs des Ausgabemonats.
Der Kreditkartenkurs ist ebenfalls zulässig, sofern die Abrechnung als Nachweis vorliegt.
Jeder Beleg braucht einen dokumentierten Umrechnungskurs.

Schritt 3: CHF-Umrechnung vornehmen

Im dritten Schritt wird jeder EUR-Beleg mit dem dokumentierten Tageskurs in CHF umgerechnet. Die Formel lautet: EUR-Betrag multipliziert mit dem Tageskurs ergibt den CHF-Betrag. Rundungen erfolgen auf 5 Rappen (kaufmännische Rundung).

AusgabeEUR-BetragTageskursCHF-Betrag
Hotel (2 Nächte)EUR 280.000.9450CHF 264.60
Abendessen Tag 1Pauschale–CHF 30.00
Mittagessen Tag 2Pauschale–CHF 30.00
Bahnticket Zürich–MünchenEUR 89.000.9430CHF 83.95
Taxi zum KundenEUR 22.500.9450CHF 21.25
Kleinspesen (3 Tage)Pauschale–CHF 60.00
TotalCHF 489.80

Beispielrechnung: Dienstreise München, 3 Tage

Bei Kreditkartenzahlungen kann der auf der Abrechnung ausgewiesene CHF-Betrag direkt übernommen werden. In diesem Fall entfällt die manuelle Umrechnung, der Kreditkartenbeleg dient als Kursnachweis. Barzahlungen werden mit dem im Reglement festgelegten Kurs umgerechnet.

Wichtigste Punkte:
EUR-Betrag mal Tageskurs ergibt den CHF-Betrag; Rundung auf 5 Rappen.
Bei Kreditkartenzahlung kann der CHF-Betrag der Abrechnung direkt übernommen werden.
Pauschalen (Verpflegung, Kleinspesen) werden direkt in CHF angesetzt und nicht umgerechnet.

Schritt 4: MWST-Vergütung prüfen und beantragen

Vor der Einreichung der Spesenabrechnung prüft die Buchhaltung, ob eine Rückforderung der deutschen MWST über das Vergütungsverfahren für Unternehmen ausserhalb der EU wirtschaftlich sinnvoll ist. Der Aufwand lohnt sich in der Regel ab einem jährlichen Erstattungsvolumen von mehreren hundert Euro.

  • Belege identifizieren: Alle Belege mit separat ausgewiesener deutscher MWST (19 % oder 7 %) markieren. Typisch: Hotelrechnungen, Mietwagenbelege, Messegebühren.
  • Mindestbetrag prüfen: Für Unternehmen ausserhalb der EU muss die beantragte Vergütung mindestens EUR 1000 betragen, für das ganze Kalenderjahr oder den letzten Zeitraum des Jahres mindestens EUR 500 (§ 61a UStDV).
  • Antrag vorbereiten: Der Antrag wird beim deutschen Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) eingereicht. Beizulegen sind Originalbelege, eine Unternehmerbescheinigung der Schweizer ESTV und das ausgefüllte Antragsformular.
  • Frist einhalten: Der Antrag für das Kalenderjahr 2025 muss bis spätestens 30. Juni 2026 eingehen. Verspätete Anträge werden ohne Ausnahme abgelehnt.

Unternehmen mit regelmässigen Deutschlandreisen beauftragen häufig einen spezialisierten Dienstleister mit der MWST-Rückforderung. Die Kosten liegen typischerweise bei 15–25 % des erstatteten Betrags und rechnen sich ab einem jährlichen Volumen von rund EUR 1'000.

Wichtigste Punkte:
Die MWST-Rückforderung lohnt sich ab einem jährlichen Erstattungsvolumen von mehreren hundert Euro.
Der Antrag beim BZSt muss bis 30. Juni des Folgejahres eingereicht werden.
Spezialisierte Dienstleister übernehmen die Rückforderung gegen eine Provision von 15–25 %.

Schritt 5: Spesenabrechnung nach Schweizer Regeln einreichen

Die fertige Spesenabrechnung wird nach denselben Regeln eingereicht wie bei Inlandsreisen. Grundlage sind Rz 52 der Wegleitung und das Spesenreglement des Unternehmens. Die Abrechnung enthält alle umgerechneten CHF-Beträge, die angewandten Pauschalen und die Kursdokumentation.

  • Beilagen: Originalbelege (oder digitale Kopien gemäss Aufbewahrungsrichtlinie), Kreditkartenabrechnungen als Kursnachweis und gegebenenfalls Bewirtungsnachweise.
  • Fristen: Die Einreichungsfrist richtet sich nach dem Spesenreglement – üblich sind 30 Tage nach Reiseende. Eine zeitnahe Einreichung erleichtert die Kursdokumentation und reduziert Rückfragen.
  • Freigabe: Die Spesenabrechnung wird vom Vorgesetzten geprüft und freigegeben. Die Buchhaltung kontrolliert die Kursumrechnung, die Einhaltung der Pauschalen und die Vollständigkeit der Belege.
  • Aufbewahrung: Alle Belege und die Spesenabrechnung sind gemäss OR während 10 Jahren aufzubewahren. Bei digitaler Archivierung gelten die Anforderungen der GeBüV an die Unveränderbarkeit.
Wichtigste Punkte:
Die Spesenabrechnung für Deutschlandreisen folgt denselben Regeln wie für Inlandsreisen.
Kursdokumentation und Originalbelege sind zwingend beizulegen.
Belege und Abrechnungen sind 10 Jahre aufzubewahren (OR).
#AufgabeVerantwortlich
1EUR-Belege lückenlos sammeln und sichernMitarbeitende/r
2Tageskurs EUR/CHF pro Belegdatum dokumentierenMitarbeitende/r
3CHF-Umrechnung vornehmen und Pauschalen ansetzenMitarbeitende/r
4MWST-Vergütung prüfen und Antrag beim BZSt einreichenBuchhaltung
5Spesenabrechnung nach Schweizer Regeln einreichen und freigebenMitarbeitende/r / Vorgesetzte/r

Prozessübersicht

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05.Häufige Fehler

Fehler 1: Deutsche Verpflegungspauschalen anstelle der ESTV-Ansätze verwenden

Mitarbeitende übernehmen die deutschen Tagessätze aus Online-Rechnern oder von deutschen Kollegen. Ohne genehmigtes Reglement erfüllen solche Tagespauschalen die Vorgaben von Rz 52 nicht und sind im Lohnausweis betragsmässig anzugeben; überhöhte Beträge können als Lohn aufgerechnet werden. Wenden Sie stattdessen die Werte nach Rz 52 an, etwa bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit.

Fehler 2: Umrechnungskurs nicht dokumentiert oder nicht im Reglement festgelegt

Ohne dokumentierten Tageskurs pro Beleg fehlt der Nachweis für die korrekte Umrechnung. Die Steuerbehörde kann in diesem Fall eigene Kurse ansetzen, was zu Differenzen führt. Jeder Beleg braucht einen nachvollziehbaren Kursnachweis – den im Reglement festgelegten Kurs oder die Kreditkartenabrechnung.

Fehler 3: Deutsche MWST in der Schweizer MWST-Abrechnung als Vorsteuer abgezogen

Die deutsche Mehrwertsteuer darf nicht in der Schweizer MWST-Abrechnung erscheinen. Ein unberechtigter Vorsteuerabzug führt bei der nächsten MWST-Revision zu einer Nachbelastung inklusive Verzugszins. Die Rückforderung erfolgt ausschliesslich über das Vergütungsverfahren für Unternehmen ausserhalb der EU beim deutschen BZSt.

Fehler 4: Frist für MWST-Rückforderung verpasst

Der Vergütungsantrag beim BZSt muss bis zum 30. Juni des Folgejahres eingehen. Verspätete Anträge werden ausnahmslos abgelehnt, das Geld ist verloren. Ein Kalendereintrag im Januar für die Zusammenstellung der Belege des Vorjahres verhindert diesen Fehler.

Fehler 5: Belege ohne Pflichtangaben akzeptiert

Deutsche Belege ohne MWST-Nummer, ohne separaten Steuerausweis oder ohne Empfängerangaben sind für die MWST-Rückforderung wertlos. Mitarbeitende sollten bereits vor Ort eine korrekte Rechnung verlangen – insbesondere bei Hotels und Restaurants.

Fehler 6: Grenzgänger-Arbeitswege als Dienstreise abgerechnet

Der tägliche Arbeitsweg eines Grenzgängers von Deutschland in die Schweiz ist keine Dienstreise und darf nicht als Spesen abgerechnet werden. Nur geschäftliche Fahrten im Auftrag des Arbeitgebers gelten als Dienstreise gemäss Art. 327a OR. Eine Vermischung führt zu Aufrechnungen im Lohnausweis.

Fehler 7: Höhere Ansätze ohne genehmigtes Reglement

Spesen im Rahmen von Rz 52 brauchen kein genehmigtes Reglement – auch nicht bei Auslandsreisen. Wer höhere oder andere Ansätze vergütet, braucht für die Rechtssicherheit ein vom Sitzkanton genehmigtes Spesenreglement; sonst sind die Spesen betragsmässig im Lohnausweis anzugeben. Empfohlen ist ein Aufbau nach den SSK-Mustervorlagen.

06.Häufige Fragen

Gelten deutsche Verpflegungspauschalen für Schweizer Arbeitgeber?

Nein. Die deutschen Verpflegungsmehraufwandspauschalen gelten für Arbeitgeber und Arbeitnehmende in Deutschland. Schweizer Arbeitgeber richten sich nach Rz 52 der Wegleitung zum Lohnausweis und ihrem Spesenreglement, etwa mit einer Pauschale bis CHF 30 pro Hauptmahlzeit – unabhängig davon, ob die Dienstreise ins In- oder Ausland führt.

Welchen Wechselkurs akzeptiert die ESTV für EUR-Belege?

Massgebend ist der Kurs, den das Spesenreglement festlegt – etwa der ESTV-Monatsmittelkurs des Ausgabemonats oder der Kurs der Kreditkartenabrechnung. Für die MWST gilt wahlweise der ESTV-Monatsmittelkurs oder der Tageskurs (Devisen Verkauf), mindestens eine Steuerperiode lang einheitlich (Art. 45 MWSTV).

Kann ein Schweizer Unternehmen die deutsche MWST zurückfordern?

Ja, sofern das Unternehmen in der Schweiz MWST-pflichtig ist und in Deutschland keinen Sitz hat. Die Rückforderung erfolgt über das Vergütungsverfahren für Unternehmen ausserhalb der EU beim deutschen Bundeszentralamt für Steuern (BZSt). Der Antrag muss bis zum 30. Juni des Folgejahres eingereicht werden und setzt Originalbelege mit korrektem Steuerausweis voraus.

Wie werden Übernachtungskosten in Deutschland abgerechnet?

Übernachtungskosten werden zu den effektiven Kosten abgerechnet. Der EUR-Betrag auf der Hotelrechnung wird zum Tageskurs in CHF umgerechnet. Eine Pauschale für Übernachtungen gibt es in den ESTV-Ansätzen nicht. Die deutsche MWST auf der Hotelrechnung (7 % auf die reine Übernachtung) kann über das Vorsteuervergütungsverfahren zurückgefordert werden.

Gilt die Kilometerpauschale von CHF 0.75 auch für Fahrten in Deutschland?

Ja. Die Schweizer Kilometerpauschale von CHF 0.75/km ab 2026 gilt für alle Dienstreisen mit dem Privatfahrzeug, unabhängig vom Reiseland. Fährt ein Mitarbeitender mit dem eigenen Auto von Zürich zu einem Kunden in Stuttgart, wird die gesamte Strecke mit CHF 0.75/km abgerechnet.

Müssen Spesenreglemente für Auslandsreisen separat genehmigt werden?

Nein. Ein von der kantonalen Steuerverwaltung genehmigtes Spesenreglement deckt grundsätzlich auch Auslandsreisen ab. Es empfiehlt sich jedoch, im Reglement explizit festzuhalten, welche Kursquelle für Fremdwährungsbelege gilt und ob abweichende Pauschalen für bestimmte Länder vorgesehen sind.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
1.Bei Dienstreisen nach Deutschland gelten ausschliesslich die Schweizer ESTV-Spesenansätze – deutsche Verpflegungsmehraufwandspauschalen sind für Schweizer Arbeitnehmer nicht anwendbar.
2.Die Verpflegungspauschale beträgt CHF 30 pro Mahlzeit, die Kilometerpauschale CHF 0.75/km und die Kleinspesentage CHF 20 – auch bei Reisen nach Deutschland.
3.EUR-Belege werden mit dem im Reglement festgelegten Kurs umgerechnet (zum Beispiel ESTV-Monatsmittelkurs oder Kreditkartenkurs); der Kurs muss nachvollziehbar sein.
4.Die deutsche MWST (19 % bzw. 7 %) ist in der Schweizer MWST-Abrechnung nicht als Vorsteuer abziehbar.
5.MWST-pflichtige Schweizer Unternehmen können die deutsche Vorsteuer über das Vergütungsverfahren für Unternehmen ausserhalb der EU beim BZSt zurückfordern – Frist: 30. Juni des Folgejahres.
6.Grenzgänger-Arbeitswege sind keine Dienstreisen; nur geschäftliche Fahrten im Auftrag des Arbeitgebers fallen unter Art. 327a OR.
7.Spesen im Rahmen von Rz 52 brauchen kein Reglement; ein genehmigtes Spesenreglement schafft Rechtssicherheit für höhere Ansätze.
8.Alle Belege und Abrechnungen sind gemäss OR während 10 Jahren aufzubewahren.

07.Alle Artikel zu diesem Thema

Fahrtkosten Deutschland (2026)Definition
Für Fahrten in Deutschland gilt weiterhin CHF 0.75/km für Privatfahrzeuge – DB-Tickets (19% MwSt) berechtigen nicht zum Schweizer VSt-Abzug; EU-Erstattungsverfahren für dt. MwSt möglich.
Reisekosten Deutschland abrechnen (2026)Leitfaden
Reisekosten Deutschland abrechnen: Schweizer Ansätze nach Rz 52 statt Länderpauschalen, Belege, Kurs, Lohnausweis; deutsche MwSt beim BZSt zurückfordern.
Reisekosten Deutschland: Belegpflicht (2026)Definition
Alle Deutschland-Spesen sind mit Originalbeleg zu belegen und 10 Jahre aufzubewahren – deutsche Belege auf Deutsch sind akzeptiert; für EU-MwSt-Rückerstattung wird die dtsch. USt-IdNr. des Ausstellers benötigt.
Reisekosten Deutschland buchen (2026)Leitfaden
Deutschland-Reisekosten nach ESTV-Monatsmittelkurs in CHF umrechnen und je nach Kategorie buchen: Verpflegung 6650, Hotel 6260, Fahrtkosten 6250 – kein Schweizer VSt auf deutsche Belege.
Reisekosten Deutschland: Grenzgänger (2026)Definition
Reisekosten Deutschland für Grenzgänger: Dienstreisen nach CH-Spesenreglement und Rz 52 abrechnen, Lohnausweis korrekt ausfüllen, DBA CH-DE beachten.
Reisekosten Deutschland und Homeoffice (2026)Definition
Reisekosten Deutschland im Homeoffice: Geschäftsreisen nach Schweizer Ansätzen erstatten, Arbeitsweg abgrenzen, Betriebsstättenrisiko prüfen.
Reisekosten Deutschland im Lohnausweis (2026)Definition
Deutschland-Reisespesen im Lohnausweis: Kreuz bei 13.1.1, wenn Rz 52 eingehalten ist, sonst Betrag; Pauschalen für Zeitabschnitte in 13.2.
Reisekosten Deutschland: MWST und Vorsteuer (2026)Definition
Deutsche MwSt (19% Normal, 7% Hotel) ist nicht als Schweizer VSt abzugsfähig – Schweizer MWST-pflichtige Firmen können sie per EU-Erstattungsverfahren bis 30. September zurückfordern.
Reisekosten Deutschland: Spesenreglement (2026)Definition
Reisekosten Deutschland im Spesenreglement: Verpflegung, Km-Ansatz, Übernachtung und Kurs regeln – Ansätze nach Rz 52/SSK gelten auch im Ausland.
Reisekosten Deutschland: Steuerliche Behandlung (2026)Definition
Reisekosten Deutschland im ESTV-Rahmen sind für den AN steuerfrei und AHV-befreit – DBA CH-DE: bei unter 183 Aufenthaltstagen hat die Schweiz das Besteuerungsrecht.
Reisekosten Deutschland: Währungsumrechnung (2026)Definition
Für Deutschland-Spesen gilt der ESTV-Monatsmittelkurs EUR/CHF des Ausgabemonats – konsistent anwenden; Kurs auf Beleg oder Spesenabrechnung vermerken; Quelle: estv.admin.ch.
Übernachtungskosten Deutschland (2026)Definition
Übernachtungskosten Deutschland: effektiv gegen Beleg abrechnen, kein Schweizer Vorsteuerabzug, deutsche MwSt bis 30. Juni beim BZSt zurückfordern.
Spesen Deutschland 2026: Tagessätze für Geschäftsreisen aus der SchweizDefinition
Spesen Deutschland 2026: Schweizer Arbeitgeber vergüten Dienstreisen nach Deutschland mit den ESTV-Ansätzen (CHF 30 pro Hauptmahlzeit, CHF 20 Kleinspesen, CHF 0.75/km) oder effektiv gegen Beleg – deutsche Pauschalen von EUR 14/28 sind nur Orientierung.

08.Weiterführende Themen